Ängste und Sorgen überwinden

von Redaktion

Schlaganfall-Gruppe Bad Aibling-Rosenheim feiert 25-jähriges Bestehen

Bad Aibling – Jährlich gibt es in Deutschland bis zu 250000 neue Schlaganfälle und bis zu 850000 Betroffene, die nach einem Schlaganfall mit ihrem Leben fertig werden müssen. In vielen Fällen ist wegen der Schwere der Krankheit an soziale Beziehungen im herkömmlichen Sinne oftmals nicht mehr zu denken. Ratlosigkeit, Hilflosigkeit, oft auch Verzweiflung, sind verständliche Reaktionen.

Für wertvolle Unterstützung für die Betroffenen sorgen Schlaganfall-Selbsthilfegruppen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der Nachsorge von Schlaganfällen und helfen den Patienten, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen und sich im neuen Leben mit dem Schlaganfall zurechtzufinden. Sie helfen, Ängste und Sorgen zu überwinden und neuen Lebensmut zu fassen.

Sich mit anderen austauschen zu können und das Gefühl zu spüren, nicht allein mit ihrem Schicksal dazustehen, ist für die Mitglieder sehr wichtig. Vor diesem Hintergrund wurde 2000 die Schlaganfall-Gruppe Bad Aibling-Rosenheim gegründet, die jetzt ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Ins Leben gerufen haben die Gemeinschaft Gerda Hellmiß und Waltraud Aschenbrenner, die heute noch als Vorsitzende fungieren. Gerda Hellmiß war damals in der „Neurologischen Klinik“ (heute: „Schön Klinik“) Bad Aibling für die Betreuung und Beratung von Patienten zuständig. Waltraud Aschenbrenner hatte sich seinerzeit als Angehörige an sie gewendet mit dem Vorschlag, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

Die beiden Frauen warben um Unterstützung für diese Idee und stießen beim früheren Klinikleiter Dr. Eberhard König auf offene Ohren. Im Mai 2000 fand das Gründungstreffen mit Betroffenen, Angehörigen und Förderern statt. Aktuell besteht die Gruppe aus 15 Mitgliedern, die sich monatlich treffen.

„Das tut uns allen gut“, schildert Organisatorin Waltraud Aschenbrenner. Viele Jahre war das „Café Heiß“ in Zell Schauplatz des „Kaffeeklatsches mit Gedankenaustausch“, nach dessen Schließung ist die Gruppe in den „Peißnhof“ im B & O-Gelände umgezogen. Doch die monatlichen Zusammenkünfte sind nicht die einzige Aktivität der Schicksals-Gemeinschaft: Zwei bis dreimal im Jahr finden unter Anleitung einer Therapeutin Kreativ-Nachmittage statt mit saisonalen Themen, auch eine Bewegungstherapie wurde durchgeführt.

„Das macht den Beteiligten viel Spaß, denn bei nicht wenigen von ihnen ist nach ihrem Schlaganfall die Feinmotorik nicht sehr ausgeprägt“, schildert die Zweite Vorsitzende. Außerdem trifft sich die Gruppe zweimal jährlich in einer Eisdiele und einmal im Jahr in einem Speiselokal. Wie wichtig für sie die Treffen sind, schildert Andrea März-Schauer im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Die heute 62-jährige erlitt 2003 einen Schlaganfall und hat sich 2004 der Gruppe angeschlossen. „Das ist eine sehr nette Runde, ich bin unter Gleichgesinnten und man erfährt vieles, was für die Betroffenen wichtig ist. Und wir unternehmen immer wieder behindertengerechte Ausflüge.“ Zu den Gruppen-Zusammenkünften wird sie seit einiger Zeit von Gertraud Hillebrand begleitet, die festgestellt hat: „In der Gruppe sind auch schwere Schicksale dabei und man spürt, dass den Mitgliedern die Gemeinschaft in der sehr gut organisierten Gruppe guttut.“

Unterstützt wird die Gruppe von der Stadt Bad Aibling und von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. „Dafür sind wir sehr dankbar“ betont“ Waltraud Aschenbrenner. Interessierte können gern Kontakt zur Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener Bad Aibling-Rosenheim aufnehmen per Telefon unter 08061/9031922 oder im Internet unter schlaganfall-in-bayern.de.

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