Ein Meer an Blumen und Tränen

von Redaktion

Nachruf Eine große Trauergemeinde gibt Reinhard Landkammer das letzte Geleit

Bad Aibling – Eine überaus große Trauergemeinde, darunter Bürgermeister Stephan Schlier, seine Amtsvorgänger Felix Schwaller und Dr. Werner Keitz, etliche Stadträte und Vorstandsvorsitzender Karl Göpfert von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, begleiteten Reinhard Landkammer auf dem städtischen Friedhof auf seinem letzten Erdenweg. Der gebürtige Bad Aiblinger starb nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren.

Bayerischer Bua
voller Heimatliebe

Beim Requiem in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, das von einer Abordnung der Blaskapelle Dettendorf mit Trauerweisen umrahmt wurde, zeichnete Pfarrer Philipp Kielbassa den Lebensweg des Verstorbenen nach. Er begann mit einer glücklichen Kindheit, die Landkammer mit seinem älteren Bruder und der jüngeren Schwester verbringen durfte. Beruflich blieb der Verstorbene der Sparkasse sein ganzes Erwerbsleben lang verbunden. Bei dem Geldinstitut begann er mit 14 Jahren eine Banklehre, bereits mit 22 Jahren wurde ihm die Leitung der damals noch eigenständigen Bankfiliale in Heufeld übertragen. Diese Funktion übte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 aus.

Als „zuverlässigen, hilfsbereiten und gewissenhaften Banker“, bei dem die Kunden „keine beliebigen Nummern“ gewesen seien, bezeichnete der Geistliche den Verstorbenen. Kielbassa hob in seinem Nachruf auch dessen Humor, seine stets lebensfrohe Art sowie seine Unternehmungslust hervor.

„Er war durch und durch ein echter bayerischer Bua, der seine Heimat liebte, die Traditionen pflegte und die Feste feierte. Bei so manchem Faschingsball hat er bis in die frühen Morgenstunden durchgetanzt“, sagte der Pfarrer.

Mit seiner Frau Christa, die er mit gut 17 Jahren bei einer Wallfahrt der Bad Aiblinger Kolpingsfamilie nach Maria Eck kennengelernt hatte und 1974 heiratete, trauern auch seine beiden Töchter Sonja und Anita mit den Schwiegersöhnen sowie die Enkelkinder Maxi und Isabella um ihn.

Eine große Lücke hinterlässt Reinhard Landkammer bei zahlreichen Ortsvereinen, bei denen er jahrzehntelang Mitglied war und sich auf vielfältige Weise einbrachte. Er gehörte der Mietrachinger Feuerwehr, dem Trachtenverein Edelweiß, der Kolpingsfamilie, der Faschingsgilde, dem Rauchclub, der Mietrachinger Dorfgemeinschaft und den Böllerschützen an.

Für die Mietrachinger Feuerwehr, der er seit 1968 angehörte und deren Ehrenmitglied er seit 2016 war, nahm Vorsitzender Peter Niedermeier Abschied. Er erinnerte daran, dass Landkammer von 1975 bis 2016 in der Vorstandschaft des Vereins mitgewirkt und als Festleiter bei der Fahnenweihe zu Beginn der Jahrtausendwende fungiert habe. Für den Trachtenverein Edelweiß sprach Vorsitzender Christian Weigl ehrende Worte am Grab. „Der Reinhard war bei uns seit 1969 dabei und stand uns in Finanzfragen stets mit Rat und Tat zur Seite“, sagte Weigl. Seit 2017 sei er Ehrenmitglied gewesen. Für die Faschingsgilde hob Senatspräsident Walter Kunze Landkammers wertvolles Mitwirken hervor. Er sei dem Verein 1984 beigetreten, seit 1999 sei er Mitglied des Senats gewesen. Er habe viele „finanztechnische Weichen“ gestellt, so Kunze.

Als langjähriger persönlicher Freund nahm Kolpingmitglied Sepp Krapichler in bewegenden Worten Abschied von ihm. „Reinhard, du hast unser Leben bereichert“, betonte Krapichler. Er wandte sich auch direkt an die Witwe und erinnerte daran, dass sie ihren Mann insbesondere in den letzten Monaten seiner schweren Krankheit „selbstlos, fürsorglich und aufopferungsvoll“ betreut habe.

Schlagerlied setzt
große Emotionen frei

Als sich die Vereinsfahnen am offenen Grab zu einem letzten Gruß für den Verstorbenen senkten und Solotrompeter Korbinian Schweiger „Il Silenzio“, das Feierabend-Lied und den Schlager „Dich gibt‘s nur einmal für mich“ spielte, verlieh dies der würdigen Trauerfeier eine besondere Emotionalität. Es waren Momente, in denen das Meer der Tränen, welches um einen beliebten Mitbürger vergossen wurde, dem Meer der Blumen und Kränze in nichts nachstand, die Reinhard Landkammers Grab schmücken.

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