Bad Aibling – Vor über 20 Jahren nahmen sich Jakob Egger und Franz Manzinger aus Rechtmehring vor, den Jakobsweg mit dem Fahrrad zu erkunden. Damals, mit 35, entstand die Idee einer besonderen Reise, die sie dann, wenn sie mit 55 Jahren in den einst angedachten Vorruhestand gingen, angehen wollten. Und tatsächlich hielten sie Wort und – mit ein wenig Corona-Verspätung – starteten sie im Jahr 2022 gemeinsam mit Peter Vorderwestner und Andreas Klein ihr Abenteuer. In nur 29 Tagen bewältigten sie 2600 Kilometer und 22000 Höhenmeter durch die Alpen, die Pyrenäen und weitere Gebirge, vorbei an grandiosen Landschaften und geschichtsträchtigen Orten.
Unterwegs gab es unvergessliche Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Von ihrem einzigartigen Trip berichten die Radler nun bei einer Veranstaltung in Bad Aibling.
„Auf keinen Fall will ich Stress haben“, war im Vorfeld der Reise die Bedingung von Franz Manzinger. Man habe Leute getroffen, die vorab schon den Rückflug gebucht hatten, weil sie mit vier Wochen Urlaub auskommen mussten, was für die Radler nicht infrage kam. So planten sie insgesamt sechs Wochen Zeit ein, geschafft haben sie es in weniger. Dabei stand immer wieder die Frage im Raum: „Wie machen wir das, welche Strecke fahren wir?“
Schon in den Jahren zuvor trafen sich die vier Männer immer wieder mit Menschen, die schon mit dem Rad von Bayern nach Santiago gefahren waren. Deren wichtiger Hinweis: „Ihr habt vier große Gebirge.“ Alpen und Pyrenäen waren jedem klar. Dazu kamen noch das Zentralmassiv in Frankreich in der Nähe von Lyon und letztlich die wohl heftigsten Berge kurz vor dem Ziel zwischen Kastilien und Galicien.
Wie sie diese und andere Herausforderungen bei teilweise über 35 Grad gemeistert haben, erzählen die vier Radler nun bei einem Vortrag am heutigen Montag um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Bad Aiblinger Rathauses. Dabei wollen sie das Publikum mit auf ihre Reise nehmen und präsentieren dabei auch beeindruckende Bilder und persönliche Geschichten, die die Fahrt noch einmal lebendig werden lassen. Der Vortrag findet im Anschluss an die Preisverleihung der Aktion „Stadtradeln 2025“ (bereits um 18 Uhr) statt. Der Eintritt ist frei. Nicolas Bettinger