Bad Aibling – Der Gründer der Aiblinger Bau-Firma B&O, Dr. Ernst Böhm, zeigte einer Gruppe von interessierten Besuchern kürzlich einige Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne bei Mietraching, darunter auch das Haus des genossenschaftlichen Wohnens. Er hob die umweltverträgliche und wirtschaftliche Hybridbauweise aus Holz, Lehm, Stroh und anderen Naturbaustoffen hervor und auch den niedrigen Energieverbrauch ohne viel zusätzliche Technik.
Wie Dr. Böhm betonte, legte er bei der Planung des etwa 70 Hektar großen Geländes besonderen Wert auf kurze Wege. Dies fördere ein soziales Miteinander und durch die kleinräumige Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen und Arbeitsplätzen erspare sich so manche Familie das Zweitauto.
Anschließend wurde im Gasthaus Kriechbaumer die Schieflage im öffentlichen Wohnungsbau und deren mögliche Lösungen aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht thematisiert. „Wir haben vier bis fünf Prozent Leerstand in Bayern. In der Nutzung des Bestandes fallen die Würfel“, sagte Böhm.
Zum Thema Schulhausbau nannte er ein Beispiel aus dem Landkreis Ebersberg, wo sich die ursprünglichen Kosten durch Umplanung von 38 Millionen Euro auf 18 Millionen Euro reduzieren ließen. Serielles Bauen, zum Beispiel mit vorgefertigten, genormten Nasszellen, Wänden und Decken, erspare viele Kosten. Auf nicht unbedingt erforderliche Technik sollte verzichtet werden. „Die ist ohnehin wieder schnell veraltet“, meinte Böhm.
ÖDP-Kreisvorsitzende Christine Mehlo-Plath wies auf die Möglichkeiten der Kommunen hin, der Wohnungsknappheit und den teuren Mieten zu begegnen. So schlug sie vor, über eine eigene kommunale Satzung Fehlbelegungsabgaben für Mietwohnungen einzuführen, um unnötigen Leerstand und Spekulation entgegenzuwirken. Auch die Förderung von Mehrgenerationenhäusern und die Vergabe kommunaler Grundstücke über Erbbaurecht sowie Genossenschaftsbauten seien Lösungsansätze. Viele große Parkplätze kämen für eine Überbauung infrage. Dies sollte in der Bauleitplanung ebenso erleichtert werden wie Aufstockungen von Flachbauten. Aus Umwelt- und Klimaschutzgründen verbiete es sich jedoch, zum Beispiel zusätzliches Gewerbe im Außenbereich zu planen. Vor allem eine zusätzliche Versiegelung der Flächen müsse verhindert werden – schon alleine, um den Hitzesommern vorzubeugen.