Bad Aibling – Marlene Liegl freut sich: Seit 30 Jahren unterstützt die 84-jährige Bad Aiblingerin die Briefmarken-Sammelaktion des Internationalen Kolpingwerkes in Köln, mit deren Erlös Ausbildungsplätze für junge Menschen in der Dritten Welt geschaffen werden (wir berichteten). Jetzt kann sie auf weitere Zulieferer bauen.
„Die Berichterstattung im Mangfall-Boten über meine ehrenamtliche Tätigkeit ist auf positive Resonanz gestoßen. Allein vier Anrufer haben sich unmittelbar nach Erscheinen des Artikels gemeldet und überlassen mir Briefmarken für den guten Zweck“, berichtet die ehemalige Bad Aiblinger Stadträtin und Kirchenpflegerin, die der örtlichen Kolpingsfamilie angehört.
Kontaktiert hat sie beispielsweise ein Mann aus Bad Feilnbach, der ihr eine Sammlung mit Briefmarken aus den 1920er- und 1930er- Jahren vorbeibringen möchte. Eine Frau aus der Aiblinger Au stellt ihr eine große Schale mit gestempelten Marken zur Verfügung. Drei Briefmarken-Alben mit Sammlerexemplaren hat ihr eine Anruferin aus Willing versprochen. „Die hat sie von ihrer Mutter erhalten, benötigt sie aber nicht mehr. Ich hole mir die Alben zeitnah ab“, berichtet Liegl. Gefreut hat sie sich auch über einen Anrufer aus der Gemeinde Tuntenhausen. Er bewahrt noch zwei Kartons mit Briefmarken zu Hause auf, die ihm ein verstorbener Pfarrer überlassen hat, und will sie jetzt für den guten Zweck zur Verfügung stellen. „Da sind zum Teil vollständige Marken-Serien aus ehemaligen DDR-Zeiten dabei“, so Liegl.
Was sie besonders freut: Der Spender ist bereits im Ruhestand und hat ihr zugesagt, all jene Marken, die sich noch auf Kuverts befinden, versandgerecht zuzuschneiden. Marlene Liegl überlegt jetzt, ob sie angesichts der zu erwartenden Briefmarken-Fülle ein Sonderpaket nach Köln schickt. „Ich rechne damit, dass ich auf diese Weise insgesamt mehrere Kilo Briefmarken erhalte“, so ihre erste Grobschätzung. Schon jetzt geht sie davon aus, dass die Bilanz ihrer ehrenamtlichen Arbeit, die sie traditionell bei der Jahresversammlung der Kolpingsfamilie vorlegt, diesmal besonders erfreulich ausfällt.
Ihre große Stofftasche bringt sie zur Versammlung dennoch wie alle Jahre mit. Schließlich zählen etliche Mitglieder der Kolpingsfamilie seit langer Zeit zu ihren Hauptunterstützern und überreichen ihr die von ihnen gesammelten Marken bei dieser Gelegenheit. tt