Ostermünchen – Stolz und Zufriedenheit prägten das Bild kürzlich, als der Trachtenverein Almarausch sein neues Vereinsheim feierlich einweihte. Trotz des unbeständigen Wetters ließen sich weder die Mitglieder noch die zahlreichen Gäste die Freude über diesen besonderen Tag nehmen.
Der Festtag begann mit einem feierlichen Erntedankgottesdienst in der übervollen Pfarrkirche von Ostermünchen. Den Gottesdienst zelebrierten Pfarrer Richard Basta und die Pastoralreferentin Marion Höher. Der Altar war von sechs Fahnenabordnungen würdevoll umrahmt.
In ihrer Rede erinnerte Höher daran, wie wichtig es sei, für die Gaben der Erde zu danken und den Wert der Gemeinschaft zu schätzen. Im Anschluss zog – trotz Regen – ein langer Festzug, angeführt von der Dreder Musik, durch den Ort. Über die Fritz-Schäffer-Straße führte der Weg zum Messner-Anwesen und von dort weiter zum neuen Vereinsheim, wo die Einweihung des neuen Vereinsheims stattfand.
Pfarrer Basta sprach von einem „großen Moment, einem Tag der Freude und des Dankes“. Das neue Heim sei mehr als nur ein Gebäude, betonte er. Es solle ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders für Jung und Alt werden. Trachtler verschiedener Generationen trugen anschließend die Fürbitten vor, in denen Themen wie Zusammenhalt, Frieden und die Pflege der Heimat ihren Platz fanden. Bevor Pfarrer Basta die neuen Räume segnete, ermunterte er die Gäste, trotz des Wetters zu bleiben und gemeinsam zu feiern. Mit der Bayernhymne endete die feierliche Einweihung – und der Stolz über das neue Vereinsheim war allen deutlich anzumerken.
„Es ist schee, dass so vui Leid do san“, begann Vorsitzender Andi Neichl seine Rede. Er freute sich vor allem über das Kommen von Bürgermeister Georg Weigl und seiner Vertretung Maria Breuer, der Geistlichkeit, Prinz Peter von Lobkowicz, Anna Bruckmeier (AELF), Simon Hausstetter und Martin Huber von der LAG Mangfalltal, Landrat Otto Lederer, Landtagsabgeordneter Sepp Lausch und Ehrenbürger Hans Thiel.
So wichtig wie ein
Haus für eine Familie
„Jetzt ist es so weit“, sagte Neichl, „am 9. Oktober 2024 haben wir begonnen, das alte Vereinsheim abzureißen, und bis auf ein paar Sachen ist das neue Heim eigentlich komplett fertig.“ Trotz aller Euphorie vergaß Neichl nicht zu danken: „Als Erstes möchte ich mich bei unsrem Herrgott bedanken, dass die Bauzeit ohne Unfall und Verletzungen abgelaufen ist.“ Dann bedankte er sich bei seiner Familie, die so oft auf ihn verzichten musste, und in der Folge bei den vielen Helfern und Gönnern. Er lobte die Weitsicht der früheren Vorstandschaft, die schon 2015 den Beschluss fasste, irgendwann ein neues Vereinsheim zu bauen.
„Brigitte Kiemer hat dieses Ziel nie aus den Augen verloren“, lobte Neichl die frühere Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende. Zweiter Meilenstein zum Bau war dann der Erwerb des Wirtshausareals durch die Gemeinde. Neichl hob die Hilfe und den Zusammenhalt beim Bau hervor: „Es war so schee, weil alle mithalfen, ob Jung oder Alt.“ Dabei zitierte er einen Satz von Hans Lechner (Hanz’n Hans): „Wir haben das alte Vereinsheim aufgebaut, dann können’s wir auch wieder abreißen.“ An die 120 Helfer habe er im Laufe der Bauzeit auf der Baustelle gesehen offenbarte Neichl voller Stolz über seine Trachtengemeinde.
Im Anschluss überbrachten die Ehrengäste ihre Glückwünsche. Bürgermeister Georg Weigl betonte, dass ohne das Engagement von Vorsitzendem Andi Neichl dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre – wofür es spontanen, kräftigen Applaus aus der Festgemeinschaft gab. Weigl würdigte zudem den Mut der Trachtler, ein solches Vorhaben in Eigenregie zu stemmen.
Auch Pankraz Perfler, Gauvorsitzender des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands, gratulierte den Almarauschlern herzlich. „Wie eine junge Familie eine Wohnung braucht, so braucht auch ein Trachtenverein eine Heimat“, erklärte er. Mit Blick auf die langjährige Planung lobte Perfler die „zehnjährige Vision und Schaffenskraft“ der Vereinsmitglieder.
Und der nächste Höhepunkt stehe schon bevor: Das Gaufest 2030, das der Verein ausrichten wird. Von den beiden Patenvereinen Schönau und Emmering erhielten die Ostermünchner zwei Metalltafeln für die Außenwand geschenkt.
Sepp Lausch, ehemaliger Trachtenvereinsvorsitzender, übereichte Neichl eine goldene Anstecknadel des Freistaats und ermunterte ihn, so weiterzumachen. Und abermals brandete lauter Jubel für den „Macher“ des Trachtenvereins auf: Thomas Linortner von der hiesigen meine Volksbank Raiffeisenbank überreichte den Trachtlern einen Scheck über 5000 Euro.
Mit Aufführungen der Bläsergruppe und der Kinder- und Jugendgruppen des Trachtenvereins ging es zum gemütlichen Teil über und zu Kaffee und Kuchen.