Weg mit weg!

von Redaktion

Hoppala, denkt sich der Passant, der von Berbling kommend den Ortseingang von Willing erreicht und seinen Blick nach rechts schweifen lässt. „Gartenäcker weg“ heißt es da auf einem Straßenschild, das den Beginn des Gartenäckerweges signalisieren soll. Eine Ortsangabe vermittelt das Schild beileibe nicht. Aufgrund der Schreibweise kommt es eher dem Appell gleich, Äcker aufzulassen. Oder ist die Aufschrift gar eine Beschreibung des Ist-Zustandes? Die Ackerflächen von einst sind dort nämlich längst der Wohnbebauung gewichen. Da fühlt sich der geneigte Stadtspaziergänger an die bunten Informationstafeln erinnert, die auf die Blühwiesen in Bad Aibling hinweisen. Sie lassen ihn wissen, dass es hier für Mensch und Natur „Blüht“. Soll der Großbuchstabe B gar der großen Hoffnung Ausdruck verleihen, dass eine Vielzahl an Gräsern und Kräutern das Areal zu einem noch großartigeren Insektenparadies geraten lässt? Jedenfalls taugt er genauso wenig als Musterbeispiel für gutes Deutsch wie die Straßenbezeichnung in Willing. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass für dieses Schild die Stadt und für den Hinweis auf die Blühwiese der Landkreis zuständig ist. Kein Weltuntergang. Für ein leichtes Schmunzeln reichen sie aber allemal. Wenn man auf die angespannte Finanzsituation von Stadt und Landkreis blickt, könnte uns dieses Schmunzeln noch länger vergönnt sein – und der Austausch der Schilder auf sich warten lassen. Denn: Geld weg. So ist es genau richtig ge- und beschrieben.

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