Heufeld – Manchmal kann man schon den Eindruck bekommen: Der Herrgott muss ein Bayer sein. So auch an einem ganz besonders sonnigen Tag, als es kürzlich in Heufeld hieß: „Auf geht‘s zum Weisertwecken fahren!“
Der „Weisertwecken“, ein Brauch mit langer Tradition, wird einer Familie zur Geburt des Stammhalters überbracht, verbunden mit den Glück- und Segenswünschen für Mutter und Kind sowie die Familie. Diesmal galt der Weisertwecken der Familie Sollinger mit Mama Anita und Söhnchen Georg junior.
Treffpunkt war nahe bei der Heufelder Kirche St. Korbinian bei Alois Huber, dem Vorsitzenden des Heufelder Trachtenvereins „d‘ Mangfalltaler“. Unterstützung erhielten die „örtlichen“ Heufelder Trachtler von Trachtlern aus Hochstätt, dem ursprünglichen Heimatverein des jungen Vaters.
Mitglieder der Hochstätter Blasmusik begleiteten den festlich geschmückten Wagen musikalisch. Mit dem äußerst sehenswerten alten Traktor von Christian Heimgartner wurde der fulminante Wecken, lecker gestaltet und aufs Feinste dekoriert, von Simon Huber sicher durch die Gemeinde gelenkt.
Pfarrer i. R. Harald Höschler fuhr mit dem Fahrrad voraus, um Autofahrer rechtzeitig auf den stattlichen Tross hinzuweisen. Wie bei einem Weisertwecken unerlässlich, wurde auch diesmal die Wegstrecke immer wieder sehr sorgfältig vermessen. Von Andreas Wieser, schon von Berufswegen für diese Tätigkeit prädestiniert, ist er doch im Bruckmühler Rathaus für Energie und Mobilität zuständig, wurde die schwierige Aufgabe gemeinsam mit Lukas Guth, der als Videojournalist auch ein scharfes Auge braucht, souverän gemeistert.
Viel Kompetenz
an wichtigen Stellen
Als „Besenwagen“ fuhr der Zweite Vorsitzende des Heufelder Trachtenvereins, Markus Zehetmaier, mit Warnweste am Ende des Zugs, damit niemand unterwegs verloren ging. Nach manchem Zwischenstopp bei Anwohnern und Zuschauern am Straßenrand und der gelungenen, mehrfachen „Kreiselumrundung“ erreichte der große Wecken schließlich sein Ziel – freudig begrüßt von Familie Sollinger.
Und nachdem auch noch der „Einzug“ des Weckens in den ersten Stock gelungen war, stand dem feucht-fröhlichen gemeinsamen Verzehr des leckeren Backwerks unter strahlend weiß-blauen Himmel nichts mehr im Wege. So schön kann Brauchtum sein, deshalb: „Aus hoid ma!“