Bad Feilnbach – Die Liedertafel Bad Feilnbach ist seit ihrer Gründung vor 125 Jahren ein prägender Teil des Gemeindelebens. Besonders in schwierigen Zeiten zeichnete sie ihr innerer Zusammenhalt aus. Dies würdigte Bürgermeister Singer kürzlich zu Beginn eines „griabigen und abwechslungsreichen Jubiläums-Hoagascht“ im voll besetzten Saal beim Kistlerwirt.
Über den großen Rückhalt durch passive Mitglieder und Freunde heimatverbundener Musikkultur, darunter Heide Hauser sowie die ehemalige Aushilfschorleiterin Annelen Kolb, zeigten sich der Vorsitzende Hans Roth, Dirigentin und Harfenistin Elisabeth Huber und vor allem die aktiven Sänger dankbar. Durch den Abend begleitete als Ansager der stellvertretende Vorsitzende und Zweite Dirigent der Liedertafel, Matthias Schwaiger.
Zukunftsorientiertes
Vereinsleben
Maria Stadler, die ihr 90. Wiegenfest feierte und das älteste passive Mitglied ist, wurde im Laufe des heiteren Abends ein besonderes Standerl geschenkt.
Alexander Seebacher, Präsident des Bayerischen Sängerbundes, erklärte in seiner Laudatio, der Männergesang gehöre zur ältesten Stilrichtung, zumindest bis Ende der 1950er-Jahre, als Frauenchöre, „Gemischte Chöre“ sowie Kinderchöre die Kulturlandschaft in verschiedensten Stilrichtungen bereicherten. Allerdings hätten Männerchöre angesichts fehlender junger Sänger schwer mit ihrer Existenz zu kämpfen. Interessierte Sänger würden sich eher auf gemischte Chöre verteilen. Wichtig sei es, Kindern und Jugendlichen die Singkultur nahezubringen. Der Sängerbundpräsident zeigte sich zuversichtlich, dass der Männergesang nicht untergehen werde.
Freude und gleichzeitig Respekt für ein außergewöhnliches und stolzes Jubiläum bekundete Karl Janssen, stellvertretender Vorsitzender vom Sängerkreis Wendelstein, in seiner Rede. Die Chorgemeinschaft habe stets die kulturelle Verantwortung für die Gemeinschaft getragen. Aufgabe und Verpflichtung sei es, die Liebe zu Musik und Gesang als verpflichtende Aufgabe weiterzuführen.
Ein zukunftsorientiertes Vereinsleben bedürfe neben guten Stimmen auch Menschen, die es in allen Zeiten verstanden und aktuell immer noch verstehen, Chorgemeinschaften verantwortungsvoll zu führen. Dazu gehört in der Liedertafel Bad Feilnbach seit 2010 der Vorsitzende Hans Roth als Nachfolger von Vitus Reger, der bis dato 14 Jahre das Führungsamt innehatte.
Seit 2013 pflegt Elisabeth Huber als Dirigentin heimatverbundenes alpenländisches Liedgut mit ihren Männern in den Stimmlagen erster und zweiter Tenor sowie erster und zweiter Bass.
Prägende Beispiele des Abends waren die befreundeten Männergesangvereine „Liederkranz“ Au und „Götting“, die Liedertafel Fischbachau sowie der Jubilar selbst, die mit lebensfrohen und vorbildlich gepflegten Liedern die Herzen der Gäste eroberten.
Für muntere Abwechslung in instrumentaler Form sorgten die junge Tanzlmusi „Bresiad ja Nix“, das Zithertrio „Umadum-Musi“ und das Gitarrenensemble „Auer MusiTanten“. Aus der Chronik von den Anfängen zitierte Peter Keill.