Nach über 50 Jahren ist Schluss

von Redaktion

Finales Stocktraining auf dem Waldheimer Kinderspielplatz

Waldheim – „Aus und vorbei is – schod is, dass wahr is.“ Traurig und enttäuscht, und doch mit voller Zuversicht in die Zukunft des Vereins, absolvierten die Mitglieder des ESC Waldheim kürzlich ihr letztes Stocktraining auf den Bahnen des Kinderspielplatzes in Waldheim. „Dieses Datum geht als schmerzliches Ende eines über ein halbes Jahrhundert andauernden Kapitels in die Vereinschronik ein“, sagte Vorsitzender Walter Schmid.

Einige Nachbarn
fürchten Wertverluste

Seit Bestehen des Kinderspielplatzes und der darauf befindlichen Roller- und Stockbahn, also seit 1969, gehörte das Stockschießen ganz selbstverständlich zu Waldheim dazu. Zwischen dem Verein und den Nachbarn herrschte stets ein gutes, nachbarschaftliches und einvernehmliches Verhältnis. Auch die Gemeinde Bruckmühl förderte all die Jahre den Verein und unterstützte diesen auch finanziell. So ließ sie beispielsweise den Asphaltbelag der Bahnen in dieser Zeit zweimal erneuern.

2023 hatte der Verein vor, die Bahnen ein weiteres Mal zu ertüchtigen und mit einem Pflasterbelag statt Asphalt auszustatten, was den Vorteil einer verringerten Lärmemission mit sich gebracht hätte. Im Zuge dessen war auch beabsichtigt, zwei stationäre LED-Lampen aufzustellen, damit in den Monaten April und September die Trainingszeiten (bis 20.30 Uhr) nicht durch Einbruch der Dunkelheit vorzeitig beendet werden müssen.

Der ESC Waldheim unterrichtete die direkten Nachbarn mündlich über das Vorhaben und bat um deren Zustimmung für das Aufstellen der Beleuchtung. Hierzu wurde jedoch von einigen Nachbarn die Zustimmung verweigert. Gleichzeitig wandten sich diese Anlieger an die Gemeindeverwaltung, um Einsicht in die Genehmigungsunterlagen der Stockbahnen und des Vereinsheims zu nehmen. Es stellte sich dabei heraus, dass zwar für das 1990 erstellte Vereinsheim eine Bau- und Nutzungsgenehmigung vorliegt, für die Stockbahnen aber keine baurechtlich verbindliche Genehmigung nachgewiesen werden konnte.

Aufgrund dieser Tatsachen und aus Sorge vor einem Wertverlust ihrer Immobilien wegen des „Sportgeländes“ mitten im Wohngebiet, haben diese Nachbarn die Gemeindeverwaltung aufgefordert, als Grundstückseigentümer des Kinderspielplatzes den weiteren Stocksportbetrieb einstellen zu lassen. Daraufhin gab es Gespräche mit den Nachbarn, dem Verein und der Gemeinde.

Von der Gemeinde konnte dem Verein ein Grundstück hinter dem Schwimmbad in Bruckmühl als neues, zukünftiges Vereinsgelände in Aussicht gestellt werden. Bis aber alle nötigen Schritte und Genehmigungen vorliegen und der Verein dort beginnen könnte, neue Bahnen und ein Vereinsheim zu bauen, würden sicherlich zwei Jahre ins Land ziehen. Nach weiteren Gesprächen und Verhandlungen mit den Nachbarn einigte man sich per schriftlicher Vereinbarung darauf, dass der Stocksportbetrieb für zwei weitere Sommersaisonen in abgespeckter Form und genau festgelegten Trainings- und Turnierterminen geduldet wird, sofern sich der Verein an die Vereinbarungen halte.

Diese zweijährige Frist endete nun. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Änderung des Flächennutzungsplanes für das neue „Sport- und Freizeitgelände am Schwimmbad“ sowie der Aufstellung des Bebauungsplanes und der Vorstellung der Planung und Billigung der Entwurfsunterlagen zugestimmt.

Hoffnung auf
raschen Baubeginn

Es folgen nun der öffentliche Aushang und die Weiterleitung der Planungsunterlagen an das Landratsamt Rosenheim. Der ESC Waldheim hofft sehr, dass im Frühjahr 2026 mit dem Bau der neuen Vereinsanlage begonnen werden kann. Für den Fall, dass der Verein bis zum Beginn der Sommersaison aufgrund von Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren den Bau der neuen Bahnen noch nicht realisieren kann, muss für den Übergang eine Lösung gefunden werden, um irgendwo auswärts trainieren zu können. „Eine Verlängerung der Duldung wird von den beteiligten Nachbarn kategorisch ausgeschlossen“, erklärt Walter Schmid.

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