Überzeugende Großübung

von Redaktion

Schwerer Unfall mit Pkw und Lkw – Feuerwehren trainieren technische Hilfeleistung

Ostermünchen – Am vergangenen Mittwochabend hallten die Martinshörner durch Ostermünchen: Über 100 Einsatzkräfte eilten zu einem vermeintlich schweren Verkehrsunfall mit drei Pkw und einem Lkw in Ostermünchen an der Verlängerung der Rainer Straße nach Unterrain. Doch schnell wurde klar: Es handelte sich um eine Übung.

Die gemeindlichen Feuerwehren führen alljährlich eine Großübung durch. In diesem Jahr stand jedoch kein Brand, sondern eine technische Hilfeleistung im Mittelpunkt. Ostermünchens Zweiter Kommandant Michael Marx erklärte: „In der Realität rücken wir mittlerweile deutlich häufiger zu technischen Hilfeleistungen aus als zu Bränden.“

Für zwei Insassen
kommt Hilfe zu spät

Gemeinsam mit Kommandant Uli Murnauer entschieden sie daher, dieses Szenario zu trainieren. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der Feuerwehren zu stärken und den Umgang mit komplexen Unfalllagen zu festigen – von der Absicherung der Einsatzstelle über die Personenrettung bis hin zur Koordination der beteiligten Kräfte.

Der Einsatzbefehl für alle Wehren lautete: „Verkehrsunfall in Ostermünchen mit mehreren eingeklemmten Personen“. Gemäß Alarmierungsplan der Leitstelle wurden neben den gemeindlichen Wehren aus Lampferding, Ostermünchen, Tuntenhausen und Beyharting auch Aßling und Bad Aibling hinzugezogen. Mit vor Ort waren außerdem Kreisbrandmeister Christian Schmidt und Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner, die die Übung fachmännisch beäugten. Auch die örtliche Polizei war im Einsatz und übernahm – wie im echten Ernstfall – die Unfallaufnahme: Fotos anfertigen, Spuren sichern, den Unfallort einmessen und protokollieren.

Auf der schmalen, abschüssigen Gemeindestraße hatte sich ein schwerer Unfall ereignet: Drei Pkw und ein schwer beladener Lkw waren verwickelt. Zwei der Autos stießen frontal zusammen. Der nachfolgende, mit rund 15 Tonnen Beton beladene Lkw, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Ein weiterer Pkw prallte von hinten auf das tonnenschwere Fahrzeug.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, bot sich ihnen ein dramatisches Bild. Sieben Personen waren in den Fahrzeugen eingeklemmt. Besonders anspruchsvoll gestaltete sich die Rettung aus einem der Pkw, da es sich um ein E-Fahrzeug handelte. Dennoch gelang es den Feuerwehrleuten innerhalb von 25 Minuten, alle Personen zu befreien – eine starke Leistung, die den Ernstfall realitätsnah widerspiegelte.

Deutlich schwieriger war die Situation am Lkw: Zunächst musste die schwere Ladung gesichert werden, bevor die Rettungsmaßnahmen fortgesetzt werden konnten. Für zwei Insassen eines Pkw kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Nach gut einer Stunde war das Übungsszenario beendet, und die Einsatzkräfte versammelten sich im Ostermünchner Feuerwehrhaus zur Manöverkritik. Einzige Anmerkung: Der Lkw-Fahrer war in der ersten Rettungsphase versehentlich außer Acht gelassen worden (er war aber auch nicht verletzt) und die Absicherung des engen Übungsareals hätte im Dunkeln der Nacht etwas besser sein können.

Bürgermeister ist
von Leistung angetan

Trotzdem waren sich alle einig: Die Übung war ein voller Erfolg – realistisch, lehrreich und perfekt organisiert. Und nach der anstrengenden Arbeit hatten sich alle Einsatzkräfte die wohlverdiente Brotzeit redlich verdient. Angetan von den Leistungen zeigte sich auch Bürgermeister Georg Weigl. „Die Großübung gestern war etwas Besonderes, da ein schwerer Unfall nachgestellt wurde und die technische Hilfeleistung der anwesenden Feuerwehren im Vordergrund stand“, betonte er. Wichtig war in seinen Augen auch die großflächige Ausleuchtung der Hubschrauberlandeplätze durch die Fahrzeuge. Sein Schlussfazit: „Die Zusammenarbeit der anwesenden Feuerwehren, die einer tatsächlichen Alarmierung entsprachen, und auch der Polizei funktionierte sehr gut.“

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