von Redaktion

Staatliches Bauamt sieht keine Chance auf Realisierung – Staatsstraße nicht breit genug

Tuntenhausen – Der Wunsch nach einer Querungshilfe an der Tillystraße in Tuntenhausen tritt in weite Ferne. Das Staatliche Bauamt in Rosenheim spielt hier nicht mit. Bei den Gemeinderäten herrschte darüber große Enttäuschung.

In der Sitzung vom Juli wurde das Gremium von Bürgermeister Georg Weigl informiert, dass der Antrag auf Errichtung einer Querungshilfe zur Stellungnahme an das Staatliche Bauamt Rosenheim weitergeleitet wurde.

Auch Zebrastreifen
hat keine Chance

Hintergrund: Die Unabhängige Liste Tuntenhausen stellte vor einiger Zeit den Antrag auf eine Querungshilfe, da an diesem Ort viele Tuntenhausener den Weg zum Edeka-Markt nehmen und dabei die viel befahrene Staatsstraße überqueren müssen (wir berichteten).

„Mittlerweile liegt die Stellungnahme vor“, sagte nun Bürgermeister Georg Weigl in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates – aber nicht so, wie es sich die Räte vorstellten. Denn das Bauamt hat erhebliche Gegenargumente aufgeführt. So müsste ein stark erhöhter Querungsbedarf für Fußgänger und Radfahrer bestehen und beidseitig zum Beispiel durch Geh- und Radwege eine Fortsetzung für die Querenden existieren oder geschaffen werden.

Diese Bedingungen sind nach Einschätzungen des Staatlichen Bauamtes in Tuntenhausen aber nicht gegeben. Begründung: Beim Bau einer Querungshilfe mit einer Mindestbreite von 2,50 Metern bleiben bei der aktuellen Fahrbahnbreite von rund sechs Metern noch 3,5 Meter Fahrbahnbreite, das heißt 1,75 Meter für jede Fahrtrichtung. Für eine sichere Durchführung des Winterdienstes ist aber mindestens eine Fahrbahnbreite pro Fahrstreifen von 3,75 Metern nötig.

Bei diesen Rahmenbedingungen, so das Bauamt, müsste die Staatsstraße 2358 im aktuellen Zustand eine Mindestfahrbahnbreite von zehn Metern aufweisen, was nicht der Fall ist. Damit scheidet eine Umsetzung aus, so die Verwaltung. Die Räte zeigten sich hierüber überhaupt nicht erfreut, vielen ist die Sicht bei Überquerung der Straße einfach zu schlecht, wie auch Christian Birmoser (Unabhängige Liste Tuntenhausen) herausstellte. „Neue Normen geben das einfach vor“, ergänzte Weigl. So ist auch ein Zebrastreifen, den einige Räte vorschlugen, nicht realisierbar, da dieser eine Überquerung von mindestens 50 Personen pro Stunde erfordert. Auch diese Zahl stieß auf wenig Verständnis unter den Räten. Wem es zu gefährlich sei, der müsse einfach die Querungshilfe am Kirchenparkplatz nutzen, so der Bürgermeister. Theresia Englhart (Frauenliste) verwies auf die vielen Rollator-Fahrer und Eltern mit Kindern und Kinderwagen. Auch Thomas Kranz (Liste 83104) sah hier ein gefährliches Potenzial. „Wir müssen dranbleiben“, forderte er.

Thema soll nicht
aufgegeben werden

Franz Reil (CSU/FWG) plädierte, doch einmal zwei Varianten aufzuzeichnen, „um zu sehen, ob nicht doch was geht.“ Bürgermeister Weigl zeigte sich dennoch skeptisch. „Am Bahnhof in Ostermünchen fordern wir seit 20 Jahren vergeblich eine Ampel oder Querungshilfe“, so der Rathauschef.

Der Beschluss, den Antrag der Unabhängigen Liste Tuntenhausen auf Errichtung einer Querungshilfe an der Tillystraße aufgrund der negativen Stellungnahme des Staatlichen Bauamtes nicht weiter zu verfolgen, wurde deshalb einstimmig abgelehnt. Die Gemeinderäte wollen nach wie vor hier eine Gefahrenminderung. So wird man nun einmal zuerst Planzeichnungen erstellen.

Nein zur Querungshilfe

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