von Redaktion

Großer Andrang beim traditionellen Krauthobeln in Maxlrain – 13 Tonnen wurden verarbeitet

Maxlrain – Es wurde wieder geschnitten, gehobelt und geratscht: Vor dem Bräustüberl in Maxlrain fand in den vergangenen Tagen wieder das traditionelle Krauthobeln statt – ein Brauch, der tief in der bayerischen Kultur verwurzelt ist und in Maxlrain wieder auflebt.

Mit scharfen Hobeln, festen Händen und viel guter Laune wurde frischer Weißkohl in feine Streifen geschnitten und nach Hause transportiert. Ob Jung oder Alt – viele schauten auch nur neugierig dem Treiben zu. Rund um das Krauthobeln gab es natürlich Gelegenheit zum Ratschen oder um im Bräustüberl einzukehren.

Frisch und
aus der Region

„Das gehört einfach zum Herbst dazu“, sagte eine Besucherin, während sie ein Glas frisch eingelegtes Sauerkraut probiert. „Es erinnert an früher – und es schmeckt einfach besser, wenn man sieht, wie es gemacht wird.“ Mehr als elf Tonnen Ismaninger Weißkohl haben die Beyhartinger Landfrauen in diesem Jahr geordert. Und die Menschen, die wieder selbst „krauten“ wollen, werden immer mehr, sagte Andrea Rummelsberger. So war es nicht selten, dass Scharen zum Zelt am Bräustüberleingang kamen und sich geduldig in die lange Schlange, die oftmals bis zur Staatsstraße reichte, einreihten. Besonders erfahrene Krautkäufer hatten einen Leiterwagen dabei, um ihre schwere Fracht zum Auto oder zu Fuß nach Hause zu bringen. Andrea Rummelsberger sieht in der Nachhaltigkeit und dem einzigartigen Geschmack des Ismaninger Krauts den Grund für den großen Zulauf.

Wurzeln liegen
80 Jahre zurück

Die Landfrauen aus Beyharting und Umgebung sowie Bruckmühls Altbürgermeister Franz Xaver Heinritzi schuften dann fünf Tage lang. Sie wiegen, portionieren und hobeln tonnenweise Ismaninger Weißkraut. Inzwischen wissen die Fans von Sauerkraut, Krautsalat, Rohkost und Kohlroulade schon genau, wann die Krauderer ihren Hobel wieder anwerfen. Und so wird die Nachfrage von Jahr zu Jahr größer. „Das Krauteinmachen erlebt eine wahre Renaissance“, weiß auch Heinritzi zu berichten. Er ist glücklich darüber, dass die Tradition, die sein Vater vor über 80 Jahren in der Region begründete, von den Landfrauen fortgeführt wird. Wie jedes Jahr stammt das Kraut wieder aus den Feldern der Krautbauern Anton und Michael Wagner in Ismaning. „Das Ismaninger Weißkraut ist besonders mild und bekömmlich“, schwärmt Heinritzi. Elf Tonnen wurden diesmal für das Maxlrainer Krauthobeln angeliefert. Und das reichte nicht einmal, sodass man am Montag noch schnell zwei Tonnen nachorderte und aus Ismaning herankarrte.

Gegen den Appetit war kein Kraut gewachsen

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