von Redaktion

Ärger rund um die Freisportanlagen bei der St.-Georg-Schule – Betroffene schalten Bürgermeister ein

Bad Aibling – Die Fläche mit den Freisportanlagen im Norden des Areals, auf dem die St.-Georg-Schule steht, sorgt weiter für Verärgerung bei einigen Anliegern. Bei der Bürgerversammlung im Bad Aiblinger Kurhaus berichteten sie nicht nur von zunehmender Lärmbelästigung durch Kinder und Jugendliche, die auf dem Gelände außerhalb der Öffnungszeiten herumtollen oder sich Ballspielen widmen. Wenn sie die Jugendlichen auf ihr unerlaubtes Verhalten ansprechen würden, seien sie bereits mehrfach massiv beleidigt worden. Auch Prügel sei ihnen schon öfter angedroht worden. „Ich habe Angst um mein Kind und meine körperliche Unversehrtheit“, begründete Alexander Kraft in der Versammlung, warum er zusammen mit Sönke Steiner und Andrea Korsten in einem Brief an die Stadt konkrete Maßnahmen fordert, die die Interessen der Anrainer berücksichtigen.

Forderung nach
Wach- und Schließdienst

Die gewünschte Abhilfe soll sie vor derlei Attacken schützen und ihnen gleichzeitig Ruhe zu den Zeiten bescheren, an denen die Anlage offiziell nicht genutzt werden darf – werktags ab 20 Uhr, samstags zur Mittagszeit sowie an Sonn- und Feiertagen.

Die Unterzeichner des Schreibens bringen unter anderem den Erlass einer Satzung ins Spiel, die die Verhängung von Bußgeldern „bei wiederholten Verstößen“ ermöglicht. Auch von Absperrungen, beispielsweise einem Zaun, zusätzlichen Toren und Schranken, erhoffen sie sich eine Verbesserung ihrer Situation.

Neben einer besseren Kommunikation mit der Stadtverwaltung und einer verbesserten Beschilderung treten sie zudem für „die verstärkte Kontrolle durch einen Wach- und Schließdienst“ ein. Er soll nach den Vorstellungen der Anwohner regelmäßig Präsenz zeigen, die Einhaltung der Ruhezeiten überwachen und bei Bedarf deeskalierend eingreifen. „Das Ziel dieses Antrags ist es nicht, Kindern und Jugendlichen das Spielen zu verwehren. Wohl aber, die berechtigten Interessen der Anwohner auf Ruhe und Unversehrtheit zu schützen und durch eine wirksame Struktur Konflikte zu vermeiden. Es geht um ein faires Miteinander und um eine ausgewogene Balance zwischen öffentlicher Nutzung und privater Lebensqualität“, heißt es in dem Schreiben.

Bürgermeister Stephan Schlier versicherte, dass er das Anliegen der Antragsteller sehr ernst nehme, eine Lösung des Problems allerdings nicht so einfach sei. Er erinnerte auch daran, dass der Stadtrat an seiner Zielsetzung, die Sportfläche außerhalb der Unterrichtszeiten für die allgemeine Nutzung zur Verfügung zu stellen, auch nach Bedenken festgehalten habe, die Anwohner bereits im Vorjahr diesbezüglich artikuliert hätten. „Damals waren das knapp 30 Leute, die Zahl der Beschwerdeführer ist schon deutlich gesunken“, sagte Schlier.

Der Rathauschef erinnerte daran, dass in einem Gespräch mit den Anliegern im Vorjahr vereinbart worden sei, die Situation ein Jahr zu beobachten und sich des Themas dann nochmals anzunehmen. Diese Frist sei im Sommer abgelaufen. Er versprach, er werde den Stadtrat nochmals mit der Problematik befassen – insbesondere mit Blick auf die Anregung nach Errichtung eines Zauns und den Erlass einer Satzung, die die Grundlage für die Verhängung von Bußgeldern darstellen könnte. „Darüber haben wir noch nicht geredet“, so Schlier.

Doch bereits bei der Versammlung zeigte er den Antragstellern auf, wo seiner Ansicht nach die Grenzen des Machbaren liegen. „Die Beauftragung eines Wach- und Schließdienstes ist wegen der hohen Kosten nicht zu stemmen.“ Unabhängig von der Frage des Nutzens solcher Maßnahmen könnten auch bauliche Veränderungen nicht so ohne Weiteres vorgenommen werden. „Wir müssen Flucht- und Rettungswege beachten und bräuchten ein aktualisiertes Brandschutzkonzept“, sagte Schlier.

Stephan Schlier sieht
Grenzen des Machbaren

Gegen den Vorwurf mangelnder Kommunikation nahm er die Stadtverwaltung in Schutz. „Der Hausmeister ist angewiesen, nach dem Rechten zu schauen. Natürlich ist der in seiner Freizeit nicht immer zu Hause. Der Ordnungsamtsleiter war immer wieder vor Ort und hat den Anwohnern sogar seine private Handynummer gegeben“, berichtete der Bürgermeister. Erkenntnisse über gravierende Vorfälle gebe es nicht.

Schlier machte zudem deutlich, dass ihm seitens der Schulleitung versichert worden sei, auf dem Sportplatz gebe es keine Probleme mit Vandalismus oder Vermüllung. Auch die Polizei sei schon mehrfach angerückt, habe seiner Kenntnis nach aber ebenfalls keine besorgniserregenden Erkenntnisse gewonnen.

Sebastian Thurnhuber, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bad Aibling, bestätigt die Aussage des Bürgermeisters. „Wir hatten vereinzelt Einsätze in diesem Bereich, einen Brennpunkt stellt er aus unserer Sicht jedoch nicht dar.“ Die Polizei könne das Areal aber nicht jeden Abend bestreifen.

Er verstehe beide Seiten, versichert Thurnhuber, dennoch: „Es ist besser, Kinder und Jugendliche spielen Fuß- oder Basketball, bevor sie irgendeinen Unfug anstellen. Man muss ihnen halt eine Möglichkeit bieten, sich sinnvoll zu beschäftigen“, sagt er. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Polizei bei Bedarf entschlossen handeln werde und die Bürger jederzeit den Notruf wählen könnten, wenn sie sich in Gefahr sähen. „Bei Störungen der Sicherheit schreiten wir natürlich sofort ein“, versichert der stellvertretende Dienststellenleiter.

Die Emotionen im Saal kochten kurzzeitig ein wenig hoch, als sich Alexander Wolff zu Wort meldete und bekannte, ihm blute angesichts dieser Diskussion das Herz. „Bitte lasst die Kinder doch einfach spielen“, appellierte er an die Antragsteller. „Hier werden Profilneurosen ausgelebt. Das geht zu weit“, erwiderte ihm Andrea Korsten. Sie kenne eine ältere Bewohnerin, die sich schon kaum mehr raustraue, wenn außerhalb der Schulzeiten auf dem Gelände Betrieb herrsche. „,Ich hau dir in die Fresse.‘ Auch solche Sätze sind schon gefallen“, verdeutlichte sie nochmals die Dringlichkeit des Anliegens.

Anwohner fordern Zaun und Bußgelder

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