Bruckmühl – Die „humorige Reise durch die Welt der Klassik“, die die Sopranistin Doris Langara und der Tenor Andreas Sauerzapf, unterstützt von Chris Sturm am Klavier, den Besuchern in der Bruckmühler Kulturmühle präsentierte, war in zwei Handlungsstränge gegliedert. Im ersten Teil berichtete ein junger Mann (Andreas Sauerzapf) musikalisch anhand seines Tagebuchs über Erfahrungen mit der Damenwelt.
Diese war ihm bereits in Gestalt der Schauspielerin Adele, einer feschen, lebenshungrigen Dame und einer schwermütigen Lady, jeweils gesungen und gespielt von Doris Langara, begegnet und hatte ihm das Leben nicht immer leicht gemacht. Trotzdem bekennt er mit Inbrunst „Gern hab‘ ich die Frauen geküsst“ (Franz Lehár), auch wenn es ihm entgegentönt „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ (aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß, Sohn).
Der musikalische Reigen, wunderbar abwechselnd einzeln oder im Duett vorgetragen von Doris Langara und Andreas Sauerzapf, der aktuell fest zum Ensemble der Staatsoperette Dresden gehört, umfasste unter anderem die Melodien „Von was leben die Leut“ (Franz Engel), „Meine Lippen, die küssen so heiß“ (aus der Operette „Giuditta“ von Franz Lehár), „Josef, ach Josef“ („Madame Pompadour“ von Leo Fall), „Mädel guck“, („Die Czárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán) und „Ich bin ein unverbesserlicher Optimist“ (Hermann Leopoldi). Das Publikum in der Kulturmühle ließ sich von Anfang an von den „Geschichten zum Lachen und Träumen“ gefangen nehmen und summte die eine oder andere Partie mit.
Beeindruckend interpretierte Doris Langara die „Pamina“ aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, bevor es mit dem Duett „Im Feuerstrom der Reben“ („Die Fledermaus“ von Johann Strauß Sohn) unter kräftigem Applaus in die Pause ging.
Der zweite Teil stand im Zeichen eines jungen Paares, das nach einem Konzertbesuch beseelt in Melodien von Johann Strauß junior. schwelgt. So erklangen „Wiener Blut“ (aus der gleichnamigen Operette von Johann Strauß, Sohn), „Wer uns getraut“, „Als flotter Geist“ (beide „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, Sohn), sowie „Trinke Liebchen“ („Die Fledermaus“ von Johann Strauß, Sohn). Ein mit viel Beifall bedachtes Solo von Chris Sturm am Klavier garantierte ihm nicht nur die Herzen der Besucher, sondern ermöglichte der Sängerin und dem Tenor auch eine Atempause und einen weiteren eindrucksvollen Garderobenwechsel für die fulminante Endstation der Reise. „Meine Liebe, deine Liebe“ („Land des Lächelns“ von Franz Lehár) und „Hurra, hurra, man lebt nur einmal“ („Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán) heizten nochmals kräftig ein.
Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum die Protagonisten des zu Herzen gehenden musikalischen Abends natürlich nicht von der Bühne, und so sorgten „Komm mit nach Várásdin“ („Die ungarische Hochzeit“ von Nico Dostal) und „Tanzen möchte ich“ („Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán) für den großartigen Abschluss eines rundherum gelungenen Abends in der Bruckmühler Kulturmühle.