von Redaktion

Bis zum 23. November zeigt die Galerie Markt Bruckmühl Werke der Künstlerinnen Mary Kim und Carolin Leyck. Was die Kunst der beiden unterscheidet – und letztlich doch auf beeindruckende Weise verbindet.

Zeugnisse der Lebenserfahrungen

Bruckmühl – „Figure and Ground“ („Figur und Boden“) lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl. Bei der Eröffnung stellte Kulturreferent und Marktgemeinderat Stefan Mager fest: „Es ist immer ein besonderer Moment, wenn sich ein Raum mit Kunst füllt – nicht nur im wörtlichen, sondern auch im emotionalen Sinne. Denn Kunst berührt, bewegt, irritiert und inspiriert.“

Inmitten eines
künstlerischen Dialogs

Eingangs seiner Einführungsrede konstatierte Wilhelm Christoph Warning: „Die Vielfalt der Kunst von Mary Kim und Carolin Leyck, die uns hier umgibt, setzt sich, zum einen, aus Zeugnissen zweier sehr unterschiedlicher Lebenserfahrungen und, damit verbunden, unterschiedlicher künstlerischer Wege zusammen. Zum anderen auch aus dem jahrzehntelangen Umgang mit den je eigenen schöpferischen Prozessen, die die Ausdrucksformen ihrer Kunst prägen.“ Weiter führte der Journalist, Publizist und Kunstkritiker aus: „Diese Ausstellung zeigt uns eine Zwiesprache, einen künstlerischen Dialog, den wir intensiv miterleben können, sind doch die Werke aufeinander bezogen präsentiert. Das heißt aber auch: Sie bieten nicht nur uns, die wir die Arbeiten betrachten, einen Dialog an, sondern sie führen auch ihrerseits einen Dialog miteinander. Und damit nicht genug, und mindestens so wichtig, können wir sie zudem in ihrer Beziehung zu den so unterschiedlichen Räumen hier im Haus erleben. Denn beiden Künstlerinnen ist der Raum wichtig.“

Bei Carolin Leyck sei es der Raum in den Bildern, also der zweidimensionale, flache Raum. „Trotzdem nimmt er uns zuweilen malerisch in eine Tiefe mit, oder bleibt undurchdringliche Fläche, gar Bühne für Farbgestalten. Übrigens ist diese offene Spannung zwischen Fläche und Tiefe – denn konkret bleibt das Bild ja immer flach, eines der wunderbaren Widersprüchlichkeiten der Malerei, die das Auge der Betrachtenden versinken oder abgleiten lassen kann. Sperrriegel oder illusionäre Welt.“

Anders stelle sich der Raum bei Mary Kim dar: „Sie lässt ihn aus Modulen auf unterschiedlichste Weise in die dritte Dimension wachsen, oft filigrane Skulptur werden, oder Objekt, zuweilen wie gefaltet. Sie gestaltet Innen- wie Außenraum, ihre Volumina sind nicht gemalt, sondern anfassbar. „Aber auch Mary Kim entführt uns hier und da auf kleinster Fläche noch einmal in einen minimalen Farbraum, wenn sie in ihrer Skulptur die Holzstreben mit Komplementärfarben versieht, und damit Räume farblich betont oder atmosphärisch akzentuiert, wenn ihre Farben in den Raum wirken.“

Bei dem Dialog gehe es darum, etwas zu erfahren. Das gilt für die Künstlerinnen, die, etwas pathetisch ausgedrückt, in jedem schöpferischen Prozess einen Erfahrungsweg durchleben. Und es gelte für die Betrachtenden, die, mit den Werken konfrontiert, in je eigener Art und Weise auf sie reagieren.

Beim Malen entsteht auf dem von Carolin Leyck meist grundierten Malgrund eine Form, eine Figur. Auch die Skulptur von Mary Kim bedarf eines Grundes, auf dem sie steht, oder mit dem sie spürbar verbunden ist. Die Laudatio mündete schließlich in ein Dreiergespräch zwischen dem Redner und den beiden Künstlerinnen zum Thema „Harmonie in ihrer Kunst“. Carolin Leyck erklärte: „Harmonie ist für mich das Gefühl, das alles im Gleichgewicht ist. Meine Bilder entstehen in einem langen Prozess.“

Harmonisches
Miteinander

Mary Kim bekannte: „Meine Harmonie ist die Offenheit im Zusammenwirken mit den Werken von Carolin Leyck.“

Abschließend bedankte sich Galerie-Leiterin Cornelia Ahrens bei Wilhelm Christoph Warning für seine Ausführungen und legte dem Publikum, darunter Marktgemeinderätin Dr. Monika Mager und Künstler aus der Region, die Ausstellung ans Herz.

Die Ausstellung mit 36 Werken von Mary Kim und 39 von Carolin Leyck ist in der Galerie Markt Bruckmühl (Telefon 08062/5307) noch bis zum 23. November zu sehen. Geöffnet ist sie mittwochs von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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