Bad Aibling – Dank seiner intensiven Nachforschungen zu dessen Person konnte Manfred Schaulies, der das Archiv des Historischen Vereins im Heimatmuseum leitet, jetzt weitere drei Bilder des 1979 in Bad Aibling verstorbenen Kunstmalers Wilhelm Selch für das Museum sichern.
Eine Bad Aiblingerin überließ ihm ein Gemälde, das eine Almhütte zeigt, die Darstellung eines Schwarzwald-Hauses sowie ein Bild des Künstlers, das eine Familie mit Pferd zeigt. Eine Kopie des berühmten Leibl-Bildes „Die drei betenden Frauen“, die ebenfalls von Selch stammt, befindet sich seit vielen Jahren im Museum.
Zeitungsbericht
hat positive Folgen
Mit dem Bemühen von Schaulies, die Herkunft dieser Kopie zweifelsfrei zu klären, nahm die jetzige Schenkung ihren Anfang. Der Mangfall-Bote berichtete im Frühjahr dieses Jahres über den bis dato unbekannten Schöpfer der Kopie, der sich auf seinem Werk lediglich mit dem Schriftzug „W. Selch. 1948“ verewigt hatte. Schaulies hatte in dem Text einen neuen Versuch angekündigt, das Rätsel zu lösen. Er brachte zwar den Schriftzug schon damals mit Selch in Verbindung, eindeutige Belege für das Zutreffen dieser Vermutung hatte er jedoch nicht.
Der Erfolg stellte sich rasch ein. Unmittelbar nach der Veröffentlichung in den OVB-Heimatzeitungen meldeten sich unter anderem noch lebende Verwandte von Selch und weitere Zeitzeugen, die mit Informationen über den Maler dienen konnten.
Wertvolle Infos
aus Schweden
Auch ein Foto des mittlerweile abgerissenen Elternhauses von Selch in der Eichenstraße 14 in Bad Aibling, in dem der Künstler lange Zeit gewohnt hatte, fand auf diese Weise den Weg ins Archiv des Historischen Vereins. Gemeldet hatte sich außerdem ein ehemaliger Aiblinger, in dessen Besitz sich das von Selch gemalte Bild „Der alte Bauer“ befand. Er übereignete es dem Heimatmuseum.
„Mittlerweile ist klar, dass die Kopie von Selch stammt“, sagt Schaulies, der die Berichterstattung in der Heimatzeitung „als sehr hilfreich für mein Anliegen“ bezeichnete. Jüngste Kontakte, die er bei seinen Nachforschungen knüpfen konnte, lassen für ihn jetzt zweifelsfrei einen weiteren Rückschluss zu. „Wilhelm Selch war ein Auftragsmaler, der sowohl eigene Bilder schuf, als auch gegen Bezahlung Kopien von Kunstwerken anfertigte.“
Als ergiebig erwies sich für den Heimatforscher unter anderem der Kontakt zu Eva Tiefenbacher, die mittlerweile in Schweden lebt. Sie hat Wurzeln in der Kurstadt und pflegt noch heute Verbindungen nach Bad Aibling. Schaulies berichtete sie davon, dass ihr Großvater Karl Tiefenbacher und Selch dasselbe Kunstinstitut in Österreich besucht hätten, um Kenntnisse in der Malerei zu erwerben.
„Leider erinnerte sich Tiefenbacher nicht mehr an weitere Details dazu, da muss ich noch nachhaken“, sagt Schaulies. Per E-Mail schickte Tiefenbacher dem Archivleiter jedoch Fotos von drei Selch-Bildern, die heute im Haus ihrer Mutter hängen. Tiefenbacher hat Hinweise darauf, dass ihre Großeltern 1966 in den Besitz der Gemälde kamen.
Bei den drei Bildern handelt es sich um eine Darstellung von Frauenchiemsee, eine in die Winterlandschaft eingebettete Berghütte im Wendelstein-Gebiet und ebenfalls eine Kopie des Gemäldes „Der alte Bauer“ – das gleiche Motiv, das ich mittlerweile auch im Heimatmuseum befindet.
Auf der Suche
nach einem Katalog
Ein wichtiger Mosaikstein bei seinen Nachforschungen zu Selch fehlt Schaulies allerdings noch. „Leider habe ich bisher noch keinen Katalog gesehen, mit dem er bei potenziellen Kunden vorgesprochen und um Aufträge geworben hat. Daran wäre ich natürlich sehr interessiert“, betont der Archivleiter.
Wer ihm mit einem Hinweis weiterhelfen kann, kann sich montags oder dienstags an ihn wenden. An diesen beiden Tagen ist er unter der Telefonnummer 08061/7283 untertags im Heimatmuseum erreichbar.