Bad Aibling/Willing – Als lockerer Zusammenschluss von Gleichgesinnten versteht sich die Initiative „Mütter beten für ihre Kinder“, die sich einmal wöchentlich etwa für eine halbe Stunde in der Willinger Kirche trifft. „Mittlerweile sind wir über 20 Frauen, die im Durchschnitt mitmachen“, sagt Annemarie Reimeier. Sie ist 51 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, wohnt in Mitterham bei Willing und gab zu Pfingsten im Jahr 2017 zusammen mit Agnes Stadler den maßgeblichen Impuls.
Aus kleinen Anfängen habe sich eine Gemeinschaft gefunden, die eine sehr große Verbundenheit untereinander präge. Martina Bürger (46), die sechs Kinder hat, begrüßt vor allem den ökumenischen Charakter der regelmäßigen Zusammenkünfte. Zusammen mit Heidi Zehetmaier (49), Mutter von drei Kindern, umrahmt sie den zum Gebet gehörenden Gesang der Frauen abwechselnd mit Gitarrenklängen.
Johanna Knorr (27) gehört zu den jüngeren Teilnehmerinnen. „Das ist eine schöne Sache. Ich bin dabei, weil ich weiß, dass Gott seine schützende Hand über mich hält – vor allem auch dann, wenn man an die Grenzen seiner eigenen Möglichkeiten gerät“, sagt die zweifache Mutter aus Willing. Resi Dietrich (68) aus Bad Aibling, Mutter von vier Kindern und längst stolze Oma, pflichtet Knorr bei. „Die Kraft eines einzelnen Menschen reicht in vielen Belangen oft nicht aus, da hilft mir das gemeinsame Beten.“
Der Ablauf der wöchentlichen Gebetstreffen ist im Wesentlichen immer derselbe. Jeweils dienstags um 8.45 Uhr treffen sich die Mütter in der Willinger Kirche. Als Leitfaden dient ihnen ein offizielles Gebetsheft. Die Gebetsanliegen beschränken sich dabei nicht allein auf die eigenen Kinder. „Wir sprechen ein Dank- und ein Bittgebet, und wir beten natürlich auch für die Väter und unser Umfeld“, erläutert Annemarie Reimeier. Das gemeinsame Beten habe durchaus einen „globalen Hintergrund“, sagt sie. Als schön empfinden ausnahmslos alle Teilnehmerinnen der Initiative, dass in ihren Reihen sämtliche Altersgruppen vertreten sind – Mütter mit kleinen Kindern ebenso wie Omas. „Es ist kein Problem, wenn auch Kinder bei unseren Treffen mit dabei sind. Das ist sogar ausdrücklich erwünscht“, sagt Heidi Zehetmaier. Dass man sich in einer Kirche zum Dialog mit Gott trifft, das empfindet Martina Bürger als wichtig. „Zuhause wäre die Ablenkung wegen der Kinder zu groß.
Wir wollen die halbe Stunde ja konzentriert durchhalten“, betont die 46-Jährige. Dass sich aus der Mütterinitiative in den acht Jahren ihres Bestehens mittlerweile eine zweite Gruppe herausgebildet hat, die ihr Anliegen teilt, freut die Beterinnen. Der Hintergrund ist pragmatischer Natur. „Diese Frauen hatten vormittags schlecht Zeit. Deshalb beten sie einmal im Monat abends in der Bad Aiblinger Sebastianikirche“, weiß Annemarie Reimeier. „Wer gerne mit uns betet, ist jederzeit willkommen“, versichert Reimeier. Bei Rückfragen steht sie unter Telefon 08061/ 939860 zur Verfügung. tt