Bad Aibling – Die Trauerbeflaggung vor dem Bad Aiblinger Rathaus kündigt die bestürzende Nachricht bereits an. Andreas Mennel, bis zuletzt Stadtkämmerer, ist im Alter von 59 Jahren nach schwerer Krankheit am vergangenen Mittwoch gestorben. Noch vor einigen Wochen war der Bad Aiblinger in öffentlichen Stadtratssitzungen zu sehen, stand Rede und Antwort zum Thema Finanzen. Insgesamt war er über 40 Jahre für die Stadt aktiv. Und auch wenn seine langjährigen Wegbegleiter um seine gesundheitliche Situation wussten, sorgt der Tod Mennels nun nicht nur bei seiner Familie und in der Stadtverwaltung für große Bestürzung.
„Er war ein sehr engagierter Mensch, ehrenamtlich leistete er unheimlich viel in der Gemeinde und der Pfarrei“, sagt seine Schwester Gabriele Stigloher gegenüber dem OVB. Seine Art, sein Handeln seien immer selbstlos gewesen. Selbst in den vergangenen drei Jahren, in denen er an der schweren Krankheit litt, stand er ausnahmslos für Hilfsbereitschaft. Laut Gabriele Stigloher war ihr Bruder ein sehr gläubiger Mensch, der im Glauben viel Halt gefunden hat. „Er durfte jetzt im Kreise seiner Familie gehen“, erzählt Stigloher.
Für die Öffentlichkeit war Mennel tief in der Aiblinger Verwaltung verwurzelt. Bereits nach seiner Schullaufbahn stieg er 1983 als Angestellter bei der Stadt ein. „Er war hoch angesehen, seine Art war geprägt von Freundlichkeit und Menschlichkeit“, sagt Bürgermeister Stephan Schlier über den Verstorbenen, der 1985 als Verwaltungsassistenzanwärter, 1993 als Beamter auf Lebenszeit, 1996 als Diplom-Verwaltungswirt im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst und schließlich seit 2007 als Fachbereichsleiter der Finanzverwaltung aktiv war. „Er hat sich als Lehrling zum Stadtkämmerer hochgearbeitet“, würdigt Schlier die außergewöhnliche Laufbahn Mennels.
„Die Nachricht seines Todes hat mich und alle Mitarbeiter der Stadt tief getroffen“, schildert der Bürgermeister die Gefühlslage im Rathaus. Auch wenn er von der schlimmen Krankheit wusste, würden ihm nun schlicht die Worte fehlen. Denn: Mennel war sich keiner Aufgabe zu schade. „Er war der pflichtbewussteste Mensch, den ich kenne.“ Dies zeigte sich sogar noch am Tag seines Todes, als er sich Stunden zuvor noch nach dem Ablauf der Sitzung des Aiblinger Hauptverwaltungsausschusses erkundigte. Für Schlier selbst stand nun ein „sehr schwerer Gang“ an, da er von Büro zu Büro ging und die städtischen Mitarbeiter persönlich über die traurige Nachricht informierte. Nach Angaben der Stadt ist Mennel „viel zu früh von uns gegangen“.
Laut Schlier habe man in Bad Aibling, beispielsweise am Rathaus, Trauerbeflaggung für die gesamte Woche angebracht. Mennel hinterlässt seine Mutter sowie einen Bruder und eine Schwester. Am Montag, 27. Oktober, findet um 18.45 Uhr ein Sterberosenkranz mit vorheriger Aussegnung in der Kirche St. Jakobus in Willing statt. Am darauffolgenden Dienstag wird Mennel nach dem heiligen Seelengottesdienst (10Uhr, ebenfalls in der Willinger Kirche) im Kirchenfriedhof beerdigt. Das Rathaus und die Stadtverwaltung Am Klafferer, der Bauhof sowie das Klärwerk bleiben an diesem Dienstag ganztägig geschlossen. Nicolas Bettinger