Bruckmühl – „Leistungsprüfung in der Sollzeit bestanden, das war eine beeindruckende Leistungsdemonstration, Gratulation zu den souverän gemeisterten Aufgabenstellungen“, lautete vor Kurzem gleich zweimal an einem Abend das Fazit des dreiköpfigen Feuerwehr-Prüfungsteams um 19.47 und 20.33 Uhr im Scheinwerferlicht vor dem Waither Feuerwehrgerätehaus.
Nach einer intensiven, vierwöchigen Vorbereitungszeit hatten sich gleich zwei Feuerwehrteams der Freiwilligen Waither Ortsfeuerwehr dem anspruchsvollen Leistungstest der Stufen Bronze und Silber vor knapp 20 Zaungästen gestellt und mit hohem Professionalitätsgrad bestanden.
Wasserentnahme aus
fließendem Gewässer
Bei der Einsatzübung der sogenannten „Variante Zwei“ mussten die Floriansjünger durch eine Wasserentnahme aus einem fließenden Gewässer mit einer Saugleitung über einen Verteiler drei Strahlrohre mit Wasser aus C-Schläuchen versorgen. Nach dem finalen Aufbau sorgten noch drei simulierte Brandherde (mit Wasser gefüllte Eimer) für den letzten Stresstest.
Letztere mussten nach Vorgabe des Prüfungsdrehbuchs mit dem Wasserstrahl aus den Strahlrohren von ihren Podesten gespült werden. Die enge Zeitvorgabe von lediglich vier Minuten für das komplette Einsatzszenario sorgte für zusätzliche Pulsfrequenz. Als Schiedsrichter-Trio fungierte der Bruckmühler Kreisbrandmeister (KBM) Werner Maier-Matheke mit Unterstützung von Florian Huber, Kommandant der Beyhartinger Wehr, und Josef Baumann von den Mietrachinger Floriansjüngern.
Bevor es aber an die komplexe Aufgabenstellung ging, wurden das theoretische Feuerwehr-Fachwissen der beiden eingesetzten Gruppenführer mit diversen Fragestellungen sowie die praktischen Grundfertigkeiten der Feuerwehrkameraden, wie dem richtigen Anlegen von Rettungsknoten, auf den Prüfstand gestellt.
Im Anschluss daran ging es für die beiden nacheinander agierenden Feuerwehrteams richtig zur Sache. Nun war auch die Anspannung unter den Feuerwehrkameraden zu spüren. Unmittelbar nach Abgabe der Lageschilderung mit Einsatzbefehl durch die eingesetzten Gruppenführer, „Brand eines Nebengebäudes, keine Menschen und Tiere in Gefahr, Wasserentnahmestelle ist der Goldbach neben dem Feuerwehrhaus, Aufbau einer Saugleitung mit Verteiler, Brandbekämpfung mit drei Strahlrohren, zum Einsatz fertig“, drückte das Prüferteam auf die Starttasten der Stoppuhren.
Mit kurzen, teils lauten Kommandos wurden die einzelnen Aufgaben zwischen den Feuerwehrlern abgesprochen. Die Einsatzverteilung war dabei klar strukturiert. Teilweise legten die Feuerwehrler im Sprinttempo in ihrer Einsatzbekleidung mit schweren Einsatzgerät „bewaffnet“ die zu absolvierenden Laufstrecken zurück.
Trotz des hohen Arbeitstempos musste jeder Handgriff sitzen, die Eigensicherheit beachtet und mögliche Fehler im Ablauf bereits im Ansatz vermieden werden, denn jeder Fehler wurde mit Strafpunkten der aufmerksamen Prüfer bestraft.
Am Ende hatte sich das hohe Einsatzengagement für alle beteiligten 15 Waither Feuerwehrkameraden gelohnt. Nach der knapp zweistündigen Prüfung bescheinigte KBM Maier-Matheke beiden Prüfgruppen ein hohes Leistungsniveau mit beeindruckenden Motivationsgrad sowie eine eingespielte Vorgehenseise, gepaart mit einem sicheren Handling der Einsatzgeräte. Dabei hob er noch einmal den hohen Stellenwert der Leistungsprüfungen hervor, „damit werden die elementar wichtigen Basics der Feuerwehrarbeit auf den Prüfstand gestellt, Danke für euer Engagement.“
Großer Beifall von
den Zuschauern
„Die wenigen und vor allem kleinen Fehler schlagen in der Gesamtbewertung überhaupt nicht zu Buche“, bemerkte dazu abschließend Schiedsrichter Baumann. Im Anschluss daran erhielten die Waither Feuerwehrler unter großem Beifall der Waither Zuschauer ihre neuen Uniformabzeichen.
Der Waither Kommandant Robert Forstner zeigte sich bei seiner Nachbetrachtung „stolz auf meine Männer“. Ähnlich kurz machte es auch sein Stellvertreter und Ausbilder Josef Hanfstingl. Sein Kurz-Fazit: „Des hod scho so ois passt.“