Ein Frühstück gegen die Einsamkeit

von Redaktion

Viel Lob für Projekt der Georgsschule – Regelmäßige Treffen im Pfarrheim

Bad Aibling – Austausch zwischen den Generationen, Kampf gegen Einsamkeit und Förderung des Bewusstseins für soziales Engagement bei Schülern: Diese drei Ziele verfolgt das „Mittwochs-Frühstück“ im Pfarrheim Sankt Georg – ein gemeinsames Projekt der Pfarrgemeinde Sankt Georg und der benachbarten Georgsschule. Es wurde im Vorjahr auf Initiative von stellvertretender Schulleiterin Anabel Metz ins Leben gerufen und wird aufgrund der positiven Erfahrungen, die bisher mit dem Angebot gemacht wurden, im neuen Schuljahr fortgesetzt.

Für ein Zusammenwachsen der Gesellschaft

Gleich der ersten Einladung im zweiten Jahr folgten kürzlich zahlreiche Teilnehmer – überwiegend Senioren, die sich sehr angetan von dem Projekt zeigten. „Mir gefällt es hier sehr gut. Wir beide sind fast jedes Mal dabei“, sagt beispielsweise Marianne Bachmaier, die gemeinsam mit ihrer Tochter Franziska gekommen war.

Kaffee, Tee, Mineralwasser, frische Semmeln, Brezen, Wurst und Käse gehören unter anderem regelmäßig zum kulinarischen Spektrum, welches den Gästen offeriert wird. Die Schüler der Vorbereitungsklasse 1 (VK 1), die der im kommenden Schuljahr folgenden Mittleren Reife in der M 10 vorgelagert ist, kümmerten sich an diesem Vormittag nicht nur liebevoll um die Bewirtung der Gäste, sie haben auch passend zur Jahreszeit für eine herbstliche Tischdekoration gesorgt. Die Aufräumarbeiten und das Spülen in der Küche gehören ebenso zu den Tätigkeiten, die für sie mit dem Projekt verbunden sind.

Dass die VK 1 heuer als Gastgeber fungiert, hat einen einfachen Grund. „Es ist meine Klasse. Wir machen viel Projektarbeit im Unterricht. Da ist das Üben in der Praxis eine sehr wichtige Ergänzung“, sagt Anabel Metz. Die Idee zu diesem Frühstück sei nach dem Umzug ins neue Schulgebäude im Januar 2024 in einer Lehrerkonferenz geboren worden. „Wir wollten ein Sozialprojekt umsetzen, das mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen in Einklang steht. Eines der Ziele des damit verbundenen Aktionsplans ist die Förderung inklusiver Gesellschaften. Man muss im Kleinen anfangen, das Zusammenwachsen der Gesellschaft zu fördern“, ist die Pädagogin überzeugt.

Bei Pastoralreferentin Gabriele von Reitzenstein stößt sie damit auf offene Ohren. Sie kommt nahezu regelmäßig zu den Treffen und erachtet sie als „sehr sinnvoll“. Ihr ist wichtig, „dass sich die Kirche beteiligt“. Der Austausch zwischen den Generationen und der Kampf gegen die Einsamkeit seien auch wichtige Anliegen der Seelsorge, sagt sie und erfährt Zustimmung von ihrer Kollegin Brigit Hölper-Wendling, die sich überwiegend der Seniorenarbeit widmet. „Ich bewerbe das Projekt, so gut es geht“, berichtet sie. Im Rahmen der Besuchsdienste für meist ältere Menschen, die die Kirche anbiete, habe sie in Sachen Frühstück schon viele positive Reaktionen vernommen.

Wie gut der Frühstückstisch ankommt, macht Claudia Nietmann an einem anderen Beispiel deutlich. Sie gehört zu den ehrenamtlichen Helfern aus den Reihen der Pfarrgemeinde, die sich beim „Mittwochs-Frühstück“ einbringen. „Das läuft alles auf Spendenbasis. Die Gäste geben gerne was her“, so ihre Erfahrung. Das gesammelte Geld stelle die Schule dann für einen guten Zweck zur Verfügung.

Dass auch Pfarrer Philipp Kielbassa zur Premiere im Herbst vorbeikam, freute nicht nur das Initiatoren-Team. Er genoss sein Frühstück und zog ebenfalls eine positive Bilanz. „Das ist eine tolle Sache, die im ersten Jahr gut gelaufen und im zweiten gut angelaufen ist. Ich hoffe, dass das so bleibt“, so der Geistliche.

Das hofft auch Georg Knabl, der mit seiner Frau Maria immer wieder mal vorbeikommt. Der bekannte Aiblinger, der lange Jahre an der Spitze eines noch heute von der Familie geführten Umzugsunternehmens stand, findet das Projekt „sehr nett“ und erachtet es als pädagogisch wertvoll. „Es ist wichtig, dass dadurch bei den Schülern Verständnis für das Miteinander und soziales Engagement geweckt werden“, betont er und befindet sich damit auf einer Wellenlänge mit Pfarrgemeinderätin Hedi Westphal, die diese Auffassung teilt.

„Wir sind wirklich alle mit Feuereifer dabei“, versichert die 16-jährige Antonia Behrens, die an diesem Vormittag für das Kaffeekochen zuständig war. Ihr gleichaltriger Klassenkamerad Fran Krijan bestätigt sie. Er half beim Aufstellen von Tischen und Stühlen und begrüßte jeden Gast persönlich am Eingang zum Pfarrheim. „Das Begrüßen macht mir besonders viel Spaß“, gesteht er freimütig und freut sich schon darauf, wenn er im nächsten Monat wieder die Hände glücklicher Menschen schütteln darf, für die das Frühstück weit mehr als nur Nahrungsaufnahme ist.

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