Irschenberg/Bad Feilnbach – Vor knapp 20 Jahren wurde die Ärztin Dr. Erika von Boeckmann-Luibl aus Prien zu Grabe getragen. Vor ihrem Tod hatte die alleinstehende Ärztin ihren Nachlass in Form einer Stiftung zum Wohle der Kinder im Caritas Kinderdorf Irschenberg geregelt. Zu Lebzeiten hatte sie 2005 verfügt, dass ihr Vermächtnis über ihren Tod hinaus, Kindern und Jugendlichen in Not helfen soll. Grund genug für eine kleine Delegation, der Stifterin zum 20. Jahrtag der Stiftungsgründung in Form einer Grabsegnung Anerkennung und Dank zu zollen.
Mit Genugtuung würde Dr. von Boeckmann-Luibl auf die Gruppe auf dem Friedhof in Bad Feilnbach blicken, denn das Erbe der Stifterin kommt lange nach ihrem Ableben noch immer Mädchen und Jungen zugute, die einen denkbar unglücklichen Start ins Leben erfahren mussten. Und das wird auch in ihrem Sinne weitere Jahrzehnte so sein, weiß Hannes Klapos, Verwaltungsleiter im Caritas Kinderdorf, der sich um die Stiftung und Zustiftungen kümmert: „Die als gemeinnützig anerkannte Dr. Erika von Boeckmann-Luibl Kinderdorf Stiftung hat heute rund 30 Prozent mehr Vermögen als zum Zeitpunkt der Gründung.“ Denn das einmal eingebrachte Kapital bleibt auf Dauer erhalten – das ist das Besondere an einer Stiftung. Lediglich aus den Erträgen, wie Zinsen und Mieteinnahmen, werden Projekte und Maßnahmen finanziert.
Der Stiftungszweck sieht vor, den Erhalt und Betrieb des Caritas Kinderdorfs zu sichern und durch Zuwendungen über die Dorfleitung die betreuten Mädchen und Jungen gezielt zu fördern. „Viele Projekte sind nur dank der Stiftung möglich, wie unsere Rabenmoos Alm, eine sozialpädagogische Bildungsstätte in den Ruhpoldinger Bergen oder Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität unserer Jugendlichen durch beispielsweise einen Zuschuss zum Führerschein“, erklärt Klapos, der als Vertreter der Stiftungsgründung vor 20 Jahren mitwirkte.
In seiner Funktion als Vorstand werden er und Axel Hannemann, Geschäftsleitung der Caritas-Zentren Oberbayern, vom Stiftungsrat beaufsichtigt. Dieser besteht aus Diözesan-Caritasdirektor Prof. Dr. Hermann Sollfrank, dem ehemaligen Dorfleiter Wolfgang Hodbod als Stiftungsratsvorsitzendem und der ehemaligen Kinderdorfmutter Heike Reichel. Während die aufwendige Gründung einer eigenen Stiftung nur bei einem großen Vermögen sinnvoll ist, kann man sich mit weit geringeren Beträgen an der Dr. Erika von Boeckmann-Luibl Kinderdorf Stiftung in Form einer Zustiftung beteiligen. Zustiftungen bleiben ebenso auf Dauer erhalten und wirken als ewiges Vermächtnis für die Kinder im Caritas Kinderdorf Irschenberg.