Aiblinger Theaterer begeistern mit „Der verkaufte Großvater“

von Redaktion

Aufführungen ein voller Erfolg und restlos ausverkauft – Theater Aibling setzt zusätzliche Termine an

Bad Aibling – Mit der bäuerlichen Groteske „Der verkaufte Großvater“ von Anton Hamik in drei Akten steht beim Theater Aibling ein Bühnen-Klassiker auf dem Herbst-Spielplan, der den Nerv des Publikums trifft. Die Zuschauer, die das Stück bisher gesehen haben, zeigten sich begeistert.

Im Mittelpunkt der um das Jahr 1900 spielenden Handlung steht der Großvater (Robert Krämer), der auf dem Kreithofer-Anwesen lebt. Mit zweifelhaften Späßen treibt er seine Mitbewohner oftmals zur Weißglut. Auch der Kreithofer-Bauer (Marinus Gartmeier) und dessen Sohn Lois (Kilian Kiemer) leiden unter dem umtriebigen Opa.

Kaufpreis für den
Großvater: 1000 Mark

Da kommt es durchaus gelegen, dass der Großbauer Haslinger (Maximilian Juraschek) dem Kreithofer unbedingt den Großvater abkaufen will. Nach intensiven Preisverhandlungen einigen sich die beiden auf einen „Kaufpreis“ von 1000 Mark und der Großvater zieht auf den Haslinger-Hof um.

Der Kreithofer ahnt freilich nicht, dass der Haslinger den Opa nicht aus purer Nächstenliebe „erworben“ hat, sondern aus reiner Berechnung: Der Alte soll nämlich zwei Häuser besitzen, die sich der Haslinger als späteren Nachlass aneignen will. Der Großvater kennt jedoch die Motive seines neuen „Besitzers“ und schikaniert auch den Haslinger und dessen Frau Nanni (Daniela Tamegger).

Die beiden machen zwangsweise gute Miene zum bösen Spiel, denn sie möchten das erwartete Erbe nicht aufs Spiel setzen. Zudem würde der Haslinger seine Tochter Ev (Linda Abinger) mit dem Kreithofer-Sohn Lois zusammenbringen, um sich auch dessen Hof zu sichern, von dem er von der Bank heimlich eine bestehende Hypothek übernommen hat.

Lois möchte sich seine potenzielle „Zukünftige“ persönlich in Augenschein nehmen und kommt auf den Haslinger-Hof. Da trifft es sich bestens, dass der dort tätige Knecht (Dominik Brandstetter) zur Hochzeit seiner Schwester möchte und einen kurzfristigen Ersatz braucht. Lois übernimmt die Vertretung und gibt sich Ev gegenüber als Knecht aus. Die beiden finden rasch Gefallen aneinander – sehr zum Unwillen ihrer Eltern, die Ev „standesgemäß“ verbunden sehen möchten.

Als die Haslingers durch den Brief einer Bekannten erfahren, dass der von ihnen stark hofierte Großvater offenbar gar keine Immobilien besitzt, ändert sich die Lage schlagartig und dramatisch.

Das Ensemble – allen voran Robert Krämer in der Großvater-Rolle – sprühte bei den ersten Aufführungen geradezu vor Spiellaune und bot eine überzeugende Leistung. Das gilt auch für Linda Abinger (Ev) und Kilian Kiemer (Lois), die beide heuer ihr Bühnen-Debüt geben. Das Regie-Duo Vero Reiser und Carla Rudholzner – unterstützt von Tatjana Leikam – hat „sein Team“ bestens eingestellt, dosierte Tempo und Intensität je nach „Handlungsbedarf“ und versah das mit viel Situationskomik angereicherte Stück mit vielen kreativen Details.

Eine erfrischende
Wiederauflage

Unbedingt erwähnt werden muss auch das ansprechende und liebevoll gestaltete Bühnenbild, das im ersten Akt die Fassade des Kreithofer-Anwesens – einschließlich Obstgarten und Wendelstein-Blick – zeigt und in den beiden anderen Akten die Bauernstube im Haslinger-Hof, unter anderem mit Kachelofen. Geschaffen wurden die beiden Bühnenbilder von Nikolaus Stigloher beziehungsweise Fredl Breisl mit ihrem Team.

Anzumerken ist, dass „Der verkaufte Großvater“ bereits 1999 schon einmal vom Theater Aibling gespielt wurde. Die aktuelle Version ist eine gelungene und erfrischende Wiederauflage. Aufgrund der Begeisterung des Publikums und der großen Resonanz wurden weitere Spieltermine angesetzt.

Johann Baumann

Spieltermine

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