Musikalisches Urgestein wird 95

von Redaktion

Margareta Weber prägte Bruckmühl und war unermüdlich als Organistin und Sängerin unterwegs

Bruckmühl – „Der 95. Geburtstag ist ein seltenes Geschenk, das Sie mit Stolz und Freude genießen können. Die Erinnerung an all das, was Sie bisher erlebt und erreicht haben, wird Ihren Ehrentag bereichern“ – so heißt es im Gratulationsbrief, den Landrat Otto Lederer an Margareta Weber sandte. Und der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder schrieb unter anderem: „Sie können an diesem Tag auf viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen zurückblicken und diese hoffentlich mit vielen nahestehenden Personen feiern.“

Orgelspielen
schnell gelernt

Das betagte Geburtstagskind kam in München zur Welt, wuchs aber auf dem elterlichen Einödhof Stroblberg bei Antholing (Gemeinde Baiern) auf. Nach ihrer Schulzeit im benachbarten Netterndorf arbeitete sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Später war sie im Landschulheim Maxhofen beschäftigt. 1963 heiratete sie ihren Mann Johann und zog zu ihm in den Bruckmühler Ortsteil Noderwiechs. 2011 musste sie seinen Tod beklagen. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor, von denen Sohn Bernhard 1972 bereits im Kindesalter verstarb. Schon in jungen Jahren begeisterte sie sich für die Musik, inspiriert von ihrem Vater, der ihr das Zitherspielen beibrachte. Expositus Hofmann, der in Antholing als Priester tätig war, erteilte ihr Klavierunterricht und auch das Orgelspielen erlernte sie schnell. Schon mit 15 Jahren spielte sie 1945 auf der Orgel ihre erste Messe. Im Laufe der Zeit brachte sie sich auch Akkordeon, Hackbrett und Gitarre bei und erteilte auf fünf Instrumenten Kindern in der Umgebung Musikunterricht. In der St.-Jakob- Kirche von Antholing war sie Organistin und sang im Kirchenchor. Nach ihrer Eheschließung fungierte Marga, wie sie genannt wird, als Organistin in Kirchdorf und half oftmals auch in anderen Kirchen in der Umgebung aus. „Ganz nebenbei“ leitete sie viele Jahre den Männerchor Holzham und sitzt in der dortigen St. Georg-Kirche noch heute einmal im Monat an der Orgel. Ferner begleitete und leitete die Jubilarin über Jahrzehnte den „Landfrauenchor Rosenheim“ und unterhielt zudem auf vielen Veranstaltungen die Besucher mit ihren Musikstücken. Für ihr großes musikalisches Engagement wurde sie 1988 mit dem Ehrenbrief der Marktgemeinde Bruckmühl ausgezeichnet. Dass Musik nach wie vor ihre große Leidenschaft ist, stellte sie an ihrem Ehrentag unter Beweis: Zur Freude der Gratulanten ließ sie am Klavier Lieder wie „Griechischer Wein“ und „Ein Schiff wird kommen“ erklingen. Vor einigen Jahren hat sie den Text des bekannten Volkslieds „S gibt nur a Loisachtal alloa, a Zugspitz und an Waxnstoa“ ins Mangfalltal verlegt: „S gibt nur a Mangfalltal alloa, an Wendlstoa, an Broatnstoa“. Neben ihrem musikalischen „Haupthobby“ spielt sie gerne Mühle und Dame und kartelt mit Freude beim Wattn und Neunerln. Rund 20 Jahre lang nahm sie am Seniorenturnen in Weihenlinden teil. Sie versorgt noch selber ihren Haushalt, unterstützt von Tochter Margit und Nachbarn.

Familie hat
hohen Stellenwert

Einen hohen Stellenwert genießt bei ihr auch ihre Familie, zu der fünf Enkelkinder zählen. Mit Tochter Margit unternimmt Marga gelegentlich Ausflüge in die Umgebung. Für die Marktgemeinde gratulierte Bürgermeister Richard Richter, der als kommunales Geburtstagsgeschenk einen Genusskorb mitbrachte und Marga „Gesundheit und noch schöne Jahre“ wünschte.

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