Tuntenhausen – Wer die Biberger-Alm in Tuntenhausen derzeit besuchen möchte, stößt auf verschlossene Türen. Am Freitag, 31. Oktober, kam es dort zu einem dramatischen Zwischenfall, der nun schwerwiegende Folgen nach sich zieht. „Aufgrund eines Brandfalls bleibt die Biberger-Alm in den kommenden Wochen vorerst geschlossen“, lautete eine erste Mitteilung des Inhabers per Facebook noch am selben Abend. Doch was war dort geschehen und wie geht es jetzt weiter für die beliebte Gaststätte in der Burgstraße?
Klar ist: Das Feuer brach zu einem Zeitpunkt aus, an dem niemand im Gebäude war. „Mittags, gegen halb 1, hat es anscheinend den Kompressor der Kuchentheke zerrissen“, erklärt Inhaber Michael Wäsler gegenüber dem OVB.
An diesem Tag hätte die Biberger-Alm erst um 17 Uhr geöffnet. Zwar hatte sich tatsächlich von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags eine Reinigungsfirma im Gebäude aufgehalten. „Allerdings brach der Brand erst eine halbe, dreiviertel Stunde später aus“, berichtet der 50-Jährige. „Niemand war da, ich war selbst auch nicht vor Ort.“
Laut Wäsler sei der Kompressor in Flammen aufgegangen und das Feuer breitete sich anschließend auf den gesamten Schank- und Küchenbereich aus, der Innenraum war voller Ruß, „die Schankanlage komplett zerstört.“ Betroffen waren unter anderem die Kaffeemaschine, Spülmaschine, das Kassensystem, die Schankhähne, Kühlschränke, die technische Ausstattung, etliche Kabel. „Es ist alles zerschmolzen“, bringt es Wäsler auf den Punkt.
Bemerkt hatten den Brand schließlich Nachbarn, da deren Kinder laut dem Geschäftsführer eigentlich Rosinen für einen Kuchen besorgen wollten und zufällig entdeckten, dass in der Alm Rauch aufsteigt. Die Nachbarn alarmierten sofort die Feuerwehr, auch Wäsler wurde informiert. Trotz des beachtlichen Schadens könne er derzeit jedoch noch nicht abschätzen, welches genaue Ausmaß dieser annimmt.
„Die Versicherung war schon da, aber ich weiß noch nichts zur Schadenshöhe.“ Auch die Kriminalpolizei war vor Ort. Mit der Erkenntnis: Fremdverschulden oder gar Brandstiftung sei auszuschließen. „Brandursache war letztlich ein technischer Defekt“, sagt Wäsler.
Der Betrieb steht derzeit still. Auf Facebook bittet die Gaststätte Besucher, die möglicherweise für die kommenden Wochen oder etwa an Weihnachten Tische reserviert haben, sich telefonisch zu melden. „Unsere Existenz ist jetzt nicht bedroht, wir sind sehr gut versichert“, schickt Wäsler voraus.
Dennoch müsse man nun mit einem monatelangen Ausfall rechnen. „Der Gutachter geht von einem halben Jahr aus, ich würde gerne vier Monate schaffen“, sagt Wäsler optimistisch. „Es wird auf jeden Fall wieder eine Gaststätte geben. Aber wann das genau sein wird – keine Ahnung.“
Am heutigen Freitag starten die Aufräumarbeiten. Zunächst ist eine Reinigungsfirma im Einsatz. Anschließend wird Wäsler mit sämtlichen Firmen Kontakt aufnehmen, um die Reparatur beziehungsweise Wiederherstellung der beschädigten Gaststätte zu organisieren.
In den sozialen Medien ist das Mitgefühl mit den Verantwortlichen der Biberger- Alm in Tuntenhausen indes groß. „Ich wünsch euch alles Gute, dass ihr schnell wieder aufmachen könnt“, schreibt etwa eine Userin. „Das ist echt schlimm!“, kommentiert ein anderer. „Hauptsache euch geht es gut! Alles andere kann man reparieren. Wir hoffen, dass ihr schnell wieder zurück seid.“ Nicolas Bettinger