Wohnprojekt auf historischem Boden
Auf dem Areal des ehemaligen Lindenkinos und des Bettengeschäftes entsteht derzeit Neues. Foto Bettinger
Ein neues Wohnprojekt entsteht auf historischem Boden. Geplant sind in der Lindenstraße, dort, wo einst das ehemalige Lindenkino stand, 16 Wohnungen in moderner Bauweise. Was genau entstehen soll und wann das Projekt abgeschlossen ist.
Bad Aibling – Aus dem Stadtbild war der Gebäudekomplex eigentlich nicht wegzudenken. Das über mehrere Generationen hinweg geführte Bettenfachgeschäft Impulse-Haus in der Lindenstraße mit dem angrenzenden alten Lindenkino gehört zu Bad Aiblings Ortsgeschichte. Doch nachdem im vergangenen Jahr die Bagger anrückten und die geschichtsträchtigen Mauern abgerissen wurden, gehört das historische Areal längst der Vergangenheit an. Nun ist dort seit längerer Zeit Baustelle. Doch wie geht es hier eigentlich weiter? Schließlich war die Lindenstraße vergangene Woche gesperrt.
Platz für
etwas Neues
Ein kleiner Blick zurück: Während die Inhaberinnen des Bettenfachgeschäftes, Marianne Krug-Semsch und Schwester Gertrud Krug, mit ihrem Impulse-Haus nach dem Abriss des Areals 2024 nach Berbling umzogen, war zeitgleich klar, dass es für das legendäre Lindenkino, das bereits einige Jahre zuvor für den öffentlichen Betrieb geschlossen hatte, keine Zukunft mehr gab. Der Aibvision-Geschäftsführer Robert Siersch, dem das Lindenkino gehörte, veranstaltete noch vor dem Abriss eine Art Ausverkauf, bei dem sich echte Nostalgie-Fans etwa einen originalen grünen Kinosessel sichern konnten. Nach und nach verschwanden das Kino sowie das Gesamtgebäude dann von der Bildfläche.
Alle drei Inhaber des gesamten alten Gebäudekomplexes erklärten damals gegenüber dem OVB, dass man auf dem Areal nun einen Neuanfang starten möchte.
Gemeinsam hatten sie einen Plan entwickelt, der mit der Beseitigung des altehrwürdigen Bauwerks, in dem sich neben Kino und Bettengeschäft auch noch vermietete Praxisräume befanden, Platz für etwas Neues schaffen sollte. So war damals von einem Mehrfamilienhaus mit 15 Wohneinheiten und drei Gewerbeeinheiten die Rede, das an gleicher Stelle bis 2026 entstehen sollte.
Krug-Semsch, Krug und Siersch betonten damals, dass auch im neuen modernen Haus die Nostalgie, die das legendäre Lindenkino auslöste, ein Stück weit erhalten bleiben soll. Zuletzt kündigte die Stadt Bad Aibling nun eine Vollsperrung der Lindenstraße im Bereich des ehemaligen Kinos an. Grund dafür waren eine Kranmontage und Arbeiten an der Wasserleitung. Zudem ist jetzt klar geworden, dass die ursprünglichen Besitzer des Aiblinger Areals nicht mehr an dem Zukunftsprojekt beteiligt sind.
So erklärte Marianne Krug-Semsch auf OVB-Anfrage, dass sich an dem grundsätzlichen Vorhaben eines großen Wohnhauses zwar nichts geändert hat, man das Grundstück kürzlich jedoch an einen Investor verkauft habe.
Während eine Rückmeldung der neuen Verantwortlichen auf OVB-Anfrage derzeit noch aussteht, ist auf der Homepage der Linden8 GmbH mit Sitz in Rosenheim von einem Projekt namens „Linden 8+10“ zu lesen, wo „nachhaltiges Wohnen im Zentrum von Bad Aibling“ ermöglicht wird. Geplant ist Angaben der GmbH zufolge eine Massivbauweise aus mineralischen Energiespar-Ziegeln mit Wärme-, Schall- und Brandschutz (recycelbar), einem Dachgeschoss in Holzbauweise und einem Innenausbau, teilweise in Trockenbau. Auf einer Fläche von 1559 Quadratmetern sollen 16 Wohneinheiten entstehen, 175 Quadratmeter stehen drei Gewerbeeinheiten zur Verfügung. Die einzelnen Wohnungen sollen zwei bis fünf Zimmer haben und seien teilweise barrierefrei. Die Stromgewinnung soll mit Photovoltaik erfolgen, die Fertigstellung sei voraussichtlich im Frühjahr 2027 angedacht.