Brauchtum als Generationenbrücke

von Redaktion

Gedenken am Jahrtag der Ortsvereine in Tuntenhausen

Tuntenhausen – Der Jahrtag der Ortsvereine ist ein Gedenktag, an dem die örtlichen Vereine gemeinsam der Verstorbenen ihrer Gemeinschaft gedenken. Gleichzeitig ist er auch ein Ausdruck des Zusammenhalts und der Verbundenheit im Ort. Die vier Fahnenabordnungen von Trachtenverein, Krieger- und Soldatenverein, Sportverein sowie Feuerwehr umsäumten den Altar zur Wort-Gottes-Feier, die mit dem bezeichnenden Lied „Wohin soll ich mich wenden?“ eröffnet wurde.

Diakon Josef Hilger erinnerte an den historischen 9. November mit dem Fall der Berliner Mauer, der Reichspogromnacht, dem Hitlerputsch und der Novemberrevolution. „Geschichtsträchtige Ereignisse, die unser Volk begleitet haben“, betonte er. In seinen folgenden Predigtworten ging er auf das Leben nach dem Tode ein. „Alle Versuche, die Zeit des Jenseits zu erfassen, sind nur Stückwerk“, erklärte er, warnte aber zugleich, dass Zweifel nicht in Verzweiflung münden dürfen. „Denn die Gewissheit, die wir uns oft wünschen, gibt es nicht.“

Die aktuelle Weltlage voller Auseinandersetzungen stand in den Fürbitten im Mittelpunkt, bevor es hinaus zum Kriegerdenkmal ging. Dort gedachte man aller Menschen, die ihr Leben im Krieg verloren haben. „An diesem Tag sollen wir uns aber nicht nur an die Folgen von Gewalt und Krieg erinnern“, so Trachtenvereinsvorstand Andi Neichl in seiner nachdenklichen Rede, „sondern auch an die Verantwortung, die wir alle tragen, um den Frieden auf der Welt zu erhalten. Die politischen Spannungen nehmen zu, die Furcht vor dem anderen wächst. Deshalb ist es wichtig, nicht einfach wegzuschauen, sondern mit Respekt und Toleranz dem Mitmenschen zu begegnen.“

Auch in der eigenen Gemeinde sei es wichtig, als Gemeinschaft und als Menschen zusammenzustehen. „Des Brauchtum, des wir pflegen, is ned nur a Spiegel unserer Wurzeln, sondern auch a Mittel, um den Austausch zwischen de Generationen und de Kulturen zu fördern“, sagte der Trachtenvorstand. Er forderte daher alle auf, aktiv für eine Welt zu arbeiten, in der Miteinanderreden wichtiger ist als Streit. „Der Frieden ist das höchste Ziel“, betonte er am Ende.

Christian Mayer vom Sportverein und Peter Niedermeier vom Krieger- und Soldatenverein legten dann einen Kranz am Mahnmal nieder, das von zwei Fackelträgern der Feuerwehr bewacht wurde. Anschließend spielte die Emmeringer Musi das Lied vom „Guten Kameraden“ und es neigten sich die Fahnen vor dem Mahnmal. Begleitet wurde das feierliche Gedenken von Böllerschüssen. Es folgte ein kurzer Kirchenumzug, bevor es zu einer Einkehr beim Wirt mit Musik der Emmeringer Musi ging. ws

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