Charleys Tante wird nicht älter
Doro (Margit Reiser) und Charley (Andreas Scherer) kommen sich näher. Fotos ahrens
Stadltheater Bruckmühl brilliert mit bayerischer Uraufführung
Bruckmühl – Walter Brandon Thomas gab sich ab 1870 in London dem Theaterspiel hin – gegen den Willen seines Vaters. Im Jahr 1892 wurde er als Autor seiner Travestiekomödie „Charleys Tante“ reich und berühmt. Damals konnte allerdings noch niemand ahnen, welchen Dauerbrenner der ehemalige Schiffszimmermann damit auf die Bühnen der Welt gezaubert hatte.
Unzählige Theateraufführungen und Filmfassungen sind daraus entstanden. Dem deutschen Publikum dürften besonders die Verfilmungen des Stoffes mit Heinz Rühmann (1956) und Peter Alexander (1963) in Erinnerung sein. Die deutschsprachige Fassung des Stücks von Winnie Abel wurde nun in der von Barbara Heynen ins Bayerische übertragenen Form vom Stadltheater Bruckmühl auf die Bühne gebracht: „Charleys Tante – nei aufg‘legt“.
Nach ihren gescheiterten Beziehungen haben sich Charley (Andreas Scherer) und Joe (Peter Iberle) zu einer chaotischen Junggesellen-WG zusammengefunden. Da beide nicht länger allein bleiben wollen, setzen sie ihre Hoffnungen auf die neue Nachbarin Nelly (Christina Eberl) und deren Schwester Doro (Margit Reiser).
Da Charleys berühmte Tante aus New York ihren Besuch ankündigt, laden Charley und Joe die beiden Damen zu einem gemeinsamen Essen mit der Tante ein; Nelly und Doro sagen begeistert zu. Zum Entsetzen der Jungs sagt die Tante dann aber ihren Besuch unerwartet ab. Stattdessen erscheinen Michaela, die geschiedene Frau von Joe (Jutta Westner), mit der gemeinsamen Tochter Susi (Maxim Rehfeldt) sowie der leicht verpeilte Nachbar Erwin (Thomas Sedlmaier) und sorgen für allerlei Unbill und Verstimmungen.
In seiner Verzweiflung hat Joe einen Einfall, der die Lage auch nicht besser macht, besonders, als die exzentrische Tante aus New York (Elisabeth Reiter) dann unerwartet doch noch auftaucht.
Unter der Regie von Heidi Heynen und Renate Forstner setzen die Theaterer vom Stadltheater in gewohnter Manier das pointenreiche Stück famos um. Die unerwarteten Wendungen der Spielhandlung, die ansteckende Spielfreude aller Mitwirkenden sowie das gelungene Timing der Inszenierung bieten dem Publikum hervorragende Unterhaltung und einen gelungenen Abend, der durch die exquisite Bewirtung im wahrsten Sinne des Wortes geschmackvoll abgerundet wurde.
Weitere Aufführungen finden am heutigen Freitag und morgigen Samstag jeweils um 20 Uhr statt, Einlass ist um 19 Uhr in der Theaterhalle Heufeld. Restkarten gibt es an der Abendkasse.