„Ich bin derselbe, aber anders“

In Konzelebration mit Pater Terrance Kodiyan, Pater Anton Lötscher und Pfarrer Augustin Butacu feierte der Kardinal (Mitte) den Festgottesdienst. Foto baumann

In Konzelebration mit Pater Terrance Kodiyan, Pater Anton Lötscher und Pfarrer Augustin Butacu feierte der Kardinal (Mitte) den Festgottesdienst. Foto baumann

Feierliche Altar-Weihe in der Pfarrkirche St. Vigilius mit Kardinal Reinhard Marx

von johann baumann

Kirchdorf – „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“ – dieses Lied erschallte zu Beginn des Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Vigilius im Bruckmühler Ortsteil Kirchdorf. Es wird bei festlichen Anlässen gesungen – und einen solchen Anlass gab es: Im Zuge der umfassenden Innenrenovierung sowie des Turmdaches (wir berichteten) erhielt das Gotteshaus einen neuen Volksaltar, einen neuen Ambo und einen Osterkerzenständer. Bis zum vergangenen Freitagabend wurden in der Kirche noch Arbeiten verrichtet. „Das war eine handwerkliche Punktlandung“, verriet Kirchenpfleger Anton Hell erleichtert.

Sichtbares Zeichen einer
lebendigen Gemeinde

„Heute ist ein Tag der Dankbarkeit und Freude und wir danken Ihnen, dass Sie die Zeit gefunden haben, diese Feier hier zu begehen“ – mit diesen Worten hieß Pfarrer Augustin Butacu den Erzbischof des Bistums München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, willkommen, der persönlich zur Ambo-Einweihung gekommen war.

„Die Renovierung zeigt, dass die Gemeinde lebendig ist“, erklärte der hohe Würdenträger und fügte hinzu: „Vergelt’s Gott an alle, die hier mitwirkten.“

Flankiert von den örtlichen Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des Trachtenvereins „d‘Haunpoldler“, des Burschenvereins und der Krieger- und Soldatenkameradschaft feierte der Kardinal den Festgottesdienst in Konzelebration mit Pfarrer Augustin Butacu. Pater Anton Lötscher und Pater Terrance Kodiyan.

Unter den Besuchern in der randvollen Kirche befanden sich unter anderem auch die stellvertretende Landrätin Andrea Rosner, Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter (in Doppelfunktion als Gemeindeoberhaupt und Chorsänger) und die Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner. In seiner Predigt ging der Erzbischof auf die im Laufe der Jahrhunderte geänderten Stilarten in der Kirchdorfer Kirche ein. Änderungen beträfen auch die Kirche als solche. „Es ist gut, dass wir nicht immer nur bewahren, denn es muss weitergehen“, konstatierte er und ergänzte: „Ich bin auch nicht mehr der Kardinal Marx von vor fünf Jahren. Ich bin derselbe, aber anders.“

Weiter führte er aus: „Wir schneiden nicht die Kirchengeschichte ab, das ist vieles dunkel. Aber wir wollen aus der Vergangenheit lernen und weitergehen.“ Ferner erklärte er: „In diesen turbulenten Zeiten spüren wir den Glauben an den einen Gott. Es gibt nur den einen Gott, er ist nicht darstellbar in einer Figur. Deswegen sind alle Menschen Brüder und Schwestern.“

Eingebettet in den Gottesdienst war die Weihe der Altare durch den Kardinal. Sie erfolgt nach einem Ritual, das folgende Schritte umfasst: Beisetzung einer Reliquie im Altar, dessen Besprengung mit Weihwasser und Salbung mit Chrisam, Weihegebet, Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar, Auflegen des Altartuchs und Anzünden der Kerzen. Am Ende der „bewegenden und würdigen“ Messfeier dankte Pfarrer Augustin Butacu dem Kardinal „und allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben“. Besonders bedankte er sich beim Projektchor und der Bläserformation „LiabaBrass“ und bei Kirchenmusiker Karl Vater für die musikalische Gesamtleistung.

Sein weiterer Dank galt unter anderem Bürgermeister Richard Richter, dem Marktgemeinderat und der gesamten Pfarrgemeinde. Ausdrücklich würdigte er abschließend das Engagement von Kirchenpfleger Anton Hell: „Die Renovierung ist quasi dein Lebenswerk. Ohne deinen Einsatz wäre das so nicht möglich gewesen.“ Mit dem gemeinsam gesungenen „Großer Gott wir loben Dich“ klang der Festgottesdienst aus.

<p>Vor dem Auszug aus der Kirche segnete Kardinal Reinhard Marx einige Kinder.</p>

Vor dem Auszug aus der Kirche segnete Kardinal Reinhard Marx einige Kinder.

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Montag, 13. Juli 2026
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