Schlechte Straßen und zu kurzes Parken
Mit einer speziellen Ticket-Lösung kann an der P&R-Anlage an der Bahnhofstraße auch mehrtägig geparkt werden. Foto neuwirth
Bürgerversammlung Verkehrsfragen stehen im Mittelpunkt der Anträge und Wünsche der Bürger
Bruckmühl – Bei der jüngsten Bürgerversammlung in der „Kulturmühle“ präsentierte Bürgermeister Richard Richter aktuelle Themen und Projekte, die Bruckmühl betreffen (wir berichteten). Im dritten Versammlungsteil standen die Bürgeranfragen und -anträge im Fokus, die sich mehrheitlich um Verkehrs- und Straßenthemen drehten.
So ging es zum Beispiel um eine Gefahrensituation im Bereich des Abzweiges von der Vagener Straße in die Föhrenstraße. Wegen parkender Autos muss hier nach Schilderung eines Bürgers auf die Gegenfahrbahn ausgewichen werden. Dazu erschwert der Linksschwenk der Straße die Übersicht über den Straßenverlauf, was in Summe zu gefährlichen Situationen samt Hupen, wildem Gestikulieren und Beschimpfungen der entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer führt. Für diesen Bereich wurde die Möglichkeit einer Tempo-30-Einrichtung und der Aufstellung eines Warnschildes „Gegenverkehr“ angefragt.
Bürgermeister
kündigt Ortstermin an
Hierzu führte Bürgermeister Richard Richter aus, dass sowohl die Anbringung eines Verkehrszeichens 125 „Gegenverkehr“ als auch eine streckenbezogene Geschwindigkeitsreduzierung laut Straßenverkehrsordnung unzulässig ist, „doch ist der Verwaltung das Problem bewusst, und ein Ortstermin mit der Polizeiinspektion Bad Aibling zum Ausloten von Lösungen anvisiert“. Einer ebenfalls angefragten grundsätzlichen Tempo-30-Beschränkung für die gesamte Föhrenstraße – gerade wegen der Missachtung der Rechts-vor-Links-Regelung – erteilte er aufgrund gesetzlicher Vorgaben eine klare Absage.
Föhrenstraße
wird 2027 ausgebaut
Damit einhergehend wurde auch der schlechte bauliche Zustand der Föhrenstraße gerade im Bereich zwischen Hainerbachstraße und Hollerweg bemängelt. Hierzu konnte der Rathauschef vermelden, dass der Ausbau der Föhrenstraße laut Gemeindeverwaltung für 2027 eingeplant ist.
Im Anschluss daran stand die Gottlob-Weiler-Straße, Ortsteil Heufeldmühle, im Fokus der Bürger. Fakt eins: Auf den letzten 300 Metern vom Kreisverkehr am Kindergarten Richtung Bahnübergang und -haltepunkt Heufeldmühle sorgen parkende Autos gerade nach Wartezeiten wegen geschlossener Bahnschranken regelmäßig für Staupotenzial. Zur Problemlösung favorisierte eine Bürgerin ein Parkverbot für den entsprechenden Bereich.
Nach Darstellung von Bürgermeister Richard Richter ist das Parken innerorts am Fahrbahnrand zulässig, solange die Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen nicht erheblich behindert wird. Auch wies er darauf hin, dass der angesprochene Bereich auf der Überwachungsliste des Zweckverbands Kommunale Dienste Oberland (ZKDO) steht.
Fakt Zwei: Das hohe Verkehrsaufkommen, gerade auch durch Schwerlastverkehr, in dem Bereich Bahnübergang Richtung Osten sorgt nicht nur für hohes Lärmaufkommen, sondern auch für Gefahrenmomente rund um die Bushaltestelle, hier wiederum besonders für wartende Schulkinder. Dazu erklärte der Rathauschef, dass eine Prüfung und Bewertung einer angefragten Tempo-30-Regelung aufgrund fehlender Personal-Ressourcen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Die gewünschte vollständige Verlagerung des Lkw-Verkehrs ist aufgrund der infrastrukturellen Bedeutung des Straßenabschnitts als wichtiger Zubringer zur Staatsstraße und Richtung Irschenberg nicht realisierbar. Die tägliche Belastung durch Lärm und Feinstaub entlang des genannten Straßenabschnitts gelte wie bei vergleichbaren Fällen im Gemeindegebiet leider als „unvermeidbarer Bestandteil des Alltags“. Bei der angefragten Querungshilfe im Bereich der Bushaltestelle gelte es laut dem Gemeindeoberhaupt nicht nur, das Für und Wider von Vor- und Nachteilen abzuwägen, sondern es müssten dafür auch noch Grundabtretungen von zwei Grundstückseigentümern erreicht werden.
Von der Bürgerschaft wurde unter anderem noch die maximale Parkdauer von 24 Stunden auf der P&R-Anlage an der Bahnhofstraße bemängelt. Nach Darstellung des Rathauschefs war die Aufstellung von Parkautomaten an der P&R-Anlage am Bahnhof aufgrund negativer Entwicklungen unumgänglich, um den Kerngedanken „Parkplätze für Pendler“ umsetzen zu können. „Eine Option für mehrtägiges Parken wurde bewusst nicht umgesetzt, da dies erneut missbräuliche Nutzung mit sich bringen würde“, machte er deutlich.
Mehrere Tagestickets
zusammen kaufen
In dem Zusammenhang informierte er, dass nach Absprache mit dem ZKDO die Möglichkeit besteht, für ein mehrtägiges Parken (als Beispiel drei Tage) bei der Ankunft drei Tages-Einzeltickets gelöst und gut sichtbar ins Auto gelegt werden können.
Am Ende wurden noch durch die Versammlung vier Anträge, die sich mit dem Erwerb und Verkauf sowie der Bebauung von Grundstücken durch die Marktgemeinde befassten, mehrheitlich abgelehnt. Das heißt, sie werden explizit nicht durch den Marktgemeinderat behandelt.