Spiritualität für die Bedürftigen

von Redaktion

Franziskusschwestern sind seit 85 Jahren ein fester Bestandteil in Bad Feilnbach

Bad Feilnbach – Seit 85 Jahren leisten Franziskusschwestern dem Geist Franz von Assisi folgend als „Pilger der Hoffnung“ in Bad Feilnbach wertvolle Dienste auf dem Weg des Glauben in Treue zu Gott. „Der Allmächtige weiß auch, was sie stets auf sich genommen haben, wenn sie ambulante Hilfe an kranken und pflegebedürftigen Mitmenschen leisteten, sich bei Bedarf um Kinder in Haushalten kümmerten, Mesner- und Altardienste verrichteten oder fachlich ausgebildet die Kleinsten im Kindergarten betreuten und ihnen christliche Bildung aneignen halfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Generaloberin der Kongregation der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen, Schwester M. Fanny, die Feierlichkeiten zur Wiederkehr der Gründung des Konvents im Haus St. Josef in Bad Feilnbach.

Alles andere als ein
Relikt vergangener Tage

Zum Erinnern und Danke sagen folgten der Einladung von Schwesteroberin Elisabeth die örtlichen Geistlichen, Pfarrer Ernst Kögler und Pater John, Generalvikarin Schwester Katharina und Mitschwestern aus dem Mutterhaus in Bad Staffelstein, Diakone sowie Nachbarn und Mitmenschen, welche einst das heimliche Kloster an der Wendelsteinstraße ermöglichten. Klöster gelten heutzutage eher als Relikte aus vergangenen Tagen, sind jedoch immer noch Orte für Weggemeinschaften und Erwartende mit dem Anspruch auf Sich-führen-lassen, wie Pater Franz seine Predigt beim Dankgottesdienst in der renovierten hell gestalteten Hauskapelle einleitete.

Ordensgemeinschaften waren vor allem in Zeiten, die geprägt von materiellen und sozialen Beeinträchtigungen waren, unverzichtbare und wichtige Begleiter. Die Kultur des Wohlstands brachte Veränderungen mit sich, die Christen auffordern, die Augen mit Blick ins Weltgeschehen zu öffnen und wach zu halten.

Ordensgemeinschaften verbreiten auch in der Gegenwart Lebensfreude und sind Zeichen für den Weg zum Herrn. Klöster bestehen nicht aus Steinen, sie werden mit Leben erfüllt von Schwestern, die wiederkehrend beten und Bedürftigen mit ihrer gemeinschaftlichen Spiritualität Hilfe angedeihen lassen, so der Hausgeistliche abschließend.

Wie Schwester Oberin Elisabeth aus der Chronik zitierte, wurde die Bad Feilnbacher Gemeinschaft 1890 mit dem Apostolat „Hauskrankenpflege“ in München-Perlach gegründet. Die ursprüngliche Wiege mit dem karitativen Apostolat „Hauskrankenpflege“ wurde während der NS-Zeit wegen „Neugestaltung der Stadt“ zwangsverkauft.

Im Dezember 1940 begann ihr Wirken mit 18 Schwestern nach Erwerb eines kleinen Bauernhofes in Jenbach (damals Gemeinde Wiechs). Im Ort wurden sie freundlich aufgenommen und die benachbarten Bauern waren sehr hilfsbereit. Die Schwestern sammelten Heilkräuter zur Herstellung von Medikamenten und Salben, die durch die Kriegsverhältnisse rar waren, jedoch von Kranken benötigt wurden.

Über vier Jahrzehnte widmeten sich die Schwestern im Rahmen ambulanter Pflege den kranken Menschen. Ab 1956 werden Mesner-, Lektoren- und Kommunionhelferdienste in der Pfarrkirche Herz Jesu erwähnt. 2024 bereiteten Schwestern Kinder in der Pfarrei St. Martin Au auf die Erstkommunion vor. Älteren und kranken Menschen wurde in ihrem Zuhause die heilige Kommunion gereicht.

Den Kindergarten leitete ab 1966 als Kindergärtner Sr. Aquinata, daraufhin Sr. Jutta und später Sr. Ulrike. Nicht nur das Innenleben des St. Josefshauses, sondern auch seine bauliche Hülle erzählt eine bewegte Geschichte. Aufgrund der alten und reparaturbedürftigen Bausubstanz entschloss sich 1967 die Ordensleitung in Vierzehnheiligen zu einem Neubau, der als fertiges „Alten- und Erholungshaus“ am 19. Januar 1969 eingeweiht wurde.

Ständige Heimat
bis zum Lebensende

Vielen Schwestern wurde es – für einige zur vorübergehenden und für andere bis an ihr Lebensende – zur ständigen Heimat. Zur Seite standen den Schwestern Hausgeistliche aber auch Ortsgeistliche wie Prälat Ludwig Penger, Ortspfarrer Aigner oder Pfarrer Gröner.

Schwere Schäden richtete 1974 ein Unwetter mit Hagel an. Im anliegenden Garten feierten Senioren aus der Gemeinde heitere Sommerfeste. Im Herbst 2023 wurden vonseiten der Gemeinde Rohre für die Fernwärmeversorgung zur Anschluss des Anwesens verlegt.

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