Auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung

Bei der Vorstellung: (von links) Klimaschutzbeauftragter Albert Bernstetter, Martin Veh und Bürgermeister Stephan Schlier.  Foto Stadt Bad Aibling

Bei der Vorstellung: (von links) Klimaschutzbeauftragter Albert Bernstetter, Martin Veh und Bürgermeister Stephan Schlier. Foto Stadt Bad Aibling

Entwurf des Zielszenarios im Stadtrat angenommen – Plan liegt nun öffentlich für alle interessierten Bürger aus

Bad Aibling – Wie kann der Weg der Stadt Bad Aibling zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 aussehen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der kommunalen Wärmeplanung, die die Stadtverwaltung derzeit gemeinsam mit der Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft GmbH & Co. KG aus Neusäß und in enger Abstimmung mit Energieversorgern sowie weiteren regionalen Akteuren erarbeitet.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein rechtlich unverbindliches, strategisch angelegtes und technologieoffenes Konzept, das mittel- und langfristige Gestaltungsmöglichkeiten der Wärmeversorgung aufzeigt, teilte Albert Bernstetter, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Bad Aibling, mit. Zusammen mit Martin Veh von der Steinbach Consult stellte Bernstetter kürzlich das Zielszenario zur kommunalen Wärmeplanung im Aiblinger Stadtrat vor.

Sie beschreibt, wie Bad Aibling seine Wärmeversorgung in den kommenden Jahren klimafreundlich, zuverlässig und bezahlbar gestalten kann – mit dem Ziel, den vor Ort besten und zugleich wirtschaftlichsten Weg zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung zu finden. Dabei stehe nicht eine einzelne Maßnahme im Vordergrund, sondern ein Gesamtkonzept: von der Datenerhebung und Analyse über die Entwicklung von Szenarien bis hin zu Strategien und Maßnahmen. Schritt für Schritt könne so ein Fahrplan entstehen, der beschreibt, wie Bad Aibling den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien meistern kann.

Wie Bernstetter mitteilte, wurden im ersten Projektabschnitt die Bestands- und Potenzialanalyse abgeschlossen und im Juli dieses Jahres im Stadtrat vorgestellt. Diese würden ein genaues Bild der aktuellen Wärmeinfrastruktur, der Energie- und Treibhausgasbilanz sowie der verfügbaren nachhaltigen Energiequellen liefern.

„Die Ergebnisse sind vielversprechend.“ Demnach liege der Anteil erneuerbarer Energieträger in Bad Aibling derzeit bei rund 15,2 Prozent. Zudem bestehe ein hohes Einsparpotenzial durch energetische Sanierungen. Lokale erneuerbare Energiequellen könnten den künftigen Wärmebedarf bis 2045 vollständig decken.

Darauf aufbauend wurde das sogenannte Zielszenario entwickelt. Es beschreibt, wie die Wärmeversorgung bis spätestens 2040 treibhausgasneutral werden kann. Dabei werden verschiedene Technologien wie Fernwärme, Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse oder die Nutzung industrieller Abwärme berücksichtigt.

Ein zentrales Element des Szenarios sei dabei die Einteilung des Stadtgebiets in unterschiedliche Wärmeversorgungsgebiete. Diese Einteilung schaffe Transparenz und biete Bürgern, Unternehmen sowie Investoren wertvolle Planungssicherheit. Der erste Entwurf des Zielszenarios wurde zuletzt in der Stadtratssitzung Ende Oktober vorgestellt und einstimmig angenommen.

Aus dem Gremium gab es keine Rückfragen. Laut Stadtverwaltung seien nun alle Bürger eingeladen, sich darüber zu informieren. Der Entwurf wird für einen Monat öffentlich ausgelegt, sodass alle Interessierten Gelegenheit zur Einsichtnahme und Stellungnahme haben.

Montag, 13. Juli 2026
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