Feldkirchen-Westerham – Dreiste Pflanzendiebe bringen Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Johannes Zistl auf die Palme: Die Unbekannten haben sich an einer Pflanze vergriffen, die für die Kommune nach eigenen Angaben einen großen „symbolischen“ Wert hatte. Zistl droht nun sogar damit, derartige Plätze nicht mehr zu schaffen und zu pflegen.
Wann die Diebe zugeschlagen haben, ist bislang völlig unklar. Bemerkt wurde die Tat aber bereits am Dienstag, 28. Oktober, durch Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs, die morgens im Bereich des Platzes der Partnerschaft in Westerham unterwegs waren. Die Gemeindemitarbeiter entdeckten dabei, dass aus dem Umfeld des dortigen Pavillons mehrere Pflanzen ausgegraben und gestohlen worden waren. Besonders ärgerlich für die Kommune: Die Diebe hatten auch einen Weinstock ausgebuddelt und mitgehen lassen, der erst 2024 gemeinsam mit Vertretern der Partnerkommunen Jallais in Frankreich und Jenesien in Südtirol im Rahmen eines Jubiläumsfestes zur Städtepartnerschaft gepflanzt worden war. Neben den Bürgermeistern der drei Kommunen hatte auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die selbst aus Feldkirchen-Westerham stammt, beim Einpflanzen der Weinrebe, einer Vitis vinifera, mitgeholfen.
Pflanzen sind
bereits ersetzt worden
Nach Angaben der Kommune sollten die dort gepflanzten Weinstöcke „als Zeichen der Freundschaft zwischen den Gemeinden und Ländern inneinander wachsen“ – so wie eben „die Freundschaften zwischen den Ländern über die Jahrzehnte gewachsen sind“. Den Wert der Rebe bezifferte die Kommune auf einen Betrag zwischen 20 und 35 Euro, wobei die Gemeindeverantwortlichen vor allem aber der „symbolische Verlust“ schmerzt: „Er war Teil des liebevoll gestalteten Ensembles rund um den neuen Begegnungsort, der von vielen Bürgerinnen und Bürgern regelmäßig als Ruhe- und Treffpunkt genutzt wird“, so die Kommune in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage.
Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Zistl jedenfalls hat „überhaupt kein Verständnis für diesen Diebstahl“: „Es handelt sich um Sachbeschädigung und verursacht zusätzliche Arbeit auf Kosten der Allgemeinheit“, echauffiert sich der Rathauschef. „Wir haben uns mit großem Engagement für die Schaffung des neuen Platzes der Partnerschaft eingesetzt – als Ort der Partnerschaft, des Austauschs und der Gemeinschaft“. Im Zuge der Tat kündigte Zistl sogar an, darüber nachdenken zu wollen, „ob künftig solche Plätze überhaupt noch geschaffen und gepflegt werden können“.
Der Androhung von Konsequenzen zum Trotz wurden am Platz der Partnerschaft seitens der Gemeinde die gestohlenen Pflanzen bereits ersetzt. Einhergehend mit der Hoffnung, dass diese Bepflanzung auch Bestand haben wird. Zumal die Kommune nach eigenen Angaben von derartigen Pflanzendiebstählen bislang verschont geblieben ist. Zwar gäbe es immer wieder Vandalismus, dabei handelt es sich nach Angaben einer Gemeindesprecherin aber zumeist um „Sachbeschädigungen und Graffiti-Schäden“.
Angezeigt hat die Kommune die Tat am Platz der Partnerschaft in Westerham indes nicht. Als Gründe für diese Entscheidung gibt die Gemeinde „die materielle Geringfügigkeit des Schadens“ sowie die „voraussichtliche Aussichtslosigkeit auf Erfolg der Anzeige“ an. Was wiederum ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling nicht nachvollziehen kann: „Es handelt sich hier um eine Straftat. Und die sollte auch bei der Polizei angezeigt werden.“