Bad Aibling/Rosenheim – Das Geheimnis um den ominösen Heiratsantrag in Bad Aibling ist gelüftet. In den vergangenen Tagen sorgte der Schriftzug „Will you marry me?“ am Rande des Kurparks, nahe der Bahngleise, für Rätselraten unter Spaziergängern und Schaulustigen. Eine liebevoll gestaltete Girlande mit schwarzen Lettern auf weißem Hintergrund zog im Laubengang zahlreiche Blicke auf sich (wir berichteten).
Warum es der
Kurpark sein musste
Fraglich blieb jedoch, wer hinter dem Heiratsantrag steckte und ob dieser von Erfolg gekrönt war. Nun herrscht jedoch Klarheit, die OVB-Heimatzeitungen konnte mit den „Verantwortlichen“ der romantischen Aktion sprechen.
Weder eine Nachfrage bei Aiblings Kurdirektor, noch ein Facebook-Post einer Userin, die fragte „Und hat sie ja gesagt?“, sorgten zunächst für Aufklärung. Doch infolge des veröffentlichten OVB-Artikels meldete sich nun eine Rosenheimerin zu Wort, die selbst nicht unerheblich in die Aktion involviert war.
„Ich habe Ja gesagt“, schreibt die 25-jährige Laura in einer E-Mail an Kurdirektor Thomas Jahn, in der sie sich jedoch in erster Linie dafür entschuldigt, dass die Girlande noch Tage nach dem Antrag im Kurpark hängen geblieben war. So habe man „in der Euphorie vergessen“, den Schriftzug zu beseitigen.
Doch wie kam es eigentlich zu dem Antrag und was genau spielte sich am Samstag, 8. November, im Kurpark ab? „Wir haben uns da kennengelernt, hatten unser erstes Date da und deswegen hat mein Freund den Kurpark als Location für den Antrag ausgewählt“, sagt die junge Frau, die selbst an jenem Abend ordentlich überrascht wurde, wie ihr Verlobter Kürsat gegenüber dem OVB verrät. Mit dem Schauplatz Kurpark habe sich mit dem Heiratsantrag nun ein Kreis geschlossen, nachdem sich die beiden vor zehn Jahren genau dort zufällig kennenlernten.
„Sie war damals mit ihrem Familienhund im Kurpark spazieren und ich hab’ sie angesprochen und gesagt, dass ich den Hund so süß finde“, erinnert sich der heute 28-Jährige. Nach ein paar Tagen Kontakt verloren sich Laura und Kürsat wieder aus den Augen – bis sie sich drei Jahre später über gemeinsame Bekannte zufällig auf dem Geburtstag seines Bruders wieder trafen. Es folgte das erste richtige Date, wie erwähnt im Aiblinger Kurpark, den die beiden Rosenheimer seitdem immer wieder gerne zum Spazieren besuchten.
Nachdem das Paar seit fünf Jahren zusammenlebte, war für Kürsat nun die Zeit für den nächsten Schritt gekommen. Er deponierte die „Will you marry me?“-Girlande am Samstagabend im Laubengang und ließ Laura von zwei Freundinnen, die tatsächlich in der Nähe des Kurparks wohnen, zum Ort des Geschehens locken.
„Natürlich unter falschem Vorwand“, sagt der 28-Jährige schmunzelnd, der nahe der Girlande mit einem großen Blumenstrauß in einem Herz aus Teelichtern stehend wartete. „Als sie mich dann sah, fing sie an zu weinen“, erinnert er sich an den Moment kurz vor seinem Antrag.
„Als sie mich sah,
fing sie an zu weinen“
Und die Frage, ob sie ihn heiraten wolle, konnte er kaum aussprechen, da hatte Laura bereits „dreimal Ja gesagt“. Was danach folgte, war überschwängliche Freude und ein Fest der Emotionen, bei dem neben Freunden auch Kürsats Geschwister teilhatten.
Im Übrigen traf auch der Verlobungsring genau Lauras Geschmack, wie Kürsat versichert. Und bei aller unvergesslicher Euphorie hatten die beiden dann einfach vergessen, die Girlande aufzuräumen. Vielleicht ein Grund mehr für das künftige Ehepaar, bald wieder in den Kurpark zu kommen.