Wird der Christbaum zum Luxusgut?

Dieser Verbraucher hat den passenden Christbaum fürs Weihnachtsfest schon gefunden. Foto IMAGO/snowfieldphotography

Dieser Verbraucher hat den passenden Christbaum fürs Weihnachtsfest schon gefunden. Foto IMAGO/snowfieldphotography

Auch wenn das Thermometer derzeit fast frühlingshafte Temperaturen zeigt: Die ersten Christbäume haben auch im Mangfalltal bereits den Besitzer gewechselt. Doch wird der Kauf heuer zum Luxus? So ist der Stand der Dinge bei Tanne, Fichte und Co.

von Mathias Weinzierl

Bruckmühl/Aying – Bei den aktuellen Temperaturen, die näher an der 20-Grad-Marke als am Gefrierpunkt liegen, werden die wenigsten Menschen bereits an den Kauf eines Christbaums denken. Doch bereits zum Ende kommender Woche könnten auch in der Region die ersten Schneeflocken fallen, wie aktuelle Wetterprognosen zeigen. Und somit steigt bei dem ein oder anderen sicherlich die Vorfreude auf die bald beginnende Adventszeit. Und damit auch die Vorfreude auf einen bunt geschmückten Christbaum.

200 verkaufte
Bäume sind das Ziel

Doch müssen die Verbraucher für Tanne und Co. heuer etwa tiefer in die Tasche greifen? Lars Zimmermann vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger hatte gegenüber dem ZDF bereits Anfang September mögliche Preissteigerungen bei Weihnachtsbäumen angedeutet. Wobei der Präsident des Bundesverbandes als Preistreiber in diesem Jahr eher den allgemeinen Kostenanstieg für die Produzenten und weniger einen witterungsbedingten Einfluss sieht. Das OVB hat bei Anbietern im Mangfall nachgehakt, wie rund um den Verkaufsstart die Lage am Christbaum-Markt ist.

Klein, aber fein – so lässt sich das Angebot der Familie Eiglsperger an der Sonnenwiechser Straße bei Bruckmühl beschreiben. Was sein Vater vor 15 Jahren mit dem Pflanzen von Tannenbäumen begonnen hatte, setzt Sohn Max Eiglsperger heute fort. Allerdings immer noch auf Hobby-Niveau, wie der Bruckmühler deutlich macht. Auch wenn er nun bereits im vierten Jahr Bäume an die Nachbarschaft – und teilweise auch darüber hinaus – verkauft.

„Im ersten Verkaufsjahr haben wir 80 Bäume verkauft“, erinnert sich Eiglsperger. „Im zweiten waren es dann schon zwischen 120 und 140 und vergangenes Jahr dann 200 Bäume.“ Eine Zahl, die er auch heuer gerne wieder erreichen würde. Einen größeren Absatz an Christbäumen peilt die Familie dagegen gar nicht an. „Mit den 200 soll es dann auch gut sein“, findet Max Eiglsperger.

Zumal ihm seine Bäume heuer einiges an Sorgen bereitet haben. „Wir haben im Frühjahr 700 neue Bäume gepflanzt“, verrät der Bruckmühler. „650 davon sind uns leider kaputtgegangen.“ Die Familie habe in den vergangenen Wochen zwar kräftig nachgepflanzt, dennoch sei es „ein richtiger Dämpfer“ gewesen. Die Gründe führt der Hobby-Bauer zum einen auf zu wenig Regen („Es hat immer wieder genieselt, aber nicht so viel, dass das Wasser fünf Zentimeter in den Boden reingeht“), zum anderen auf den nicht optimalen Standort seines Christbaum-Felds in der Nähe des Bruckmühler Schwimmbads zurück.

Start in die
Saison am 21. November

Und dennoch muss sich seine Kundschaft keine Sorgen machen, dass es heuer keine Bäume an der Sonnenwiechser Straße gibt. Denn schließlich brauchen die gesetzten Bäume rund „sechs, sieben Jahre, bis sie mal zwei Meter hoch sind“ – was bedeutet, dass die Ausfälle bei den frisch gesetzten Bäumen erst in einigen Jahren zum Problem werden könnten.

In wenigen Tagen soll der Verkauf der Nordmanntannen und Fichten, die nach Angaben von Eiglsperger „alle aus Bruckmühl“ stammen und zudem unbehandelt, ungespritzt und ohne Dünger aufgezogen worden sind, dann starten. Als preislichen Gradmesser können Kunden bei ihm mit rund 35 Euro für einen Baum mit einer Größe zwischen 1,60 und 1,80 Metern rechnen.

Und noch eins sollten Kunden beachten, wenn sie ihre grüne Weihnachtsdeko an der Sonnenwiechser Straße in Bruckmüphl kaufen: „Wir bieten hier keine 1A-Bäume an, die man mit dem Lineal ausmessen kann“, sagt der Hobby-Christbaumzüchter. „Es ist eher wie beim Gemüse aus dem Bioladen – alles ist natürlich gewachsen.“ Denn die Bruckmühler Familie arbeitet nach einem ganz einfachen Motto: „Jeder unserer Bäume hat es verdient, dass er ein Christbaum wird.“

Ein Motto, das sicherlich auch für Familie Adlberger und ihre Bäume gilt. Die Familie betreibt direkt hinter der Landkreis-Grenze zwischen Rosenheim und dem Landkreis München den Christbaumhof Rauchenberg. Dort können Besucher ab 21. November nicht nur einen bereits gefällten Christbaum erwerben, sondern den grünen Begleiter durch die Weihnachtszeit auch vor Ort aussuchen und selbst schneiden.

In puncto Wetter gibt es bei der Ayinger Familie heuer kaum Klagen, wie Chefin Johanna Adlberger verrät: „2025 sind wir mit dem Wetter eigentlich recht zufrieden.“ Zudem sei es auch schwierig, genau aufs richtige Wetter zu setzen. „Zu wenig Regen ist nicht gut, aber zu viel ja auch nicht“, sagt die Unternehmerin, die sich mit Schrecken an das Jahr 2024 zurückerinnert. „Da hatten wir richtig schlimmen Hagel“, so die Ayingerin. Der könne die Bäume komplett zerstören, zumindest aber so stark beschädigen, dass eine extreme Pflege nötig werde, diese noch zu retten. Doch auch wenn Christbaum-Abieter heuer vor ungünstigen Wetterlagen weitgehend verschont geblieben sind, so werden am Christbaumhof Rauchenberg die Preise bei fast allen Baumarten um einen Euro pro Meter erhöht, wie Adlberger verrät. „Das hat einfach damit zu tun, weil die Kosten für unsere Mitarbeiter und Maschinen extrem gestiegen sind.“ Genaue Zahlen will die Ayingerin aber nicht nennen. So verrät sie weder, wie viele Bäume dort jährlich verkauft werden („Ich weiß es tatsächlich nicht“), noch die Preise, die für ihre Christbäume aufgerufen werden.

Adlbergers Aussagen zum Wetter – die kann Josef Sedlmair, Chef des Bergtierparks Blindham (Gemeinde Aying), der ebenfalls Christbäume anbietet, nur bestätigen. „2022 und 2024 hatten wir mit großen Hagelschäden zu kämpfen“, sagt Sedlmair, der die Schäden aber durch „brutal viele Schnittmaßnahmen“ einigermaßen eindämmen konnte. Heuer sei der Betrieb hingegen vor wetterbedingten Schäden weitgehend verschont geblieben.

Preise werden um einen
Euro pro Meter erhöht

Dennoch muss auch Sedlmair, der größtenteils Nordmanntannen verkauft, dazu ein paar Fichten, den Preis pro Meter um einen Euro anheben, was er mit insgesamt gestiegenen Kosten begründet. So wird der Christbaum vom Bergtierpark Blindham, der selbst gesägt, aber auch bereits geschlagen gekauft werden kann, in diesem Jahr 23 Euro statt bislang 22 Euro pro Meter kosten.

Die Saison hat dort übrigens bereits begonnen. „Was aber nicht daran liegt, dass wir das so wollen, sondern weil die Nachfrage der Kunden bereits da ist“, erklärt Sedlmair, dem persönlich deutlich lieber wäre, „wenn die Saison erst 14 Tage später beginnt“. Das sei nämlich auch für die Gesundheit der Bäume besser. Er hält jedenfalls auch heuer an seiner eigenen Tradition fest: „Daheim wird der Christbaum, der natürlich von unserem Betrieb stammt, erst am 24. Dezember aufgestellt.“

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Samstag, 11. Juli 2026
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