Irschenberg bleibt schuldenfrei

von Redaktion

Bürgerversammlung Bürgermeister Klaus Meixner informiert über Projekte und Investitionen

Irschenberg – Bei der Bürgerversammlung hat Bürgermeister Klaus Meixner rund 100 Besucher im Trachtenheim über aktuelle und geplante Projekte der Gemeinde informiert. Wie die Gemeinde mitteilt, bleibt Irschenberg auch im kommenden Jahr schuldenfrei, obwohl im Vermögenshaushalt Investitionen von rund 6,67 Millionen Euro eingeplant sind. Der Verwaltungshaushalt für 2025 umfasst knapp 9,9 Millionen Euro.

Die wichtigsten Einnahmequellen bleiben die Gewerbesteuer und die Einkommensteuerbeteiligung. Während die Gewerbesteuereinnahmen nach 4,57 Millionen Euro im vergangenen Jahr nun voraussichtlich 3,96 Millionen Euro betragen, übertreffen die tatsächlich eingenommenen Steuern die Schätzung von 3,5 Millionen Euro um 464.000 Euro. Die Einkommensteuerbeteiligung steigt im laufenden Jahr auf 2,49 Millionen Euro nach 2,38 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Einnahmen aus den Grundsteuern werden auf 454.450 Euro nach rund 355.000 Euro im vergangenen Jahr steigen. Die höheren Steuereinnahmen sind auf den Erlass der Realsteuerhebesatzsatzung im Rahmen der Grundsteuerreform zurückzuführen.

Die guten Einnahmen aus Steuern führen zu einer Erhöhung der Kreisumlage: Irschenberg zahlte im vergangenen Jahr 2,86 Millionen Euro an den Landkreis Miesbach, im kommenden Jahr werden es 3,24 Millionen Euro sein. Damit zählt Irschenberg weiterhin zu den finanzstarken Kommunen im Landkreis.

Beim Bebauungsplan Leitzachfeld im Ortsteil Auerschmied geht es nach etlichen Abstimmungsrunden voran. Nachdem der Flächennutzungsplan durch das Landratsamt Miesbach genehmigt wurde, trat am Freitag, 26. September, der Satzungsbeschluss in Kraft. Nun können zwei Doppelhäuser und zwei Dreispänner, jeweils mit Doppelgaragen, gebaut werden. Fünf dieser Häuser gehören der Gemeinde und dienen der Schaffung von Wohnraum für Einheimische. Die Ausschreibung nach Festlegung der Kriterien durch den Gemeinderat erfolgt voraussichtlich im Februar oder März 2026.

Bürgermeister Meixner berichtete zudem, dass die Gemeinde mit Irschenberg, Niklasreuth und Reichersdorf drei freiwillige Feuerwehren ausrüsten und unterhalten muss. Er dankte den 164 Feuerwehrleuten ausdrücklich: „Sie leisten einen unbeschreiblich wichtigen Dienst für die Allgemeinheit. Sei es in der Ausbildung der Einsatzkräfte, dem Abhalten von Leistungsabzeichen und im Einsatzdienst selbst.“ Dank sprach er auch den pädagogischen Fachkräften in den Kindergärten Spatzennest in Niklasreuth, dem Caritas- Kinderhaus Farbenfroh in Irschenberg sowie den Lehrkräften und der Schulleiterin der Grundschule aus, an der 101 Kinder in fünf Klassen von neun Lehrkräften unterrichtet werden.

Der ehrenamtliche Arbeitskreis „Energie + Wärme“ mit Franziska Auracher, Martin Bauer und Andreas Drexl unterstützte die Gemeinde fortlaufend bei der Energiewende. Erste Projekte wie die Ausstattung der Turnhalle mit stromsparender Beleuchtung, das Anbringen einer PV-Anlage an den Pumpstationen sowie der Austausch der Glasbausteinfenster im Rathaus wurden bereits umgesetzt oder beauftragt.

Um die schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, soll ein neuer Gmoabus für Kinder und Senioren, gefahren von Ehrenamtlichen, mehr Mobilität verschaffen. Vormittags können Senioren den Bus für Arztbesuche oder Einkäufe nutzen, am Nachmittag steht er Kindern und Jugendlichen aus dem Kinderdorf und der Gemeinde zur Verfügung. Senioren werden bei Bedarf auch nachmittags mitgenommen, sofern Kapazität vorhanden ist. Die Suche nach ehrenamtlichen Fahrern läuft. Ein Treffen der freiwilligen Fahrer ist am Donnerstag, 4. Dezember, um 14 Uhr im Rathaus geplant.

Auch das Thema schnelleres Internet stand erneut auf der Agenda. Der Glasfaserausbau ist im vierten Förderverfahren weitestgehend abgeschlossen, alle vorgesehenen Adressen sind nach Gigabit-Richtlinie aufgenommen und sollen in den nächsten vier Jahren ausgebaut werden. Die Entscheidung über die Vergabe liegt beim Gemeinderat.

Der notwendige Neubau der Kläranlage verläuft nach Plan, der Kosten- und Zeitrahmen wird eingehalten, sodass der Bau im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll. Der Gemeinderat hat sich zur Finanzierung der Abwasserbeseitigung auf einen Festbetrag von fünf Millionen Euro verständigt, die restlichen Kosten werden über Gebühren finanziert. Die Gemeinde muss für die Benutzung der Wasserversorgungsanlage eine Grund- und Verbrauchsgebühr erheben und kostendeckend arbeiten. Im abgelaufenen Kalkulationszeitraum 2021 bis 2024 ist ein Defizit von rund 106.000 Euro entstanden, das im kommenden Zeitraum 2025 bis 2028 ausgeglichen werden muss.

Im Bereich Verkehr teilte der Bürgermeister mit, dass eine Tempo-30-Zone auf der Hauptstraße derzeit nicht möglich sei, da eine Ausführungsverordnung für Kreisstraßen fehlt. Die gewünschten Verkehrsinseln in Buchbichl und Wendling an der B472 sind nach intensiven Abstimmungen mit den Behörden grundsätzlich genehmigt, jedoch mit Auflagen, sodass die Planung überarbeitet werden muss.

Der geplante Radweg zwischen Irschenberg und Miesbach soll bis 2028 schrittweise fertiggestellt werden. Der Bau des neuen Gasthofs zum Moar in Wilparting wird nach dem Abbruch des alten Gebäudes im Januar 2026 beginnen.

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