Zimmerermeister verwirrt, aber ansprechbar

Notruf 112: Ein Krankenwagen im Einsatz. Foto IMAGO/von Fehrn

Notruf 112: Ein Krankenwagen im Einsatz. Foto IMAGO/von Fehrn

Arbeitsunfall in Feldkirchen-Westerham: Mann übersteht Sturz aus sechs Metern

Feldkirchen-Westerham – Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, als am vergangenen Mittwoch ein 32 Jahre alter Zimmerermeister aus dem Landkreis Rosenheim bei der Sanierung eines leer stehenden Gebäudes den Halt auf der moosigen Dachfläche verlor und ins Rutschen geriet. Gegen 13.10 Uhr stürzte der junge Familienvater rund sechs Meter vom Dachgiebel in die Tiefe und verfehlte dabei nur knapp die gepflasterte Terrasse (wir berichteten).

Glücklicherweise war der Mann in einem angrenzenden Blumenbeet gelandet, welches den Sturz dämpfte. Doch in welchem Zustand war der Verunglückte nach dem dramatischen Zwischenfall und wie geht es ihm mittlerweile?

Klar ist: Laut ersten Aussagen der Rettungskräfte zog sich der Mann bei dem Unfall schwere Verletzungen, etwa Frakturen am linken Bein, an der Hüfte und am Arm zu, weshalb er mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik Murnau geflogen wurde. Am Abend bestand nach Angaben der Polizei keine Lebensgefahr. Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion nun mitteilte, gehe man davon auch weiterhin aus. Laut einem Polizeisprecher sei die Sturzhöhe von sechs Metern zwar eine „echte Hausnummer“ gewesen. Dennoch habe er durch die Landung im Blumenbeet großes Glück im Unglück gehabt. Er sei direkt danach ansprechbar gewesen, habe aber verwirrte Angaben gemacht, so die Polizei. Aufgrund starker Schmerzen im Rücken und der großen Höhe haben sich die Rettungskräfte für eine Rettung durch einen Hubschrauber entschieden, der ihn in die Klinik brachte.

„Dort ist er immer noch mit mittelschweren Verletzungen, wir sprechen allerdings grundsätzlich von schweren Verletzungen, wenn der Verunglückte über 24 Stunden im Krankenhaus ist“, erklärt der Polizeisprecher.

Derzeit gehe man davon aus, dass der 32-jährige Mann „alleinbeteiligt“ gestürzt ist. Ungeklärt ist dagegen bislang, wie es überhaupt zu dem Sturz kommen konnte beziehungsweise warum keine Sicherheitsmaßnahmen griffen. Generell gebe es ab einer Höhe von drei Metern vorgegebene Sicherheitsmaßnahmen. „Das ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen, warum gewisse Absicherungen den Sturz nicht verhindert haben oder ob es die Absicherungen überhaupt gab“, erklärt der Polizeisprecher. Neben der Staatsanwaltschaft sei auch die Berufsgenossenschaft über den Unfall informiert worden. Sie wird den Fall nun ebenfalls prüfen.

In Rott und Chieming etwa ereigneten sich vor gut einem Jahr ebenso zwei schwere Arbeitsunfälle, bei denen Arbeiter vom Dach stürzten. Einer davon ging damals tragischerweise sogar tödlich aus. Auch hier untersuchte die entsprechende Berufsgenossenschaft die beiden Vorfälle. Nicolas Bettinger

Samstag, 11. Juli 2026
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