Frieden nicht nur wünschen, sondern auch leben
Dürfen die Hoffnung auf eine friedvollere Zeit nicht verlieren, lautete der Appell am Kriegerdenkmal in Au. Foto Strim
Pater John ruft zu Verantwortung und Dialog am Volkstrauertag auf
Kematen-Au – Unter großer Anteilnahme beteiligten sich örtliche Vereine mit ihren Fahnen sowie Bürger in Au, Kematen, Bad Feilnbach und Litzldorf an den Gedenkfeierlichkeiten am Volkstrauertag. In Au bekundeten die Auer Burschen sowie die Auer Dirndl ihre Verbundenheit mit all den Opfern, die in den beiden schrecklichen Weltkriegen, Auseinandersetzungen mit Anwendung von Waffen, Gewalt und Terror ihr Leben ließen. Pater John, Pfarrvikar der Pfarreien Au, Kematen und Dettendorf bezeichnete den Volkstrauertag in seinen Ansprachen in Kematen und Au als einen wichtigen „Tag des Erinnerns, Innehaltens und des Gebets“ der nicht nur die gefallenen, vermissten und getöteten Soldaten beinhalte, sondern ebenso die vielen unschuldigen Zivilisten, die durch Bombenhagel, durch Verfolgung, Vertreibung, in Gefängnissen und Konzentrationslagern und Flucht getötet oder verstümmelt wurden. Mit Blick auf die gegenwärtige friedlose Realität mit Gewalt und Spaltung der Gesellschaft durch Neid, Missgunst und Hass reiche es nicht nur, „Frieden zu wünschen“, sondern „Frieden auch zu leben!“, so der Geistliche. Friede fängt im Kleinen an und jeder Einzelne könne durch Dialog und Toleranz mit seinem Mut, Zeichen für eine friedvollere Welt zeigen, wie Gemeinderat Huber am Kriegerdenkmal in Kematen betonte. Wie Bad Feilnbachs Zweiter Bürgermeister Sepp Rauscher feststellte, habe sich die Hoffnung auf eine friedliche Welt weiterhin nicht erfüllt und verwies in seiner Rede vorm Auer Kriegerdenkmal auf die weit über 60 mit Waffen ausgetragenen Konflikte in über 36 Ländern über den Globus verteilt, mit unsäglichem Leid, Not, Hunger, Flucht und Sterben, darunter unzählige unschuldige Kinder. Die gesamte Gesellschaft müsse wieder lernen, Verantwortung zu tragen und die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht zu verlieren, so Rauscher abschließend. Höhepunkte waren Kranzniederlegungen an den Kriegerdenkmälern, verbunden mit Böllersalut. Beim Lied vom „Guten Kameraden“, gespielt von den jeweiligen Musikkapellen, senkten sich die stolzen Vereinsfahnen.