Handschlagbasis hat keine Zukunft

von Redaktion

Volles Haus bei der Jahresversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Bad Aibling. Experten informierten über Miete, Steuern und die aktuelle Marktlage. Der Verein blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und verzeichnet steigende Mitgliederzahlen.

Bad Aibling/Bruckmühl – Aktuelle Themen und interessante Vorträge bildeten den Mittelpunkt der Jahresversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Bad Aibling und Umgebung.

Im vollen „Kriechbaumer“-Saal in Mietraching blickte Vorsitzender Robert Schlamp eingangs auf die Mitgliederzahlen des Vereins, die sich von 970 im Jahr 2010 auf inzwischen 1343 entwickelt hat – mit weiter steigender Tendenz.

Praktische Ratschläge
für Vermieter

Zur aktuellen Entwicklung des Immobilienmarktes stellte er fest: „Es gibt eine Wiederbelebung, insbesondere bei sehr günstigen, aber auch bei hochpreisigen Objekten.“ Allerdings lägen beispielsweise bei Reihen- oder Doppelhäusern die Gesamtkosten nach der Durchführung energetischer Ertüchtigung oftmals über den Neubaukosten.

Zum generellen Verhältnis zwischen Vermietern und Mietern befand er: „Konfrontationen sind sehr selten geworden, mit 90 bis 95 Prozent der Mieter gibt es unkomplizierte Verhältnisse.“

Als weitere Einzelpunkte sprach er unter anderem Bleileitungen in Trinkwasseranlagen („ab 2026 verboten“) an, empfahl den Anschluss an Nah- beziehungsweise Fernwärmeleitungen („Das ist die Zukunft“), wies auf gesetzliche Erleichterungen („Bauturbo“) bei der Umwandlung von Gewerbeflächen zu Wohnungen hin und warnte davor, Fotos von vermieteten Wohnungen ohne schriftliche Einverständniserklärung der Mieter („kann grausige Folgen haben“) zu machen.

In seinem Grundsatzreferat zum Thema „Miete“ riet er hinsichtlich der Miethöhe zu einer marktnahen Größenordnung: „Sie muss sich nach der örtlichen Infrastruktur orientieren und ist ein entscheidender Faktor für den Immobilienwert.“

Neben Tipps zur erfolgreichen Bewerbung von Mietobjekten einschließlich der Hinzuziehung von Maklern („sinnvolle Unterstützung“) gab der Vorsitzende auch Ratschläge zur Auswahl der Mieter einschließlich Warnsignalen, erläuterte die Grundelemente des Mietvertrages („Handschlagbasis hat in Zukunft keinen Wert, ab 1. März 2026 ist ein schriftlicher Mietvertrag zwingend“). Des Weiteren erläuterte er Alternativen zur Nebenkostenabrechnung und schilderte abschließend Möglichkeiten zur Beendigung des Mietvertrages.

Über das zweite Schwerpunktthema mit dem Titel „Wenn das Finanzamt mit im Haus wohnt – Steuerfallen und Gestaltungschancen“ referierte Steuerberater Philipp Matheis. Er gab einen Überblick über die degressive und lineare Abschreibung von Mietwohnungsneubauten einschließlich der Sonderabschreibungsmöglichkeit für „Effizienzhaus 40“-Objekte.

Zudem zeigte er steuerliche Vergünstigungen bei der Vermietung an Mitarbeiter auf und warnte davor, den Mietpreis unter 50 Prozent der ortsüblichen Miete festzusetzen: „Das kann zur Kürzung der angesetzten Verwaltungskosten führen.“

Außerdem beschrieb er Steuerermäßigungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden unter Beachtung der Kriterien „Herstellungskosten“ beziehungsweise „Erhaltungsaufwand“. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erwähnte er unter anderem die Auswirkungen der neuen Grundsteuer in Bayern und gab Hinweise zur Erbschafts- und Schenkungssteuer. Beide Fachvorträge wurden mit kräftigem Beifall der Besucher bedacht.

Wenn das Finanzamt
mit im Haus wohnt

Im „formellen Teil“ der Jahresversammlung legte Philipp Matheis den Jahresabschluss 2024 vor und konstatierte: „Der Verein steht gut da.“ Der von Markus Lutz vorgetragene Revisorenbericht lautete: „Keine Probleme erkannt, alles positiv.“

So stand schließlich der einstimmigen Entlastung des Vorstands und der Annahme des Jahresabschlusses 2024 nichts im Wege. Am Ende der Versammlung dankte Robert Schlamp den Mitgliedern für ihr zahlreiches Erscheinen.

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