Nachruf

von Redaktion

Au – Der Bauernknecht Kari hat das Dorf Au und seine lebendige Gemeinschaft geprägt wie kaum ein anderer Zeitgenosse. Für viele, darunter die Familie Brunner vom Bauwagner-Anwesen, die Fußballer und Stockschützen vom ASV Au, die Auer Burschen, der Trachtenverein GTEV „Immergrün“ Au und die Auer Musi, war er ein Kamerad, Freund und Mensch unter Menschen.

So würdigten Dr. Matthias Kauffmann und Wolfgang Hintermeier von der evangelischen Gemeinde Bad Aibling und Bad Feilnbach Karl Korn, der kürzlich im Alter von 86 Jahren gestorben ist.

Am 20. August 1939 erblickte der „Bauernwagner Kari“ in Katz/Neusäß in Siebenbürgen das Licht der Welt und verbrachte die Kindheit mit seinen mittlerweile ebenfalls verstorbenen Geschwistern Michael, Lorenz, Rosa, Toni, Kathi, Evi und Adolf unter anderem in der Kreuzstraße (Torfwerk Feilnbach). Die Eltern waren Anton und Evi Korn.

Der Weg führte ihn ins „Steilhaus“, in dem sich die Auer Schule befand und wo ein gewisser Lehrer Thoma unterrichtete. Als 14-Jähriger kam er nach Au, genauer zum „Bauernwagner-Anwesen“ der Familie Brunner an der Gottschallinger Straße, und machte sich mit den Aufgaben und Arbeiten in der bäuerlichen Landwirtschaft vertraut. Die Familie ermöglichte ihm Arbeit, Herberge und Heimat.

Knecht zu sein, das bedeutete hart arbeiten und hinlangen und Dienst zum Wohle der Bauernfamilien, der anvertrauten Tiere und des Anwesens zu verrichten. Er erlebte die raschen Veränderungen mit Maschinen, Aufgaben und Herausforderungen in der Landwirtschaft und machte sich mit ihnen vertraut. Die Führerscheinprüfung bestand er erfolgreich nach mehrmaligem Bitten und einer Aufforderung der Polizei im November 1991.

Er war der gute Geist des Hauses, wie die Landwirtsfamilie Modestina und Johann Brunner in der dritten Generation erzählt. Die Liebe zur Arbeit im bäuerlichen Betrieb gehörte Zeit seines Lebens zu seinem Alltag. Seine besonderen Eigenschaften war Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein, Loyalität und Pünktlichkeit sowie der fürsorgliche Umgang mit den anvertrauten Tieren.

Die Familie schätzte ihn auch bei der Betreuung ihrer Kinder. Selbst gönnte sich Kari weder Urlaub noch größere Ausflüge und selbst das Wort Ruhestand war für ihn ein Fremdwort. Kari war kein philosophischer, sondern in seiner freundlichen und ehrlichen Art ein positiv geprägter Mensch in einer harmonischen Gemeinschaft.

Beim ASV Au schätzten die Fußballer den leidenschaftlichen FC-Bayern-Fan als „Fahndlwinker“ (Linienrichter) am Spielfeldrand bei über 3000 Begegnungen von Auer Mannschaften aller Klassen bei Heimspielen oder nahegelegenen Auswärtsturnieren. Mit Kari haben ebenso die Stockschützen vom ASV Au eine Legende und ein Original verloren. In Sachen Sport fuhr er gelegentlich zu den Rosenheimer Eishockeyspielen und galt bis zu seinem Austritt 2009 als treffsicherer Luftgewehrschütze bei den Auer Hubertusschützen.

Vor sieben Jahren schloss er sich als „ältester Lediger“ den Auer Burschen an und brachte sich auch im fortgeschrittenen Alter als Helfer ein. Geselligkeit und Vereinsleben liebte Kari beim Trachtenverein, dem er 2017 beitrat, sowie bei der Auer Musi, in der er einmal die große Trommel tragen oder auch mal den Taktstock schwingen durfte.pes

Artikel 1 von 11