Tuntenhausen – In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Jahresrechnungen 2024 sowie die Haushaltspläne 2025 der Kindertagesstätten in der Gemeinde beraten. Die präsentierten Zahlen sorgten für sichtbares Unwohlsein: Angesichts deutlich gestiegener Defizite zeigten viele Ratsmitglieder tiefe Sorgenfalten. Die anhaltend hohen Betriebskosten und besonders die steigenden Personalaufwendungen warfen Fragen zur zukünftigen Haushaltsfinanzierung auf.
Rote Zahlen steigen
teilweise drastisch an
Christine Schindlbeck (im Hauptamt zuständig für Kindergärten und Krippen) sowie Gemeinderat und Rechnungsprüfungsausschuss-Mitglied Stefan Hofbauer (UW Ostermünchen) schilderten den Räten die vorliegenden Zahlen. Zu Vergleichszwecken zog man den gemeindlichen Kindergarten in Hohenthann mit hinzu.
Beim gemeindlichen Kindergarten Purzelbaum in Hohenthann hatte man 2024 ein Defizit von 140.721 Euro bei durchschnittlich 100 Kindern. Für 2025 zeigen die Zahlen ein erhöhtes Defizit von 179.700 Euro. Hier sind die steigenden roten Zahlen auf einen großzügigen Personalstand zurückzuführen, der nach Gemeinderätin Karin Buchner (Frauenliste) auch unabdingbar notwendig sei. Vor allem die Integrationskinder würden, so ihr mahnender Tenor, meist einen überdurchschnittlichen Aufwand erfordern.
Demgegenüber standen die Kindergärten des katholischen Kita-Verbundes Beyharting mit Ostermünchen, Tuntenhausen und Beyharting. Beyharting hatte 2024 bei durchschnittlich 55 Kindern ein bereinigtes Defizit von 83.198 Euro. Dieses steigt 2025 auf ein Defizit von 176.047 Euro an. Die Gründe: steigender Gebäudeunterhalt und viele Zusatzkräfte. „Hier ist aber Puffer eingebaut“, ergänzte Bürgermeister Weigl beruhigend.
Im Kinderhaus Tuntenhausen zeigten die Haushaltspläne für 2024 ein Ergebnis von 40.368 Euro bei durchschnittlich 57 Kindern. 2025 ergibt sich dann allerdings ein Defizit auf 99.382 Euro. Durch eine altersgemischte Gruppe erhöhen sich hier 2025 die Einnahmen über die Elternbeiträge, allerdings steigen auch die Personalausgaben kräftig an.
In Ostermünchen zeigen sich tiefrote Zahlen. Das Jahr 2024 schließt nach Zahlen des Kita-Verbundes mit einem bereinigten Defizit von 71.439 Euro bei durchschnittlich 78 Kindern. Für 2025 errechnet man ein Defizit von 321.355 Euro.
Das Hochschnellen auf über 300.000 Euro erregte die Gemüter im Saal. Stefan Hofbauer: „Die Gründe liegen überwiegend in gestiegenen Personalkosten.“ Als Grund wird der hohe Aufwand an Integrationskindern genannt. In Ostermünchen zählt man 2025 insgesamt neun Integrationskinder, während es in Hohenthann und Tuntenhausen beispielsweise nur fünf sind. Zudem kommen in Ostermünchen die zwei Standorte Krippe und Kindergarten und seit Sommer der Container-Pavillon dazu. Ein Positivum gab es dennoch: Der Waldkindergarten Nano weist auch für das Jahr 2024 kein Defizit aus. Im Haushaltsjahr 2025 rechnet man erneut mit einem positiven Ergebnis von 56.019 Euro.
Nachdem die Gemeinde bei den kirchlichen Kindergärten eine 80-prozentige Verlustübernahme verkraften muss, wird dadurch der Gemeindesäckel mit über 620.000 Euro belastet. Deshalb entbrannte eine durchaus hitzige Diskussion, die auch das Thema, die Eltern bei den Gebühren mehr in die Pflicht zu nehmen, beinhaltete. „Wir erhöhen ohnehin jedes Jahr die Gebühren moderat“, ergänzte Weigl. Trotzdem konstatierte er, dass es sich hier um eine Riesenkostenfalle handle. „Wir müssen uns deshalb woanders einschränken“, betonte er mit ernsten Worten.
„Wir können nicht die Erziehung der Eltern übernehmen“, warnte dagegen ein Tuntenhausener Gemeinderat, während Theresia Englhart (Frauenliste) der Meinung war, mit Fachkräften bei schwierigen Kindern vielleicht doch noch etwas ausrichten zu können. Einig war man sich aber dennoch, dass hier leider oftmals viel Verantwortung seitens der Eltern auf die Allgemeinheit übertragen wird.
Für Bürgermeister Georg Weigl ist es aber wichtig, wie er deutlich herausstellte, dass die Kinder in der Gemeinde gut betreut werden. „Gottlob haben wir uns das bisher leisten können“, fügte der Rathauschef an. Um aber gleich warnend dazuzufügen: „Wir werden uns deshalb künftig woanders einschränken müssen.“
Großes Lob geht
an die Verwaltung
Christian Birmoser (UL Tuntenhausen) lobte am Ende die Verwaltung um Christine Schindlbeck, die in diesem Zahlengewirr, gepaart mit unzähligen Vorschriften, stets die Übersicht behalte. Auch Weigl teilte das Lob und bekräftigte, dass man auch mit Pfarrer Richard Basta vom Kita-Verbund stets am gleichen Strang zieht.
Der Gemeinderat nahm dann einstimmig von den vorgelegten Zahlen Kenntnis und erteilte seine Zustimmung. Die Defizitanteile für 2024 sind an die Träger zu erstatten.