Wenn sich ein Hauch Melancholie in die Darstellungen schleicht

von Redaktion

Vernissage des Rosenheimer Malers und Grafikers Heinz Kaufmann in der Villa Maria – Sehnsucht nach dem Süden

Bad Aibling – Wie zu erwarten, war die Villa Maria zur Vernissage des Rosenheimer Malers und Grafikers Heinz Kaufmann äußerst gut besucht. Seine Witwe Luise Kaufmann und zahlreiche Künstler aus der Region, darunter der Laudator Andreas Legath, waren anwesend.

Man kannte sich, und die Verbundenheit mit dem Künstler, aber auch untereinander als Kaufmann-Fans war offensichtlich. Ruhig war Heinz Kaufmann, und zufrieden schien er. Aber wie kritisch er gegen sinnlose Veränderungen im Städtebau war, wissen alle, die ihn näher kannten. Und dass er sein eigenes Werk immer wieder hinterfragte, ist ebenfalls bekannt.

Unter dem Titel „Sehnsucht nach dem Süden“ sind 36 Arbeiten des 2014 verstorbenen Malers in den Räumen der Villa Maria ausgestellt. Es handelt sich um Bilder in verschiedenen Techniken: Aquarelle, Gouachen und Radierungen. In allen Arbeiten zeigt sich die große Meisterschaft Kaufmanns, der zunächst eine Lehre als Holzbildhauer absolvierte, eine Schreinerlehre anschloss und mit seiner intensiven Radiertätigkeit im Jahr 1974 begann.

Bis dahin hatten ihm bereits viele Studienreisen in den Süden Motive und Vorstellungen für seine Arbeiten geliefert. Seit 1977 war er Mitglied im „Verein für Original-Radierung“ in München, wozu ein professioneller künstlerischer Werdegang nachgewiesen werden muss.

Seit 1967 unternahm Heinz Kaufmann mit einer Gruppe weiterer Künstler aus der Rosenheimer Region alle zwei Jahre Italienreisen, immer wieder zu anderen Zielen. Auf diesen Reisen oder im Anschluss zu Hause entstanden die Impressionen südlicher Landschaften und Gebäude. „Ischia“ im sanften üppigen Grün eines Aquarells, das karge „Valle Dell Inferno“ in den genauen, harten Linien einer Radierung oder eine „Hanglandschaft“ in der Technik einer Gouache, mit der deckende und lasierende Flächen gestaltet werden können. Schaut man als Betrachter aufmerksam auf die Werke, so kann man sehen, dass die eher düsteren Gouachen die lichtdurchfluteten Aquarelle nach und nach ablösen. So gelangt dann auch ein Hauch von Melancholie in Kaufmanns Darstellungen.

Es ist eine umfassende Schau, die die Präsentation in der Villa Maria bietet. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Dezember zu sehen, geöffnet Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Die Galerie Villa Maria ist in der Rosenheimer Straße 43. bö

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