Gegen die mediale Überreizung

Auch der ausgebildete Schulhund Milo nahm am Vorlesetag teil. Darüber freuen sich neben den Kindern auch Rektorin Margaret Careddu-Bayer (links) und Anja Mörtl (rechts), die Milo betreut. Foto stache

Auch der ausgebildete Schulhund Milo nahm am Vorlesetag teil. Darüber freuen sich neben den Kindern auch Rektorin Margaret Careddu-Bayer (links) und Anja Mörtl (rechts), die Milo betreut. Foto stache

Erfolgreicher Vorlesetag an der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen

von werner stache

Ostermünchen – In einer Welt, in der bereits Kinder durch Social-Media-Videos wischen und sich in Videospielen austoben, wirkt das gemeinsame Vorlesen fast schon aus Zeit gefallen. Doch weit gefehlt, wie der bundesweite Vorlesetag eindrucksvoll zeigte.

Auch an der Fritz-Schäffer-Grund- und Mittelschule in Ostermünchen stand kürzlich am bundesweiten Vorlesetag das Lesen im Mittelpunkt: Es wurde einfach ein Aktionstag zum Zusammenrücken.

Förderung der Sprache
und des Miteinanders

Das Jahresmotto „Vorlesen spricht Deine Sprache“ betont, dass Geschichten universell wirken und verbinden. In Deutschland wird nämlich in jeder vierten Familie eine andere Familiensprache als Deutsch gesprochen.

Die vielseitigen Aktionen zeigen aber noch mehr: Jede Stimme fürs Vorlesen zählt. „Kinder brauchen Lesevorbilder, spannenden Lesestoff und Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld, um Lust auf das Lesen zu bekommen“, erklärte Rektorin Margaret Careddu-Bayr. Und dafür hatte die rührige Schule im Vorfeld einiges getan. Unzählige freiwillige Vorleser hatte man gesucht und auch gefunden. So konnte von der 1. bis zur 9. Klasse und auch in der Praxisklasse „gelesen“ werden.

Die Kinder konnten dabei ihr passendes Angebot auswählen, zwei an der Zahl, und so entstand zwischen den Klassen immer wieder ein bunter Mix. Der Lesestoff war ein buntes Allerlei aus der Welt des Buches: „Armstrong – die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ oder „Hinter verzauberten Fenstern“, „Die Geheimnisse von Birdwood“ oder „Seppis Tagebuch“. Zu den Rennern gehörten „Petersson und Findus“ und natürlich „Die Gangsta Oma“.

„Vorlesen vereint all das: Es macht Lust auf das Lesenlernen, schafft Vertrauen, fördert den Austausch – und lässt uns ein Stück zusammenrücken“ betonte Konrektorin Birgit Decker. Gerade in der aktuellen Welt mit kurzen Clips, schnellen Reizen und endlosen Feeds gewinnt das Vorlesen eine neue Bedeutung als zeitgemäßer Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit des digitalen Alltags.

Vorlesen fördert Sprache, Verstehen, das Miteinander und legt den Grundstein fürs Lesenlernen. Das betont die Stiftung Lesen, die Deutschlands größtes Vorlesefest seit 2004 gemeinsam mit der Deutschen Bahn Stiftung auf den Weg gebracht hat. Die Idee: Kinder und Erwachsene für die Bedeutung des Vorlesens begeistern.

In Ostermünchen waren die Kinder jedenfalls begeistert. Doppelt begeistert eigentlich, denn die Lust am Lesen können sie an der Schule mit dem eigenen Leseclub das ganze Jahr über ausleben.

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Samstag, 11. Juli 2026
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