Bedarfserhebung zur Jugendarbeit

von Redaktion

Die Jugendarbeit in Bad Feilnbach stand im Fokus des Gemeinderats. Ein Jugendpfleger stellte ein Konzept vor, das auch eine neue Teilzeitstelle beinhaltet. 2026 soll eine Bedarfserhebung die Grundlage für weitere Entscheidungen schaffen.

Bad Feilnbach – Mit dem Thema „Perspektiven für die Jugendarbeit in der Gemeinde Bad Feilnbach“ befasste sich der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung. An dieser nahmen auch die beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde, Thomas Kirchberger und Thomas Dörkens, teil. Den aktuellen Stand der Jugendarbeit in der Gemeinde sowie ein Konzept der Gemeindejugendpflege erläuterte der kommunale Jugendpfleger im Landratsamt Rosenheim, Moritz Beck.

Ein ganzheitlicher Ansatz und die Kosten

Der Anteil an Bürgern unter 18 Jahren (U18), bezogen auf 8.771 Einwohner in der Gemeinde Bad Feilnbach (ohne Zensus des Bayerischen Landesamtes), belief sich Ende 2024 auf 19 Prozent. Viele Kinder und Jugendliche sind aktiv in traditionsreichen Vereinen, Verbänden, der Kirche und öffentlichen Einrichtungen, in denen Jugendarbeit gefördert und gepflegt wird, und nutzen deren Angebote.

Aktuell verzeichnet der Landkreis nach Darstellung von Moritz Beck 13 Gemeinden mit hauptberuflicher „Offener Kinder- und Jugendarbeit“, kurz OKJA. In sechs Gemeinden gibt es neben- und ehrenamtliche OKJA, mit einem Aufwand von bis zu 20 ehrenamtlichen Wochenstunden. In der OKJA gibt es allerdings auch sogenannte „blinde Flecken“ mit Kindern und Jugendlichen, die sich keinem Verein oder einer anderen Einrichtung angeschlossen haben oder sich zugehörig fühlen wollen.

Die kommunale Gemeindejugendpflege beinhaltet eine pädagogische Fachkraft. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit in der Gemeinde zu schaffen und zu fördern. Inhalte dazu sind Unterstützung und Beratung von Vereinen, Verbänden und Jugendlichen, der Aufbau und die Stärkung von Netzwerken, offene und nachgehende Angebote sowie Projekte. Ziel ist es, selbstbestimmte, eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige junge Menschen beziehungsweise Erwachsene zu fördern.

Eine Chance für Bad Feilnbach bietet sich durch eine sozialpädagogische Fachkraft und einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kosten für eine pädagogische Fachkraft als Teilzeitstelle mit 19,5 Wochenstunden belaufen sich auf jährlich 36.000 Euro.

Das Budget für Projekte umfasst geschätzt 3.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen einmalige Investitions- sowie Betriebskosten. Die Personalkostenförderung für die Gemeindejugendpflege beträgt derzeit ein Drittel der Personal-Lohnkosten und acht Prozent als Verwaltungskostenpauschale.

Strukturelle Voraussetzungen sind mehr als 19,5 Wochenstunden, ein Fachkräfteangebot, ein Arbeitsplatz vor Ort, ein pädagogisches Konzept, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und ein jährlicher Fachbeirat.

Einstimmig nahm der Gemeinderat die Ausführungen des kommunalen Jugendpflegers im Landratsamt Rosenheim zur Kenntnis. Beschlossen wurde ferner, dass die Verwaltung gemeinsam mit den gemeindlichen Jugendbeauftragten sowie dem Kreisjugendamt im Jahr 2026 eine umfassende Bedarfserhebung zur Jugendarbeit in der Gemeinde durchführt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sind dem Gemeinderat für das Jahr 2027 geeignete Handlungsoptionen zur Weiterentwicklung der kommunalen Jugendarbeit vorzuschlagen.

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