Willing – Bis fast auf den letzten Platz besetzt war kürzlich das Aiblinger Kurhaus, als die Willinger Musi bei ihrem traditionellen Jahreskonzert aufspielte. Verwandte, Freunde und auch viele andere Blasmusikkollegen ließen sich diesen abwechslungsreichen Abend nicht entgehen.
Die Jugendgruppe der Musi eröffnete das Konzert feierlich mit einer Fanfare. Des Weiteren beeindruckte der Blasmusik-Nachwuchs durch unterschiedlichste Musikrichtungen: böhmisch, klassisch, Ragtime, modern. Der alljährliche Höhepunkt des halbstündigen Stelldicheins war aber wieder das Gemeinschaftsstück mit den „Großen“.
Eine karibische Brise
weht durch den Saal
Mit „Bohemian Tequila“ von Norbert Gälle und Stefan Schwalgin wehte kurzzeitig ein rhythmischer, karibischer Wind durchs Kurhaus, wobei man aber bei näherem Hinhören erstaunt feststellen musste, dass das Stück auf dem „Böhmischen Traum“ basiert. Pius Kern (Bariton) und Andreas Mayer jun. (Trompete) wirkten souverän als zwei Nachwuchs-Solisten mit. Unter großem Beifall von mitunter stolzen Eltern wurde der erste Teil begeistert abgeschlossen.
Die Begrüßung der Zuhörer übernahm Vorsitzender Michael Stadler, gab aber zügig das Wort und die Leitung des Abends weiter an Dirigent Andreas Mayer.
Im Hauptteil wurde es in gewohnter Weise opulent, wobei die Stücke vor allem den Solisten einiges abverlangten. Bei „I am glad to see you“ von Vlado Kumpan übernahmen Andreas Pfatrisch und Andreas Stadler diesen Part professionell. Sportlich wurde es für Stefan Waldschütz am Schlagzeug bei „Groovin’ Around“. Bei diesem fetzigen Stück sah man ihm nicht nur die Freude und Leidenschaft am Spiel an, sondern auch, dass die „Beats“ ihm viel abverlangten.
Luzia Sollerspöck stimmte mit dem beschwingten Lied „Musik liegt in der Luft“ von Heinz Gietz auf den zweiten Teil des Konzerts ein. Das kurzweilige Programm umfasste hier nochmals die unterschiedlichsten Werke wie zum Beispiel „Fridericus-Rex-Grenadiermarsch“ von Ferdinand Radeck oder „Rocky Highlights“, wodurch sich einige Zuhörer nostalgisch in die 80er-Jahre zurückversetzt fühlten.
Nach einem gewaltigen, orchesterreifen Repertoire erklang als Zugabe die feine Weise „Wos schlogt denn do ob’n?“. Eine besondere Note bekam das Stück durch die Solisten Ferdinand Schönach (Trompete), Monika Frech, Andreas Pfatrisch und Ludwig Keml (alle Flügelhorn), die abwechselnd am oberen Rang spielten.
Auch dieses Jahr wurden zahlreiche Musiker ausgezeichnet und geehrt. Leonhard Eisner vom Bezirksmusikverband beglückwünschte Leonie Stadler, Christina Weichinger (beide Querflöte) und Johannes Reimeier (Trompete) zum Leistungsabzeichen in Bronze. Helena Stadler erwarb bereits das silberne Abzeichen mit der Klarinette.
Langjährige Mitglieder werden geehrt
Für ihre jahrelange Treue zur Willinger Musi wurden heuer besonders geehrt: Marga Altenburger (40 Jahre), Alfred Eisner und Sepp Ranner (beide 50 Jahre) und Hans Schmid (65 Jahre).
Am Ende bedankte sich Dirigent Andreas Mayer ausgiebig bei allen Mitwirkenden und Helfern sowie dem Wirt des Kurhauses, Stefan Linnerer, samt Team. Dieser wiederum revanchierte sich bei der Musi, als Dank für die gute Zusammenarbeit, mit einer Runde Schnaps.
Mit Vorfreude auf das nächste Jahr erklang, wie sollte es anders sein, zum Abschied der „Bayrische Defiliermarsch“ von Adolf Scherzer samt Fanfaren.