Bad Aibling – Mit dem Umzug aus den Unterrichtscontainern in das neue Gebäude der Bad Aiblinger Georgsschule im Januar 2024 entstand die Idee, in der Bildungsstätte ein Lesecafé anzubieten. Mittlerweile ist die Einrichtung längst ein fester Bestandteil des Schulalltags und wird von den Grund- und Mittelschülern gleichermaßen gut angenommen.
„Wir haben rund 600 Bücher im Bestand“, sagt Grundschullehrerin Bettina von Delius, die sich zusammen mit ihrer Kollegin Christina Prinz aus dem Bereich der Mittelschule um den Betrieb der Einrichtung kümmert, der allerdings ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht möglich wäre. Dass derzeit nur drei Ehrenamtliche hierfür zur Verfügung stehen, bereitet den beiden Pädagoginnen und Schulleiterin Kathrin Baumeister Sorge. „Der Engpass ist auch durch Umzüge von Eltern entstanden“, erläutert von Delius. Deshalb wollen sie und ihre Kollegin jetzt gegensteuern und sich um neue Kräfte bemühen, die die Arbeit im Lesecafé unterstützen.
Eine der aktiven Ehrenamtlichen, die von Anfang an dabei ist, ist Pfarrgemeinderätin Hedi Westphal. Sie versieht einmal pro Woche ihren Dienst im Lesecafé. Wegen der Personalknappheit ist es im Moment nur mittwochs, donnerstags und freitags vor Unterrichtsbeginn zwischen 7.15 und 7.45 Uhr geöffnet. Genutzt werden kann es täglich auch von den Kindern, die nach dem Unterricht bis maximal 16 Uhr in der Schule betreut werden.
Ein ruhiger Start in den Tag
mit Tee und Geschichten
„Wir brauchen einen größeren Pool von Ehrenamtlichen, damit wir das Angebot auf die restlichen Wochentage ausweiten und auch flexibler reagieren können, wenn mal jemand ausfällt“, sagt Westphal.
Wenn sie ins Lesecafé kommt, ist sie bereits um 7 Uhr da und kocht erst einmal Tee. „Der gehört dazu und sorgt für eine entspannte Atmosphäre. Das Angebot wird von den Kindern gerne angenommen“, weiß Bettina von Delius. Ihr bleibt auch nicht verborgen, dass immer wieder Kinder ohne Frühstück zum Unterricht kommen. „Die haben dann wenigstens ein warmes Getränk und in der Regel ein paar Kekse im Magen“, unterstreicht sie auch einen Zweck dieses Rituals.
Im Lesecafé können die Kinder dann entscheiden, ob sie lieber selbst in einem Buch lesen oder sich in die Schar der Zuhörer einreihen wollen, die sich eine Geschichte vorlesen lassen. Das Vorlesen gehört auch zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen. „Nicht zuletzt wegen der Fahrzeiten der Schulbusse sind manche Kinder schon sehr früh da und würden in der Aula rumstehen, da sie erst ab 7.45 Uhr in ihre Klassenzimmer können. Wenn sie das Lesecafé besuchen, können sie erst mal in aller Ruhe bei uns ankommen und gleichzeitig ihre Lesekompetenz verbessern“, sagt Bettina von Delius.
Wohlfühloase mit
passender Lektüre
Bei der Auswahl der Lektüre müssen sie und ihre Kollegin das kurze Zeitfenster im Auge haben, in dem das Lesecafé in der Früh geöffnet hat. „Da brauchen wir niederschwellige Literatur. Das Besondere an jedem Buch muss sein, dass es in kurzer Zeit gelesen werden kann“, weiß von Delius. An der Neugier der Kinder mangele es jedenfalls nicht.
Dankbar ist die Grundschullehrerin auch dem Förderverein der Georgsschule für dessen Unterstützung. „Er bezahlt nicht nur den Tee und hilft beim Kauf der Bücher finanziell. Der Verein hat unter anderem auch ein Sofa und Kissen spendiert, damit das Café eine Art Wohlfühloase sein kann“, so von Delius. „Eine wirklich tolle Unterstützung“, nennt auch Schulleiterin Kathrin Baumeister die Tatsache, dass der Verein eine hohe vierstellige Summe für den Betrieb der Einrichtung zur Verfügung stellt.
Wer künftig das Team der Ehrenamtlichen im Lesecafé verstärken möchte, kann sich im Sekretariat der Georgsschule unter der Telefonnummer 08061/3273 oder per E-Mail an verwaltung@stg.schule melden.