Mehr Besucher als Einwohner

von Redaktion

Kindertheater in Ellmosen feiert eine gelungene Premiere – Erlös für den Fronleichnamshimmel

Bad Aibling/Ellmosen – Vier junge Frauen aus der Dorfgemeinschaft sorgten für eine Premiere in Ellmosen, die zu einem vollen Erfolg wurde. „Wir haben mehr Besucher registriert, als unser Dorf Einwohner hat“, sagt Bernadette Krabichler über das Kindertheater in der Kirche und den kleinen Adventsmarkt im Umfeld des Gotteshauses, der parallel zu den beiden Aufführungen stattfand.

„Digitalisierung im
Himmel“ sorgt für Lacher

Zusammen mit Hedwig Voggenauer, Ingrid Kunert und Veronika Baumann verwandelte Krabichler den Altarraum in eine Bühne. 29 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren führten nicht nur ein vorweihnachtlich geprägtes Krippenspiel auf, sie sorgten mit dem Stück „Digitalisierung im Himmel“ auch für viel Gelächter in der Kirche, die bei beiden Aufführungen voll besetzt war. Viel Schmunzeln riefen auch die Wortwahl, Mimik und Gestik hervor, mit der Ingrid Kunert in der Dienstkleidung einer Stewardess die Aufführungen eröffnete.

Im Mittelpunkt dieses Einakters stand ein Gehilfe von Petrus, der einen neuen Computer erhielt und aufgrund von Bedienungsfehlern für allerlei Verwirrung im himmlischen Terminkalender sorgte. Musikalisch umrahmt wurde das Geschehen auf der Bühne von Bernadette Martin (15), die Orgel spielte, und dem gleichaltrigen Ludwig Strauß, der mit der Ziach auftrat.

„Es war fast wie im richtigen Leben“, sagte ein 68-jähriger Bad Aiblinger über das Stück. Vom Auftritt der Kinderschar, in deren Reihen sich neben vielen Engeln auch als Kaninchen oder Sonnenblumen verkleidete Darsteller befanden, war nicht nur er begeistert. Das bewies der tosende Beifall der Besucher, über den sich neben der Schar der Mitwirkenden auch die Initiatorinnen freuen durften. „Das ist wirklich eine tolle Gemeinschaftsleistung“, sagte der angehende Diakon Stefan Reinbrecht, der den Dank der Stadtkirche für das ehrenamtliche Engagement überbrachte.

Seit Oktober haben die Kinder zum Teil zweimal in der Woche für die Aufführungen geprobt. Die Idee hierfür entstand bereits im November vergangenen Jahres beim bunten Abend des Gesangvereins Ellmosen, der alle zwei Jahre stattfindet und mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus Kultcharakter besitzt. „Im Programm war auch ein Auftritt von Kindern vorgesehen. Da wollten so viele mitmachen, dass es einfach nicht für alle eine Rolle gab. Da haben wir uns gedacht, dann müssen wir im nächsten Jahr halt selber ein Kindertheater organisieren“, erzählt Bernadette Krabichler.

Flankiert wurde das Theater von einem Adventsmarkt, bei dem es gegen eine Spende neben Türkränzen und Adventsgestecken unter anderem selbst gemachte Marmeladen und Plätzchen gab. Glühwein, Kinderpunsch, Kaffee und Kuchen sowie Hotdogs rundeten das kulinarische Angebot ab. Insbesondere nach den Theateraufführungen herrschte dichtes Gedränge an den Verkaufsständen.

Den Reinerlös des Kindertheaters und des Marktes stellen die Organisatorinnen für die Restaurierung des Ellmosener Fronleichnamshimmels zur Verfügung. „Wir haben noch nicht alle Rechnungen, aber 1.000 Euro dürften schon zusammenkommen“, schätzt Bernadette Krabichler.

Eine Idee mit
großer Wirkung

Kirchenpflegerin Maria Grünwald, die ebenfalls unter den Besuchern weilte, ging an diesem Tag gleich zweimal das Herz auf. „Das Kindertheater und der Markt haben mich sehr beeindruckt. Das hat Ellmosen noch nie erlebt. Natürlich bin ich auch sehr dankbar für die angekündigte Spende“, gesteht die Kirchenpflegerin.

Artikel 3 von 11