Jubeltag für fünf Generationen
Mit Jubilarin Irmgard Spears stießen Tochter Elke (rechts) und Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner an.Foto baumann
Irmgard Spears feiert 103. Geburtstag – Erinnerungen an Kindheit in Bruckmühl
Bruckmühl – Familienangehörige, Verwandte, Freunde und Nachbarn gaben sich die Haustürklinke in die Hand bei Irmgard Spears, die bei bewundernswerter Frische ihr sage und schreibe 103. Wiegenfest feierte. Der hohe Geburtstag war gleichzeitig ein Jubeltag für fünf Generationen, denn der Jubilarin gratulierten Tochter Elke, ein Enkelkind, zwei Urenkel und eine Ururenkelin. Ihre Tochter Iris kommt in Kürze mit ihrem Mann Chase aus den USA zu Besuch und natürlich zur nachträglichen persönlichen Gratulation.
Mit dem Ehemann
nach Amerika gezogen
Irmgard Spears ist in München geboren, wuchs jedoch in Bruckmühl auf. Als Erstklässlerin ging sie in den ersten sechs Monaten im benachbarten Vagen zur Schule, weil das Bruckmühler Schulhaus noch nicht fertiggebaut war.
„Mein Vater hat mich damals täglich mit dem Radl nach Vagen gefahren und ich musste auf der Querstange seines Herrenfahrrads sitzen. Immer wenn ich dann abgestiegen bin, tat mir mein Hintern so weh, dass ich kaum gehen konnte“, erinnert sich das humorvolle Geburtstagskind.
Nach ihrer Schulzeit wechselte sie in die Handelsschule München über. Wie in der Nationalsozialismus-Zeit üblich, hatte sie danach als junge Frau ein sogenanntes Pflichtjahr zu absolvieren. Anschließend arbeitete sie als Büroangestellte unter anderem bei der BayWa in München sowie in Bruckmühl bei der damaligen Bayerischen Wolldeckenfabrik und bei der Firma Steinbeis (heute: Mativ Neenah Gessner).
Später führte sie einige Jahre das schon früher von ihrer Familie in ihrem Elternhaus betriebene, legendäre „Café Enzian“. Dort lernte sie auch ihren amerikanischen Mann Joe kennen, der in Bad Aibling stationiert war. Die beiden heirateten 1966, und 1970 zog das Paar nach Florida.
Ihr Mann verstarb bereits 1978. 2005 kehrte sie in ihre Bruckmühler Heimat zurück und verbringt hier ihren Lebensabend. „Do bin i dahoam“, betont sie. Bis 2019 verbrachte sie aber jedes Jahr mehrere Monate bei ihrer in den USA gebliebenen Tochter Iris. Begleitet wurde sie dabei von ihrer älteren Tochter Elke.
Allzu gerne würde sie wieder nach Florida reisen, aber das ist in ihrem Alter nicht mehr so einfach. Doch ganz ohne Reisen geht es aber nicht: Mit ihrer Tochter Elke macht sie nicht nur gelegentliche Ausflüge in der Region, sondern verbrachte im Sommer 2025 fünf Tage in Südtirol.
Auch den Bierzeltbesuch beim diesjährigen Seniorennachmittag auf dem Bruckmühler Volksfest ließ sie sich nicht entgehen. Bei schönem Wetter sitzt sie häufig auf dem Balkon oder widmet sich dem Fernsehprogramm, wo sie sich besonders für Gerichtssendungen interessiert und auch mit Vorliebe „Wir in Bayern“ anschaut. Ein großes Hobby von Irmgard Spears war lange Zeit stricken – sie versorgte bis vor wenigen Jahren noch die ganze Familie mit Socken. Außerdem las sie gern und löste mit Leidenschaft Kreuzworträtsel. Ihre Leibspeise ist das „Wiener Schnitzel“ und nach dem Essen gönnt sie sich oft einen Ramazzotti.
In ihrem noch immer selbstständigen Haushalt wird sie bestens von Elke unterstützt. Viel Freude hat sie mit ihrer 13 Jahre alten Dackeldame Mausi, die auch jeweils in die USA mitreiste.
Die Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachte der aktuell ältesten Person in der Marktgemeinde zusammen mit einer Orchidee und einer „flüssigen Blume“ die Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner und stieß mit dem Geburtstagskind mit einem Glas Prosecco an. Sie wünschte der Jubilarin „alles erdenklich Gute und vor allem Gesundheit“ und stellte bewundernd fest: „Sie schauen pfenningguad aus! Es ist schön, wenn man in diesem Alter noch so gut beieinander ist.“ Ferner freute sich Irmgard Spears über schriftliche Geburtstagsgratulationen des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und von Landrat Otto Lederer.