Feldolling – Erwin und Roswitha Neureither denken immer wieder an ihren schlimmsten Albtraum zurück. Gerade in diesen Tagen, wo der Wiederaufbau ihrer abgebrannten Lagerhalle beginnt. Die Erinnerungen sind immer noch frisch. Am Montag, 25. November 2024, ging gegen 2.40 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd die Mitteilung über einen Brand in der Lagerhalle Im Müllerland 5 in Feldkirchen-Westerham ein. Es war die Lagerhalle der Firma „JNS Dachtechnik“, die Erwin Neureither vor vielen Jahren gründete.
Löscharbeiten
dauern den ganzen Tag
Als die Einsatzkräfte kurze Zeit später an dem Gebäude ankamen, stand es bereits in Vollbrand. Die Löscharbeiten dauerten den gesamten Tag. Doch damit nicht genug. Dienstagfrüh (26. November 2024) ging um 4.20 Uhr die Meldung ein, dass es an der Lagerhalle erneut brannte. Während der zweite Brand durch ein oder mehrere Glutnester vom ersten Brand wieder aufgeflammt ist, gehen die Ermittler beim ersten Brand von einer „vorsätzlichen Brandstiftung“ aus.
Für das Ehepaar Neureither eine schlimme Erkenntnis. „Wir wissen nicht, wer es getan haben könnte“, sagt Erwin Neureither. Sie stehen immer wieder mit der Kripo im Austausch, doch die gäbe keinerlei Auskunft. Als Einziges bekannt: Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft. „Man möchte schon gerne wissen, wer es war, damit man das Thema abhaken kann“, so Erwin Neureither.
Im OVB-Gespräch wird deutlich, dass der Schock noch tief sitzt. Doch es gibt auch eine erfreuliche Nachricht, wie das Ehepaar nun mitteilt. Am vergangenen Freitag fand auf dem Gelände „Im Müllerland 5“ der Spatenstich für den Wiederaufbau der Halle statt. „Dass der Spatenstich jetzt kommt, ist für uns eine große Erleichterung“, sagt Roswitha Neureither.
Mit dem Spatenstich möchten das Ehepaar, das an diesem Projekt als Bauherr tätig ist, und ihr Sohn Alexander Neureither (Technischer Geschäftsführer der Firma „JNS Dachtechnik“) nicht nur einen Neuanfang starten, sondern sich auch bedanken. Sowohl bei den zahlreichen Einsatzkräften, die beide Brände löschten, als auch bei der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und den Behörden, die die schnelle Umsetzung des Projektes ermöglicht haben. Aber auch bei den Nachbarn, die die Flammen in der Nacht sahen und umgehend den Notruf wählten. Als Dank spendet die Familie Neureither 2.000 Euro an das Kinderheim in Irschenberg.
Eine Dankbarkeit, die die Familie schon damals – kurz nach dem Brand – gegenüber dem OVB betonte. „Wir möchten uns – auch im Namen unserer gesamten Firma – bei allen Einsatzkräften bedanken“, betonte die Familie einst. „Durch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr, des Roten Kreuzes, des THW und der Polizei, hat sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig diese teils ehrenamtlichen Institutionen für unsere Gesellschaft sind.“
Großes für den
Wiederaufbau geplant
Für den Wiederaufbau sind ein Bürohaus, eine beheizte Werkstatt und eine Lagerhalle geplant, welche von beiden Seiten von Lkw befahren werden kann. Das Gebäude bekommt ein „begrüntes Aktivdach als Rezessionsdach mit PV-Anlage“. Bedeutet: In der Nähe entsteht ein Tank, der Eis erzeugt. „Im Sommer kann man mit dem Eis das Gebäude kühlen und im Winter heizen“, so Erwin Neureither. „Davon gibt es noch nicht viele Modelle, aber das wird die Zukunft sein.“ Ein Neuanfang, der auch Erwin und Roswitha Neureither die schlimmen Erlebnisse wieder ein bisschen vergessen macht.