„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“

von Redaktion

Vierfachausstellung „Silver Lining“ in der Galerie Markt Bruckmühl

Bruckmühl – Die letzte, traditionsgemäß jahresübergreifende Ausstellung 2025 in der „Galerie Markt Bruckmühl“ trägt den Titel „Silver Lining“, unter dem sich vier junge Künstlerinnen zusammengefunden haben: Astrid Bauer, Joana Albuquerque, Annabelle Mehraein und Regina Rupp.

In ihrer Einführungsrede interpretierte Galerie-Leiterin Cornelia Ahrens den Ausstellungstitel als „Hoffnungsschimmer“ und stellte fest: „Augenzwinkernd kommen manche der Arbeiten daher, ernstzunehmend, aber nicht immer ganz ernsthaft, herausfordernd und inspirierend. Oder um es mit einem Zitat des Philosophen Anselm Feuerbach zu beschreiben: ‚Kunst ist die Vermittlerin des Unaussprechlichen.‘“

Anschließend ging sie auf die Arbeitsweisen und Techniken der vier Kunstschaffenden ein. „Die Bilder von Astrid Bauer zeichnen sich durch besonders zarte Farbgebung aus, fast transparent wirken sie, trotz großer Formate leicht. Auch ihren Installationen haftet etwas Leichtes an, ebenso aber auch unverrückbare Stärke. Sie verwendet bevorzugt Naturmaterialien wie Holz, Steine, altes Leinen, Blätter und Blüten und verschafft ihnen durch ihre Arbeit ein neues Narrativ.“

Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Joana Albuquerque richte sich auf Skulpturen und Objekte, die sich an Alltagsgegenständen und Szenen des täglichen Lebens orientierten, von ihr aber ironisch-subtil verfremdet würden. „Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat“, wusste schon Albert Einstein“ betonte dazu die Rednerin.

Die Werke von Annabelle Mehraein charakterisierte Cornelia Ahrens so: „Ihre großflächige, mit kräftigen Pinselstrichen, in mehreren Schichten gestaltete farbintensive Malerei, immer mit Ölfarbe auf Alu-Dibond ausgeführt, entwickelt eine spannungsreiche Dynamik, die von heiter bis bedrohlich unterschiedlichste Stimmungen hervorrufen kann. Der Betrachter wird so in die Bilder einbezogen und kann sich ihnen schwer entziehen. Der Blick folgt den Linien, dem Schwung, der den Arbeiten innewohnt.“

Für die „Galerie Markt Bruckmühl“ eher ungewöhnliche Exponate präsentiert Regina Rupp: Schmuck. „Ausgehend vom Urbedürfnis des Menschen, sich zu schmücken, sich zu zeigen und gesehen zu werden, setzt die Künstlerin mit ihren Schmuckstücken auf einen vielschichtigen sozialen und künstlerischen Diskurs“, erklärte die Vortragende und führte weiter aus: „Die Inschriften auf ihren ,Wutringen‘ stehen in Stil, Inhalt und Ausführung den ursprünglichen Vorstellungen von Schmuck, er solle schön sein, verschönern und Wohlstand und ein gutes Leben repräsentieren, diametral entgegen. Die provokativ formulierten Botschaften auf den Ringen bilden einen Kontrapunkt zum kostbaren Material, aus dem sie gemacht sind und fordern zum Widerspruch heraus. Die Ringe aus der Serie ,Mamacita‘ geben sich geradezu losgelöst vom Zweck des Ringes, reduzieren die Finger auf Nägel, das edle Material verschwindet hinter oder unter Gelnägeln, die umso aufwendiger verziert sind, der schöne Schein überlagert das Edelmetall.“

Cornelia Ahrens schloss ihre Einführungsrede mit dem Zitat: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ von Pablo Picasso und fügte animierend hinzu: „Geben wir unseren Seelen diese Chance.“ Die insgesamt 44 Werke sind in der „Galerie Markt Bruckmühl“ noch bis zum 11. Januar 2026 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch 14 bis 18 Uhr und Samstag/Sonntag von 11 bis 18 Uhr. bjn

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